BERLIN. Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Stefan Möller hat ein durch die AfD-Bundesspitze angedrohtes Hausverbot für den Streamer „Aktivist Mann“ verteidigt. „Eine Volkspartei braucht nicht nur die richtigen Botschaften, um das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Sie muss auch eine Atmosphäre bieten, in der sich Menschen wohlfühlen und entspannt sind“, schrieb Möller auf X. „Das funktioniert nicht in Anwesenheit von Gebrüll und Gepöbel.“ Ein solches Verhalten stoße Menschen auch dann ab, „wenn sie nicht selbst das Ziel sind“, betonte Möller.
Auch den Hinweis, dass andere Journalisten sich gegenüber der AfD ähnlich verhielten, ließ der Thüringer Co-AfD-Landeschef nicht gelten. Auch er habe schon Interviewsituationen beobachtet, die „unanständig waren oder aus dem Ruder liefen“. Die AfD sei allerdings nicht dazu da, „um Vergeltungsbedürfnisse zu befriedigen, sondern um den Laden wieder in Ordnung zu bringen“.
Warum der Beschluss in Sachen „Aktivist Mann“ erforderlich war:
1. Eine Volkspartei braucht nicht nur die richtigen Botschaften, um das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Sie muss auch eine Atmosphäre bieten, in der sich Menschen wohlfühlen & entspannt sind. Das funktioniert… https://t.co/jRS6DFUAVq
— Stefan Möller (@MoellerAfD) September 14, 2026
Möller sieht auch „wichtiges Signal nach innen“
Der AfD-Vizechef verwies auf Stärke, Beherrschtheit und Fairness als deutsche Ideale. „Gepöbel und Geschrei offenbaren in unserem Kulturraum stets Schwäche. Damit sollte klar sein, was wir anstreben und was wir abstellen müssen.“
Möller bezeichnete den Beschluss in einem weiteren Beitrag auch als „wichtiges Signal nach innen, denn auch in unseren eigenen Reihen hat das zum Teil ziemlich zugenommen“. Er halte es für „grundfalsch, alle falschen Verhaltensweisen und Anstandslosigkeit zu tolerieren“, nur weil es von der AfD komme. Wenn eine Partei den Schritt von 30 Prozent zu 40 Prozent machen wolle, „muss man auch an seinem Verhalten etwas ändern und anders in die Gesellschaft reinwirken“.
„Aktivist Mann“ weist Vorwürfe zurück
Die AfD-Bundesspitze hatte am Montag entschieden, die Gliederungen der Partei aufzufordern, den rechten Streamer nur noch dann zu Parteiveranstaltungen zuzulassen, wenn dieser vorab „zusichert, andere Streamer und Journalisten nicht zu belästigen“. „Aktivist Mann“, der mit echtem Namen Matthäus Westfal heißt, habe es zum Geschäftsmodell gemacht, AfD-kritische Journalisten „durch belästigende Fragen und pöbelhaftes Verhalten zur Schau zu stellen“, heißt es in der Begründung des von Möller ausgearbeiteten Antrags. „Der Beschluss und der damit angestrebte Umgang sollen „eine weitere Rufschädigung der AfD durch Herrn Westfal“ verhindern.
Hintergrund waren mehrere Videos, in denen „Aktivist Mann“ im Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt andere Journalisten verbal angegangen war. Einen Kameramann schubste er dabei auch, entschuldigte sich dafür aber später. Zuletzt sorgte er für Aufsehen, als er versuchte, eine Spiegel-Journalistin auf der Wahlfeier der AfD in Magdeburg bloßzustellen. Dies hatte auch innerhalb der Partei für massive Kritik gesorgt (JF berichtete).
Der Streamer zeigte sich fassungslos über den Beschluss und verwies in einem X-Beitrag auf Jesus Christus, um sein Verhalten zu rechtfertigen. Auch dieser habe manchmal gepöbelt. „Dann pöbel ich halt manchmal auch.“ Zudem betonte er, sich immer an Recht und Gesetz gehalten zu haben.
Mein König ,,pöbelt“ manchmal.
Dann pöbel ich halt manchmal auch.Immerhin halte ich mich trotzdem ans Recht und Gesetz! Oder was war denn strafbar, an meinen 2 Spiegel-Skandalen 2026 in Sachsen-Anhalt 😉? pic.twitter.com/wBylTJ6JXb
— Aktivist Mann (@AktivistMann) September 15, 2026
(ho)





