DESSAU. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat das Verfahren gegen den Kabarettisten Uwe Steimle eingestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der JUNGEN FREIHEIT. Seit Juli hatte die Behörde gegen Steimle wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen den Paragraphen 126 des Strafgesetzbuches ermittelt (JF berichtete), nachdem dieser während eines Auftritts bei einer AfD-Veranstaltung in Bezug auf Bundeskanzler Friedrich Merz gescherzt hatte: „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“
Der Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte im Juli 1944 versucht, Adolf Hitler bei einem Bombenattentat zu töten. Der Stauffenberg-Enkel Karl Graf von Stauffenberg hatte die Äußerungen daraufhin scharf kritisiert und Steimle dazu aufgefordert, sich nie wieder auf diese Weise zu äußern. Steimle unterschrieb anschließend eine entsprechende Unterlassungserklärung.

Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT hatte Steimle die Ermittlungen scharf kritisiert (JF berichtete). „Gegen das Missverstehenwollen bin ich ohnmächtig“, sagte er. Es gibt da einen schönen Satz von Kurt Tucholsky: ‚In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, als viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht’“. (lb)





