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Vor der EU-Kommission: Metallverband warnt mit Särgen vor 300.000 weiteren Stellenstreichungen

Vor der EU-Kommission: Metallverband warnt mit Särgen vor 300.000 weiteren Stellenstreichungen

Vor der EU-Kommission: Metallverband warnt mit Särgen vor 300.000 weiteren Stellenstreichungen

Großer Protest in Brüssel: Die Metallindustrie schlägt Alarm.
Großer Protest in Brüssel: Die Metallindustrie schlägt Alarm.
Vertreter der europäischen Metallindustrie: senden ein deutliches Signal an die EU-Kommission. picture alliance / Anadolu | Dursun Aydemir
Vor der EU-Kommission
 

Metallverband warnt mit Särgen vor 300.000 weiteren Stellenstreichungen

Es sind dramatische Zahlen, vor denen der Metallverband Eurometal warnt. Sollte sich die Politik nicht ändern, drohen massive Stellenverluste. Nicht nur China wird dafür die Schuld gegeben – auch der EU werden gravierende Fehler vorgehalten.
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BRÜSSEL. Der Metallhandelsverband Eurometal rechnet für den Rest des Jahres 2026 mit 300.000 weiteren verlorenen Arbeitsplätzen in der europäischen Industrie, wenn die EU die Durchdringung der Zulieferketten durch chinesische Hersteller nicht stoppt. „Man sieht, wie sich die Jobverluste in Industrien etwa in Deutschland auftürmen“, sagte Eurometal-Präsident Alexander Julius am Montag dem Guardian. „Medien und Politiker sehen die Folgen, aber sie gehen nicht dem Virus nach, der sie verursacht.“

Am Montag hat der Verband seine Sorge mit einem Protestzug aus zehn symbolischen Särgen um das Hauptquartier der EU-Kommission sichtbar gemacht. Auf den Särgen standen Losungen wie „EU-Wettbewerbsfähigkeit“, „Industriearbeitsplätze“ und „europäische Fabriken“. Teilnehmer der Demonstration hielten Banner mit Sätzen wie „Wir wollen keine Subventionen! Wir wollen Fairness!“ in die Höhe.

Metallverbandschef: „Wer die Lieferkette kontrolliert, besitzt die komplette Wertschöpfung“

Von der EU-Kommission verlangt Eurometal-Präsident Julius, die Wirkung chinesischer Ausfuhren bereits auf Bauteilebene zu begreifen – also bei Metallen und Chemikalien, die in 90 Prozent der gefertigten Güter stecken. Andernfalls käme es zu einer chinesischen „Kolonisierung“ der Lieferketten.

Vor dem Protest erklärte Eurometal: „Wenn die Fertigung Europa verlässt, verliert Europa nicht nur Produktion, sondern auch Investitionen, Know-how und langfristige wirtschaftliche Widerstandskraft.“ Verbandspräsident Julius zufolge verstehen Medien und Politiker nicht, warum sich die Branche in einem Abwärtstrend befindet, und fragen nicht, „warum Firmen nach China oder Indien abwandern oder pleitegehen“.

Die Führung Chinas habe kein Geheimnis daraus gemacht, was sie tut. „Es steht in ihrem Fünfjahresplan“, betonte Julius. Demnach wolle das Land kein bloßer Rohstofflieferant mehr sein, sondern Fertigprodukte liefern. „Sie wollen in den zentralen Produktketten sitzen, weil sie wissen: Wer die Lieferkette kontrolliert, besitzt die komplette Wertschöpfung“, mahnte der Branchenverbandschef.

Chinesischer Einfluss fresse die eigene Wertschöpfung auf

Die EU-Kommission schätzte im Juni mehr als eine Million möglicher Stellenverluste durch hohe Energiekosten und weltweite Konkurrenz. Dabei berücksichtigte die von Ursula von der Leyen (CDU) geführte Behörde auch die vom Volkswagen-Konzern jüngst bestätigten 100.000 Streichungen (JF berichtete).

China hat gegenüber der EU derzeit einen Rekordhandelsüberschuss von etwa einer Milliarde Euro am Tag. Der EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič nannte das jährliche Ungleichgewicht von rund 360 Milliarden Euro „nicht nachhaltig“. Hersteller in Europa fürchten derweil, die Kommission unterschätze, wie chinesische Komponenten die eigene Wertschöpfung auffressen.

Hohe Lasten für europäische Unternehmen

Als Gegenmaßnahme leitete die EU 2024 Strafzölle auf chinesische Elektroautos ein, deren Kauf wiederum auf anderer Ebene durch den „Green Deal“ subventioniert wird. Im Juni erhöhte die EU die Zölle auf ausländischen Stahl, wobei chinesischer durch dessen gewaltige Überproduktion besonders im Fokus steht.

Eurometal-Chef Julius kritisierte gegenüber dem Guardian auch die Bedingungen, unter denen sich das „Virus“, wie er den chinesischen Einfluss nannte, ausbreite. So zahlten europäische Metallerzeuger Zölle auf Stahleinfuhren und CO₂-Abgaben in energieintensiven Branchen. Chinesische Bauteile träfen diese Lasten nicht. Dazu komme eine unterbewertete chinesische Währung, die Chinas Exporte fördere.

Peking wirft der EU wiederum Protektionismus vor. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, drohe China mit „entschlossenen Gegenmaßnahmen, sollte die EU weiterhin gezielt gegen chinesische Unternehmen oder Produkte vorgehen“. Daraufhin folgten dreimonatige Gespräche zwischen Unterhändlern beider Seiten, die im Oktober zu einer Einigung führen und einen Handelskrieg vermeiden sollen. (rsz)

Vertreter der europäischen Metallindustrie: senden ein deutliches Signal an die EU-Kommission. picture alliance / Anadolu | Dursun Aydemir
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