JENA. Der deutsche Bürobedarfs-Versandhändler „Böttcher AG“ hat angekündigt, seine geplante Europa-Expansion zu stoppen. Damit würden bis zu 500 Millionen Euro Umsatz und bis zu 300 neue Arbeitsplätze wegfallen, wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte. „Ausschlaggebend sind aus Sicher der Bötcher AG die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa“, heißt es in dem Schreiben. Dazu zählten „unter anderem hohe Unternehmenssteuern und Sozialabgaben, hohe Energie- und Arbeitskosten, fehlende Planungssicherheit sowie eine stetig wachsende Bürokratie“, kritisieren die Verantwortlichen des Unternehmens.

Das größte Problem sei „die Politik auf EU-Ebene, deren Vorgaben und Regulierungen den Handlungsspielraum für Unternehmen zunehmend einschränken“. Doch auch die deutsche Regierung reagiere darauf nicht mit „verlässlichen und wachstumsfreundlichen Rahmenbedingungen“, sondern verschärfe die Situation zusätzlich.
Forderungen an die Bundesregierung
Das Unternehmen sieht die deutsche Wirtschaft „auf einem gefährlichen Sinkflug“, heißt es weiter. Fast noch gefährlicher als Insolvenzen seien „Investitionen, die nicht mehr stattfinden, Standorte, die nicht erweitert werden und Arbeitsplätze, die überhaupt nicht entstehen“.
In dem Schreiben wird die Bundesregierung dazu aufgerufen, dringend die Bürokratie abzubauen, Steuern zu senken und bezahlbare Energiepreise sicherzustellen. (st)





