BERLIN. Der Unions-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn hat angekündigt, seinen Sitz im Haushaltsausschuss des Bundestags aufzugeben. „Nach reiflicher Überlegung über das Wochenende“ sei er zu dem Entschluss gekommen, wie mehrere Medien berichten. „Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird“, zitierte der Spiegel. Ohnehin soll Spahn kurz vor dem Rauswurf aus dem Ausschuss gestanden haben.
In Absprache mit Fraktionschef Thorsten Frei werde er sich vorerst auf seine Arbeit im Wahlkreis und seine Familie konzentrieren. Mit „etwas zeitlichem Abstand“ werde sich anschließend entscheiden, „mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten“ es für ihn weitergehe.
Hintergrund ist eine in der vergangenen Woche bekannt gewordene Reise des Politikers nach Sardinien. Spahn fehlte wegen dieser Reise bei einer Sitzung des Haushaltsausschusses – soll allerdings fälschlicherweise angegeben haben, sich um sein krankes Kind kümmern zu müssen. Kurz darauf veröffentlichte die Bild Fotos, auf denen Spahn mit seinem Mann und dem Kind an einem Flughafen in Sardinien zu sehen war.
Im Juli musste Spahn als Unionsfraktionschef zurücktreten
Kurz darauf löschte die Zeitung den Artikel jedoch wieder und entschuldigte sich. Das Foto sei „in einem privaten Rahmen entstanden“. Eine Veröffentlichung verstoße daher gegen die Richtlinien des Mediums.
Spahn war erst seit kurzem Mitglied des Haushaltsausschusses. Zuvor, im Juli, war er von seinem Amt als Unionsfraktionschef zurückgetreten. Hintergrund dieses Abtretens war die Bekanntgabe seiner Vaterschaft durch eine Leihmutterschaft in den USA (JF berichtete). Diese Prozedur ist in Deutschland verboten – und sowohl die Union als auch Spahn selbst hatten sich zuvor gegen eine Legalisierung ausgesprochen. (lb)






