Der 20. September 2026 war Wahltag in Berlin. Mit dem Ausgang sollte vor allem eines klar geworden sein: Die Linken und der Islam arbeiten zusammen. Mit über 25 Prozent gewann die Linkspartei und lag klar vor CDU, AfD, Bündnis 90/Die Grünen und SPD. Ein Sieg, den neben Aktivisten und Funktionären auch Hamas-Sympathisanten sowie Clan-Chefs auf der dazugehörigen Wahlparty zu feiern wussten. Der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak lässt sich mit dem PFLP-Unterstützer Ibrahim Ibrahim ablichten und versucht, im Nachgang zur Party Verbindungen zum Remmo-Clan zu leugnen. Bisher ein vergeblicher und sehr durchsichtiger Versuch, die eigene Haut zu retten. Erst recht, da nun seine parlamentarischen Anfragen im Berliner Abgeordnetenhaus von 2021 bis 2025 zu den Polizeieinsätzen und Hausdurchsuchungen vor allem gegen die Clan-Kriminalität in ein klareres Licht gerückt werden. Der Spruch „Ich frage für einen Freund“ bekommt hier eine ganz eigene – schon fast bedrohliche – Bedeutung.
Am besagten Sonntag wählten 51 Prozent der muslimischen Wähler die Linkspartei ins Berliner Abgeordnetenhaus (JF berichtete). Das ist das Ergebnis einer gezielten Strategie, die einmal mehr zeigt, dass die Linkspartei nur mit den Stimmen der Islamanhänger eine Wählermehrheit herbeiführen kann. Für diese Stimmen liefert die Linkspartei Islamanhängern und Islamisten gesellschaftliche Legitimation, Schutz durch moralische Immunisierung und den Schlüssel zu staatlichen Fördergeldern. Kiritik wird als „rassistisch“ markiert, Aufklärung gilt als „islamophob“ und Widerspruch ist „rechts“. So wird dieser Pakt unangreifbar.
Ein sehr praktisches Tauschgeschäft in diesem eingegangenen Pakt gegen den „imperialistischen“ Westen. Antikoloniale, antikapitalistische und antiwestliche Narrative verbinden sich bruchlos mit islamistischen, antichristlichen und antisemitischen Ideologien. Der linke und der islammotivierte Antisemitismus haben sich gefunden, wodurch jüdisches Leben in Berlin (wieder einmal) massiv bedroht ist. Willkommen also im Berlin des Jahres 2026 – der Hauptstadt Deutschlands. Willkommen insbesondere aber im Islamo-Gauchisme.
Was ist Islamo-Gauchisme?
In Frankreich ist Islamo-Gauchisme längst ein politischer Kampfbegriff, bezeichnet er doch die ideologische Annäherung zwischen Teilen der radikalen Linken und islamistischen Akteuren im gemeinsamen Kampf gegen den „westlichen Imperialismus“. Ein Begriff, der mit seiner klaren Botschaft ins Mark trifft – wohl deshalb auch in Deutschland nahezu inexistent ist oder als intellektuelle Übertreibung abgetan wird. Doch das Phänomen, das er beschreibt, ist hier mindestens genauso sichtbar wie in Paris oder Lyon.
Der gemeinsame Marsch linker Ideologen mit Hamas-Unterstützern auf deutschen Straßen, das laute diffamierende Kreischen von Linken selbst bei moderater Islamismus-Kritik oder das auffällig bemühte Herbeireden von antimuslimischem Rassismus ist in Deutschland längst gängige, unterschätzte oder gar unterstützte Praxis – und könnte mit dem 20. September in Berlin nun auch Regierungsrealität werden.
Nicht nur Linkspartei hängt mit drin
Erschütternd ist, dass der Islamo-Gauchisme nicht möglich wäre, würden Parteien der sogenannten gesellschaftlichen Mitte nicht systematisch wegschauen oder sich den Islamisten aktiv andienen. Die SPD vertrieb ihren kurzzeitigen Landesvorsitzenden Martin Hikel, als er sich deutlich gegen den politischen Islam und die wachsende Macht der Clans stellte und dafür keinerlei Rückhalt aus der eigenen Partei erhielt. Der nun scheidende Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh unterhielt nachweislich jahrelang Kontakte zu Akteuren aus dem orthodoxen, palästinensisch-extremistischen oder islamistischen Milieu ebenso wie zu einem Imam, der 2016 vom Berliner Verfassungsschutz als Teil des Geflechts der Muslimbruderschaft gelistet wurde.

Im Juni 2026 berichtete Neuköllns Integrationsbeauftragte Güner Balci in der ZDF-Sendung Markus Lanz, wie die Muslimbruderschaft Parteien wie die SPD und Bündnis 90/Die Grünen infiltriert habe. Und ganz aktuell erklärte Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, nach der Wahl, er habe lediglich „Bauchschmerzen“ angesichts eines Bündnisses mit der Linkspartei. Koalitionsausschluss sieht wahrlich anders aus beziehungsweise hört sich anders an. Die „Bauchschmerzen“ dürften auch schnell vergessen sein, geht es um die Verteilung der Posten und Pöstchen. Wenig neu ist daher, dass die SPD schon längst die gesellschaftliche, politische Mitte verlassen hat.
Auch CDU und FDP involviert
Und die CDU? Der scheidende Bürgermeister Kai Wegner regierte Berlin von 2022 bis 2026 und hinterließ als politisches Vermächtnis unter anderem einen Satz: „Antisemitismus hat in Berlin keinen Platz“. Diesen Satz sagte er so oft und so folgenlos, dass er zum Beleg für das genaue Gegenteil wurde. In Berlin-Neukölln trommelten radikale Muslime für die Linkspartei – während die Berliner Behörden unter CDU-Führung muslimische Migranten massenhaft per Online-Antrag und ohne ernsthafte Prüfung der Sprachkenntnisse einbürgerten. Die deutsche Staatsbürgerschaft als Ramschware vom Grabbeltisch – verliehen von einer Verwaltung unter bürgerlicher (zumindest dem Namen nach) Regentschaft.
Und die FDP? Im Oktober 2025 verlieh die parteinahe Thomas-Dehler-Stiftung ihren Preis für Verdienste gegen Vorurteile, Intoleranz und Hass – wie es in der Satzung heißt – an den Penzberger Imam Benkjamin Idriz. Ein Mann, der zum zweiten Jahrestag des 7. Oktober Israel indirekt mit dem IS verglich, die Shoa verharmloste und nachweislich an Veranstaltungen einer Organisation teilnahm, die die Bundesregierung dem Netzwerk der Muslimbruderschaft zuordnet. Laudatorin war Sabine Leutheusser-Schnarrenberg, ehemalige Bundesjustizministerin und bis 2024 Antisemitismusbeauftragte in NRW. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelischen Kulturgemeinde München, schrieb danach in einem internen Brief, es sei schockierend, dass eine solche Situation überhaupt entstehen konnte. Die FDP-Spitze distanzierte sich nach der Verleihung. Es stellt sich die Frage, ob es bloß Naivität ist oder ob bewusst gehandelt wird. In jedem Fall ist es dramatisch gefährlich für unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft, wenn die Gefahren des politischen Islam in Deutschland ignoriert oder relativiert werden.
Ahmad Mansour – mit muslimischer Herkunft, Buchautor und Extremismusexperte – benennt seit Jahren offen Geschlechterapartheid, Antisemitismus und Sprechverbote in Teilen des muslimischen Milieus. Er warnt davor, dass der politische Islam in Deutschland längst Realität ist. Die Linke nennt ihn dafür einen „islamophoben Populisten“. Ein „Schicksal“, das sehr viele Menschen, die Islam-Kritik üben, mit ihm teilen. Muslime nennen ihn einen „Verräter“. Die bürgerlichen Parteien und Gruppierungen laden ihn zwar gelegentlich gerne auf Podien ein, machen danach jedoch einfach weiter wie bisher.
Islamo-Gauchisme als Regierungsprogramm
Berlin macht vor allem eines deutlich: Das Hauptproblem ist nicht allein der Islamismus in seiner Kooperation mit den Linken. Das Problem ist auch und insbesondere eine bürgerliche Mitte, die zu lange zu vorsichtig, zu opportunistisch und zu beschäftigt mit dem Vermeiden falscher Assoziationen war. Eine Mitte, die Mahnern entweder das politische Grab schaufelt oder freundlich zunickt, aber ignoriert, während sie Islamisten gleichzeitig bereitwillig die Tür offenhält.
Der Mechanismus dahinter ist so simpel wie erfolgreich. Der Islamo-Gauchisme braucht keine Mehrheit. Er braucht nur die Bereitschaft der gesellschaftlichen und politischen Mitte, nicht sehen und klar benennen zu wollen, was tatsächlich geschieht. Berlin hat am 20. September mehr als eine Partei gewählt. Berlin hat den Islamo-Gauchisme als Regierungsprogramm gewählt, ermöglicht durch das Schweigen und Andienen der bürgerlichen Mitte.
Der Begriff für die aktuellen Geschehnisse um die Linken und Islamisten existiert und die Geschichte zeigt, was mit Linken passiert, die sich in ihrem Kampf gegen das bestehende System mit Islamisten verbünden. Sie werden als erste liquidiert, wenn erst einmal der Islamische Staat errichtet ist. Der Iran kann uns daher ein mahnendes Beispiel sein. Und auch wenn dieser Hinweis den eigentlichen Befund des Wahlabends in Berlin noch leicht verfehlt, so bleibt er doch wichtig. Es ist daher (höchste) Zeit, die Mechanismen erkennen zu wollen und vor allem: zu handeln.
Katja Adler, Politikberaterin, war von 2021 bis 2025 Bundestagsabgeordnete der FDP. 2024 erschien ihr Buch „Rolle rückwärts DDR? Wie unsere Freiheit in Gefahr gerät“.






