MAGDEBURG. AfD-Ministerpräsidentenkandidat für Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hat angekündigt, sich nur im ersten Wahlgang im Dezember zur Wahl zu stellen. „Ich werde nur einmal antreten“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT. „Die Stabilität, die wir unseren Wählern versprochen haben, muss garantiert werden. Deshalb wird es mit uns auch keine Spielchen mit mehreren Wahlgängen geben.“
Zuvor hatte er angekündigt, dass er „keine klassische Minderheitsregierung“ anstrebe, sondern ein „Format der Stabilität“, wie er am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz bekannt gab. Die AfD befinde sich demnach „weiterhin in konstruktiven Gesprächen mit einer anderen Landtagsfraktion und mit einzelnen anderen Abgeordneten dieses Landtages anderer Fraktionen“. In einem Video auf der Plattform X teilte Siegmund mit, es sei möglich gewesen, die entscheidenden Punkte der Partei umzusetzen, darunter die versprochene „Migrationswende“.
Der Zeitplan steht – ab Dezember wird regiert. Ich halte euch weiter auf dem Laufenden! pic.twitter.com/A0xbtTSuQn
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) September 29, 2026
Nach JF-Informationen geht man von einer Mehrheit im ersten Wahlgang aus. Zunächst hatte man die Ministerpräsidentenwahl im November nicht ausgeschlossen. Aus Kreisen der AfD-Fraktion hieß es jedoch gegenüber der JF, dass man zunächst zwei Parteitage abwarten werde. Das BSW wolle demnach im November einen Bundesparteitag veranstalten, während die CDU Sachsen-Anhalt am 5. Dezember folgen soll. Dabei rechne man damit, dass Sepp Müller den bisherigen Ministerpräsidenten Sven Schulze als Landeschef ablösen werde. Für eine kurzfristige Anfrage stand die Fraktionsgeschäftsstelle der AfD jedoch nicht zur Verfügung.
CDU sieht Regierungsauftrag bei Siegmund
Bisher hatte nur das BSW erklärt, mit allen Parteien im Landtag über eine Regierungsbildung reden zu wollen. Trotz Kritik am Ausschluss der AfD durch andere Parteien will es Gespräche mit der SPD, den Grünen und der Linkspartei fortsetzen. Dabei geht es unter anderem um die Option eines überparteilichen Ministerpräsidenten als Alternative, wie die dpa berichtete. Die Konsultationen sollen nach der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags am 6. Oktober stattfinden.
Zuvor hatte die CDU die Einladung der SPD zu den Gesprächen ausgeschlagen (JF berichtete). Ministerpräsident Schulze hatte noch vergangene Woche betont, dass der Regierungsauftrag bei der AfD liege. „Jetzt ist Ulrich Siegmund gefragt. Er muss Entscheidungen treffen. Nun wird es auch für die AfD kompliziert“, sagte er der Volksstimme. Eine Sprecherin der Landes-CDU fügte gegenüber der dpa hinzu, dass die Partei gemäß ihrem Beschluss in der Opposition bleiben wolle. Bisher hatten nahezu alle CDU-Abgeordneten einen Übertritt in die AfD-Fraktion ausgeschlossen.
Bei der Landtagswahl am 6. September hatte die AfD ein Rekordergebnis von 43,8 Prozent erzielt, verfehlte allerdings die absolute Mehrheit. Sie stellt nun 39 von 83 Sitzen im Landtag. Die bisher regierende CDU verfügt über 15 Sitze, die Linkspartei, die SPD und die Grünen haben jeweils acht Sitze. Das BSW ist seit Wochen wegen des Umgangs mit der AfD zerstritten. Am Montag verließ die sächsische Landtagsabgeordnete Doreen Voigt das BSW (JF berichtete) und begründete das mit zu großer Nähe zur AfD. Zuvor hatten 13 Abgeordnete die Thüringer Fraktion verlassen. (kuk/vd)






