BERLIN. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert mit US-Präsident Donald Trump „mal Tacheles“ zu reden. Trump hatte zuvor der AfD zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt gratuliert. „Diese Einmischung, das geht nicht. Ich glaube, das können wir uns jedenfalls als Bundesregierung nicht gefallen lassen“, sagte Wiese am Mittwoch laut Welt.
Man solle sich zum Vergleich vorstellen, dass die Bundesregierung einen Wahlsieg der Demokraten in einem US-Bundesstaat bei den Gouverneurswahlen öffentlich begrüßen würde. „Ich glaube, dann wäre ‘Truth Social’ am Beben von Seiten des US-Präsidenten.“
Wiese verwies zudem auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die Tatsache, dass auch dieser der AfD am Sonntag gratuliert habe. Trump habe der Wirtschaft bereits mit seiner Zollpolitik und dem Irankrieg sehr geschadet. Die AfD wolle Deutschland wiederum mit ihrer Abkehr von der EU schaden, behauptete Wiese.
Trump: „AfD hatte eine große Nacht“
Zuvor hatte Trump auf seiner Internetplattform Truth Social den AfD-Erfolg begrüßt. „Wow! Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade eine wirklich große Nacht. Sie sind endlich fertig mit der grauenhaften Migrationspolitik und den Vorschriften, die Deutschland so sehr geschadet haben.“ Die AfD sei im Aufstieg und lasse sich „nichts mehr gefallen“. Den Post beendete Trump mit dem Kürzel „MGGA“, was mit hoher Wahrscheinlichkeit für „Make Germany Great Again“ steht.
The German Populist movement had a big election night!
People who live with the policy voted one way on Sunday. Of course, the mail count moved the other way. Trump framed it the way he frames every border fight: the public is finished with being told the damage is imaginary.
The… pic.twitter.com/dQsMXkIN2q— Commentary Trump Daily Posts (@TrumpDailyPosts) September 9, 2026
Auch andere Vertreter der amerikanischen Rechten hatten sich über die Ergebnisse der Landtagswahl erfreut gezeigt. Tech-Unternehmer Elon Musk kommentierte einen Beitrag von Parteichefin Alice Weidel mit den Worten „Gut gemacht“. Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sprach von einem „großen Gewinn“ und einem „neuen Tag in Deutschland“. Die Bevölkerung sei offensichtlich „bereit für Veränderungen“. Grenell gilt als Vertrauter des US-Präsidenten.
Musk hatte der AfD bereits während des Wahlkampfs 2025 seine Unterstützung ausgesprochen und mit AfD-Chefin Alice Weidel ein öffentliches Gespräch geführt (JF berichtete). US-Vizepräsident J.D. Vance hatte bei der Münchener Sicherheitskonferenz im selben Jahr zudem die Brandmauer gegenüber der AfD kritisiert (JF berichtete). (lb)






