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Hacker-Angriff in Berlin: Wegners Verwaltung wusste, dass Berlin Geheimakten nicht schützen kann

Hacker-Angriff in Berlin: Wegners Verwaltung wusste, dass Berlin Geheimakten nicht schützen kann

Hacker-Angriff in Berlin: Wegners Verwaltung wusste, dass Berlin Geheimakten nicht schützen kann

Sieht sich dem nächsten Skandal gegenüber: Berlins Bürgermeister kai Wegner (CDU). Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Sieht sich dem nächsten Skandal gegenüber: Berlins Bürgermeister kai Wegner (CDU). Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Sieht sich dem nächsten Skandal gegenüber: Berlins Bürgermeister kai Wegner (CDU). Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Hacker-Angriff in Berlin
 

Wegners Verwaltung wusste, dass Berlin Geheimakten nicht schützen kann

Kai Wegner erklärte, bei dem Hacker-Angriff seien keine sensiblen Daten abgeflossen. Jetzt sind Verteidigungspläne und Angaben zu kritischer Infrastruktur im Netz abrufbar – und ein interner Vermerk zeigt, dass die Verwaltung ihre Schutzlosigkeit kannte.
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BERLIN. Hacker haben fast 1,44 Millionen Dateien aus dem Berliner Landesnetz im Darknet veröffentlicht. Darunter befinden sich geheime Unterlagen für den Verteidigungsfall, Informationen über kritische Infrastruktur und Angaben zu besonders gefährdeten Rüstungsunternehmen (die JF berichtete). Besonders belastend für den schwarz-roten Senat ist ein interner Vermerk aus dem Februar.

Darin hielten Beamte der Bau- und Verkehrsverwaltung fest: „Kein digitaler Geheimschutz (im strengen Sinne) in der Berliner öffentlichen Verwaltung möglich.“

Dennoch wurden entsprechende Verschlusssachen offenbar weiter in den betroffenen Systemen gespeichert. Die Hackergruppe Rhysida hatte nach eigenen Angaben mehrere Tage lang unbemerkt Zugriff auf die Netze der Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Nachdem Berlin die Zahlung von 30 Bitcoin – rund zwei Millionen Euro – verweigert hatte, stellte die Gruppe 5,26 Terabyte Daten zum Herunterladen bereit.

Verteidigungspläne landen im Darknet

Nach Recherchen des Tagesspiegels befinden sich darunter Listen mit Anlagen und Einrichtungen, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssen. Genannt werden unter anderem Kraftwerke, Tanklager, Umspannwerke und Notstromanlagen. Auch Unterlagen der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung zum „Operationsplan Deutschland“ wurden veröffentlicht.

Das Material beschreibt dem Bericht zufolge zudem, welche Folgen der Ausfall bestimmter Anlagen für den Bundestag, die Polizei, Haftanstalten und Krankenhäuser hätte. Hinzu kommen Dokumente zur Wasserversorgung und ein Entwurf des als geheim eingestuften Leitfadens „Zivile Verteidigung im Land Berlin“ vom August 2025.

Besonders heikel sind Angaben zu gefährdeten Rüstungsunternehmen. Die Dateien enthalten laut Bericht unter anderem Betriebszeiten, Informationen über vorhandenen Wachschutz und Kontaktdaten von Notfallverantwortlichen. Auch Katastrophenschutzbeauftragte anderer Bundesländer und des Bundes sind betroffen.

Wegners Entwarnung bricht zusammen

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte noch am 19. August erklärt, es seien keine sensiblen Daten abgeflossen. Diese Darstellung ist nicht mehr zu halten. Neben den Verteidigungsunterlagen wurden Tausende Personalakten, Gehaltsabrechnungen, Disziplinarverfahren und Dateien mit Zugangsdaten erbeutet. In Dokumenten waren Passwörter teilweise unverschlüsselt gespeichert.

Die Senatskanzlei stuft die veröffentlichten Verteidigungsunterlagen zwar als „höchst sensibel“, nach Rücksprache mit Bundesbehörden jedoch nicht als sicherheitskritisch ein. Zugleich hatte die Verwaltung selbst festgehalten, dass sie digitale Verschlusssachen nicht ausreichend schützen kann. Warum die Unterlagen trotzdem in den betroffenen Systemen lagen und wer dafür die Verantwortung trägt, ließ der Senat bisher offen. (rr)

Sieht sich dem nächsten Skandal gegenüber: Berlins Bürgermeister kai Wegner (CDU). Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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