BERLIN/SCHWERIN. Mit einer Spende von 150.000 Euro an die Grünen (JF berichtete) hat der linksradikale Verein Campact den Unmut von Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow geweckt. Der Linken-Politiker schrieb auf X: „Campact ist nichts weiter als eine willige, aber nicht ganz billige B90/Grüne-Vorfeldorganisation.“ Es wiederhole sich „eine erneute unangenehme Wahleinmischung, jetzt in MV“.
Was Ramelow meint: Bereits in Sachsen-Anhalt war die Linke nach einer massiven Kampagne der NGO zugunsten von SPD und Grünen vom sicher geglaubten dritten auf den fünften Platz abgerutscht. Mit seiner Aktion „Strategisch wählen“ versucht Campact, Stimmen so umzuleiten, dass alle linken Parteien den Einzug in den Landtag schaffen, um eine absolute Mehrheit der Mandate für die AfD zu verhindern.

In Sachsen-Anhalt investierte Campact gar 2,5 Millionen Euro in seine Kampagne. Wahrscheinlich auch dadurch übersprangen Sozialdemokraten und Grüne ganz sicher die Fünf-Prozent-Hürde. Die beiden Parteien, die vorher fürchten mussten, an der Sperrklausel zu scheitern, zogen mit 9,3 bzw. 8,9 Prozent sogar an der Linken (8,6 Prozent) vorbei. In den Umfragen kurz vor der Wahl stand die umbenannte SED dagegen bei zwölf bis 13 Prozent.
Campact will AfD-BSW-Mehrheit verhindern
In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Grünen aktuell bei genau fünf Prozent. Kommen sie in den Landtag, ist ein rot-rot-grünes Bündnis möglich. Doch vermutlich geht der Stimmengewinn dann wieder zulasten der Linkspartei, die aktuell bei zehn Prozent steht und in den vergangenen Wochen kontinuierlich verlor.

Campact begründet seine hohe Zuwendung für die schwächelnden Grünen damit, dass die AfD „mit den Stimmen des BSW“ eine Mehrheit im Schweriner Landtag erreichen könnte. Blieben die Grünen hingegen drin, hätte die AfD auch mit dem BSW keine Chance auf eine Mehrheit. (fh)





