BERLIN. Seine für Dienstag geplante Reise in die USA zur UN-Generalversammlung hat Friedrich Merz abgesagt. „Der Bundeskanzler wird kommende Woche entgegen ursprünglicher Planungen nicht nach New York reisen, da seine Präsenz in Berlin erforderlich ist“, teilten Regierungskreise den Springer-Medien Politico und Welt mit.
Die Verleihung des „Henry-Kissinger-Preises“ der American Academy am Dienstag in New York hatte Merz bereits vorher abgesagt. Hintergrund dürften die Diskussionen darüber sein, ob der Kanzler nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt sowie Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am kommenden Sonntag zurücktreten muss.
Noch am Wahlabend kommt das CDU-Präsidium im Konrad-Adenauer-Haus zusammen, um über die Zukunft des Regierungschefs und Parteivorsitzenden zu beraten. Zahlreiche Medien berichten über einen möglichen Putsch gegen Merz. Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT wird es dazu aber nicht kommen.
Merz verzichtet auch auf Treffen mit Regierungschefs
Zwei Tage später stand die Reise nach New York an, wo er – wie zahlreiche andere Staats- und Regierungschefs – auch vor den Vereinten Nationen sprechen wollte. Am Rande waren Gespräche mit Amtskollegen aus anderen Ländern geplant.
Nun zieht Merz es vor, am Dienstag vor der Unions-Fraktion zu sprechen, die um 15 Uhr im Reichstag zusammenkommt. Dort wird heftige Kritik am Kanzler erwartet, der er durch sein Erscheinen offenbar den Wind aus den Segeln nehmen möchte. Auch dem Eindruck, Merz kümmere sich als selbsternannter Außenkanzler lieber um internationale Belange als um die Innenpolitik, will der Regierungschef entgegenwirken.

Schon seine Reise zu einer EU-Veranstaltung am finnischen Polarkreis am Wochenende war kritisch gesehen worden. Merz war dort als einer der ganz wenigen europäischen Regierungschefs erschienen. Anstelle von Merz wird nun Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor der UN-Generalversammlung sprechen. (fh)






