BERLIN. Der Wirbel um die Nähe der Berliner Linkspartei, die aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als stärkste Kraft hervorgegangen ist, zu arabischen Clan-Größen und Terrorunterstützern legt sich nicht. Jetzt hat der führende Unterstützer der Terrororganisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP), Ibrahim Ibrahim, offengelegt, was er für den Wahlsieg getan hat.
Dass er bei der Wahlparty der Berliner Linken am Sonntag mitfeierte, hatte für Schlagzeilen gesorgt. Die PFLP wird vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft und von der EU sowie den USA als Terrororganisation geführt. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp wird in einer Koalition mit den Wahlverlierern Grüne und SPD wahrscheinlich neue Regierende Bürgermeisterin. Aus ihrer Partei heraus war zur „Wahl-Intifada“ in Berlin aufgerufen worden.
In einer Dankes- und Glückwunschbotschaft, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, schreibt Ibrahim: „Ich bin stolz darauf, dass wir bereits im vergangenen Jahr eine klare Entscheidung getroffen haben, Die Linke zu unterstützen.“
Ibrahims Aufruf zur Wahl der Linken
Man habe „daran gearbeitet, unsere Botschaft an die palästinensische und arabische Gemeinschaft sowie an unsere Freunde weiterzugeben“. Diese sei durch „die Veröffentlichung von Informationen, den direkten Austausch und den Aufruf zur politischen Beteiligung und dazu, die Stimmen nicht zu zersplittern“, geschehen.
In Berlin leben rund 182.600 Menschen mit arabischem Migrationshintergrund. Viele haben durch die auch vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) vorangetriebene „Turbo-Einbürgerung“ inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit und sind wahlberechtigt. Insgesamt erhielt die Linke am Sonntag in Berlin 468.060 Zweitstimmen. Laut einer Wahlnachbefragung machten 51 Prozent der in Berlin wählenden Muslime ihr Kreuz bei der Linken.
Ibrahim schreibt, die Unterstützung der Linken sei „keine spontane Entscheidung“ gewesen: „Sie entstand nach Gesprächen und einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit politischen Positionen und Themen, die für unsere Gemeinschaft von Bedeutung sind – insbesondere mit Blick auf soziale Gerechtigkeit, Rechte und Freiheiten sowie die palästinensische Frage.“

Ibrahim sprach seinen „herzlichen Dank“ an alle aus, „die sich beteiligt, den Austausch gesucht, Informationen geteilt, unterstützt und dazu beigetragen haben, diese Botschaft weiterzutragen“.
Linken-Abgeordneter nennt Remmo „Bruder“
Er freue sich über „das Erreichte“ und hoffe, „dass dieses Ergebnis den Beginn einer neuen Phase politischer Arbeit und Verantwortung für alle Berlinerinnen und Berliner markiert“. Seine Dankesbotschaft schließt der Terrorunterstützer mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch an Die Linke.“
Die Linke bekam auch Unterstützung aus dem in der Organisierten Kriminalität verhafteten Clan-Milieu. Das Oberhaupt des berüchtigten Remmo-Clans, Issa Remmo, und dessen Sohn Firas pflegen enge Kontakte zum Berliner Bundestagsabgeordneten Ferat Kocak. Dieser bat Remmo, eine Rede, bei der er die Clans im Bundestag in Schutz nahm (JF berichtete), in seinen Kreisen zu verbreiten.
Kocak und Remmo sprechen sich gegenseitig mit „Bruder“ an. Mitglieder des Remmo-Clans haben das Grüne Gewölbe in Dresden und das Bode-Museum in Berlin ausgeraubt und sind dafür verurteilt worden. (fh)





