BERLIN. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt der CDU allen Umfragen zufolge nur eine Kooperation mit der Linkspartei oder der AfD, um an der Macht zu bleiben. Zwei frühere Spitzenpolitiker haben nun eindringlich vor jeder Kooperation mit der CDU gewarnt.
Der unter dem Grünen-Ministerpräsident Wilfried Kretschmann zehn Jahre lang als baden-württembergischer Innenminister tätige Thomas Strobl kündigte sogar seinen Parteiaustritt an. Er drohte dies für den Fall an, sollte die CDU in Sachsen-Anhalt in irgendeiner Form mit der in Umfragen nahe an der absoluten Mehrheit liegenden AfD zusammenarbeiten.
Strobl hat kein Problem mit der Linkspartei
Strobl wurde nach der Wahl in Baden-Württemberg im Frühjahr Landtagspräsident. Er kündigte in Bezug auf eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung bei „Table.Briefings“ auch an: „Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um das zu verhindern.“
Noch habe er, so erklärte der Politiker, die Hoffnung, dass das gelingen könne. Sollte der Fall aber eintreten, dann werde er seine Partei verlassen. „Dann ist das nicht mehr meine CDU“, sagte Strobl. Für eine wahrscheinliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei, die auch Kanzler Friedrich Merz nicht ausschließen will (JF berichtete), drohte Strobl nicht mit Parteiaustritt.
Kauder: „Sonst ist die CDU erledigt“
Auch der langjährige Chef der Unionsfraktion im Bundestag, der ebenfalls aus Baden-Württemberg stammende Volker Kauder, warnte vor jeglicher Art von Zusammenarbeit mit der AfD. Er sagte bei Table.Briefings: „Wir müssen aus der Geschichte lernen, uns nicht täuschen zu lassen.“ Und weiter: „Ich bin entsetzt, wenn ich in Gesprächen höre: Ihr müsst es halt mal probieren.“

Die Brandmauer müsse halten, verlangte Kauder, der als enger Vertrauter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) galt: „Sonst ist die CDU erledigt.“ Kauder räumte ein, dass eine Zusammenarbeit mit der Linken seine Partei auch zerreißen könne. „Aber AfD auf keinen Fall. Das müssen wir gelernt haben.“ (fh)






