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Verteidigungsminister Pistorius: Tango Korrupti: Die Big Band der Bundeswehr als SPD-Kapelle

Verteidigungsminister Pistorius: Tango Korrupti: Die Big Band der Bundeswehr als SPD-Kapelle

Verteidigungsminister Pistorius: Tango Korrupti: Die Big Band der Bundeswehr als SPD-Kapelle

Die Big Band der Bundeswehr tritt vorschriftswidrig für die SPD auf. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will sich dazu nicht äußern.
Die Big Band der Bundeswehr tritt vorschriftswidrig für die SPD auf. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will sich dazu nicht äußern.
Die Big Band der Bundeswehr tritt vorschriftswidrig für die SPD auf. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will sich dazu nicht äußern. Foto: IMAGO / Funke Foto Services
Verteidigungsminister Pistorius
 

Tango Korrupti: Die Big Band der Bundeswehr als SPD-Kapelle

Die Big Band der Bundeswehr darf nicht für Parteien auftreten. Einen Tag nach der Sachsen-Anhalt-Wahl tut sie es trotzdem – bei der SPD. Missbraucht Verteidigungsminister Pistorius das Musikkorps für seine Partei?
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BERLIN. Es war ein schwerer Schlag für die etablierten Parteien: In Sachsen-Anhalt hatte die AfD einen haushohen Wahlsieg eingefahren. Einen Tag später, am 7. September, beim Gartenfest des Seeheimer Kreises der SPD-Fraktion, wollte man den Frust bekämpfen – mit Bier, Wein, edlen Speisen und Musik.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) war zum Koalitionspartner in den Garten der Parlamentarischen Gesellschaft gekommen und beschwor am Mikrofon den Zusammenhalt der „demokratischen Parteien“. Dazu spielte die Big Band der Bundeswehr Swing, Rock und Pop.

Ob auch Rainhard Fendrichs bekannter „Tango Korrupti“ gespielt wurde, ist nicht überliefert. Das Lied hätte aber gepasst. Denn auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gehört zum Seeheimer Kreis – und ihm untersteht die Bundeswehr und damit auch deren Big Band. Diese darf „gemäß Vorschrift“ nicht bei „Veranstaltungen mit parteipolitischem Charakter“ auftreten, wie das für den Militärmusikdienst zuständige Unterstützungskommando der Welt mitteilte.

„Fehleinschätzung“ der Big Band?

Am Montag nach der Sachsen-Anhalt-Wahl taten es die 24 Musiker trotzdem. Wie konnte es zu dem Verstoß kommen? Hatte Pistorius seine Finger im Spiel? Das Verteidigungsministerium verweigert dazu jede Auskunft, sondern verweist stattdessen an den Militärmusikdienst.

Und der schiebt jede Verantwortung auf die Big Band: „In diesem Fall kam es allerdings zu einer Fehleinschätzung direkt bei der Big Band, speziell im Bereich der zuständigen Auftrittsplanung.“ Er räumt auch ein, dass es „andere vergleichbare Auftritte der Militärmusik“ noch nie gegeben habe.

Warum die „Fehleinschätzung“ ausgerechnet bei der SPD und den Seeheimern von Pistorius erfolgte, soll nun geprüft werden. Es heißt, die zuständigen Vorgesetzten würden nun untersuchen, „wie es zu dieser Fehleinschätzung und Fehlplanung kam. Sie werden sicherstellen, dass die einschlägigen Vorgaben der Vorschrift bei der zukünftigen Auftrittsplanung der Militärmusik stringente Anwendung finden.“

„Plötzlich lacht der Herr Minister“

Der Geschäftsführer des Seeheimer Kreises, Martin Heßelbarth, versuchte gegenüber der Welt, Pistorius aus der Schusslinie zu nehmen: Seit über 50 Jahren sei seine Organisation „überzeugter Unterstützer unserer Parlamentsarmee“. Weil man die Arbeit der Big Band als kulturelles Aushängeschild der Bundeswehr schätze, habe man den Auftritt angefragt: „Die Zusage empfinden wir als große Wertschätzung.“


Bei Rainhard Fendrich heißt es: „Man reicht den Umschlag in den Wagen, die Herzen schlagen, der Handel ist perfekt. Durch eine großzügige Spende kriegt man am Ende fast jedes Großprojekt. Plötzlich lacht der Herr Minister, denn er kennt dieses Geknister, und er hat auf seinen Lippen eine kleine Melodie: Tango Korrupti – wenn einer draufkommt und entpuppt di.“ (fh)

Die Big Band der Bundeswehr tritt vorschriftswidrig für die SPD auf. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will sich dazu nicht äußern. Foto: IMAGO / Funke Foto Services
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