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Bildungsmisere: Saskia Esken verlangt wegen Pisa-Schock höhere Steuern

Bildungsmisere: Saskia Esken verlangt wegen Pisa-Schock höhere Steuern

Bildungsmisere: Saskia Esken verlangt wegen Pisa-Schock höhere Steuern

Ex-SPD-Chefin Saskia Esken zur Pisa-Studie: „Unseren Schulen gelingt es nicht, die Nachteile auszugleichen, in die viele Kinder schon hineingeboren werden.“ Foto: IMAGO / Future Image
Ex-SPD-Chefin Saskia Esken zur Pisa-Studie: „Unseren Schulen gelingt es nicht, die Nachteile auszugleichen, in die viele Kinder schon hineingeboren werden.“ Foto: IMAGO / Future Image
Ex-SPD-Chefin Saskia Esken: „Unseren Schulen gelingt es nicht, die Nachteile auszugleichen, in die viele Kinder schon hineingeboren werden.“ Foto: IMAGO / Future Image
Bildungsmisere
 

Saskia Esken verlangt wegen Pisa-Schock höhere Steuern

Die Schüler in Deutschland schneiden in der Pisa-Studie so schlecht ab wie nie. SPD-Politikerin Saskia Esken will das Problem mit noch höheren Steuern lösen. Die schlechten Ergebnisse von Migranten erwähnt sie hingegen nicht.
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BERLIN. Nach den bisher schlechtesten Ergebnissen von Schülern in Deutschland im weltweiten Pisa-Ländervergleich (JF berichtete) hat Ex-SPD-Chefin Saskia Esken höhere Steuern zur Finanzierung des Bildungssystems gefordert. „Unseren Schulen gelingt es nicht, die Nachteile auszugleichen, in die viele Kinder schon hineingeboren werden“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag am Dienstag. „In kaum einem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft so stark über die Chancen und den Lebensweg der Menschen.“

Esken forderte unter anderem, das sogenannte Startchancenprogramm der Bundesregierung aufzustocken. Damit werden Brennpunktschulen mit zwei Milliarden Euro jährlich gefördert, wovon die Hälfte der Finanzierung auf den Bund entfällt. Laut Esken erreiche man damit derzeit rund zehn Prozent der Schulen. „Mit einer erweiterten Finanzierung durch einen höheren Beitrag der sehr hohen Vermögen und Erbschaften in unserem Land könnte dieser Anteil gut auf 30 bis 50 Prozent gesteigert werden.“

Zudem plädierte die SPD-Bundestagsabgeordnete für einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule, bundesweite Qualitätsstandards für die Kinderbetreuung und die Abschaffung der Kitagebühren.

AfD-Abgeordneter René Springer: „‘Vielfalt’ ist keine Stärke“

Linksfraktion-Chefin Heidi Reichinnek warf der schwarz-roten Bundesregierung ein „Versagen“ vor. „Dass der Bildungserfolg in Deutschland so stark von der sozialen Herkunft abhängt, macht wütend und überrascht leider überhaupt nicht“, sagte sie der Rheinischen Post. Kürzungen im Bildungsbereich zementierten demnach die Spaltung und beraubten Kinder ihrer Chancen. Wer was für die Schüler tun wolle, müsse in Schulen, Kitas und Personal investieren.

Lesen Sie hier über die schwierigen Bedingungen für Lehrer an deutschen Schulen.

Die Grünen-Bundestagsfraktion forderte neben höheren Bildungsausgaben eine „gemeinsame Bildungsoffensive“ von Bund und Ländern, die sich auf nationale Bildungsziele einige. Der bildungspolitische Föderalismus habe demnach nicht zum „Wettstreit um die beste Bildungspolitik“ geführt, sondern eine „kooperative Bildungspolitik ‘aus einem Guss’“ verhindert. Mit Blick auf die in der Studie erwähnten Folgen der Nutzung digitaler Geräte bekräftigten die Grünen zudem ihre Forderung nach der Regulierung sozialer Medien. Zudem wollten sie einen „Nationalen Medienkompetenzfonds“, der digitale Bildung und Förderung der Medienkompetenz unterstütze.

Dagegen betonte der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer, dass die schlechten Werte migrantischer Schüler in die Statistik einflößen. „Wir sehen: ‘Vielfalt’ ist keine Stärke, zumindest nicht die der Bundesregierung“, schrieb der sozialpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion auf dem Kurznachrichtendienst X. „Wer den deutschen Bildungsstandort wettbewerbsfähig machen will, wird um Remigrationsfragen nicht herumkommen. Ansonsten stecken wir nur weiter Milliarden in die Verwaltung des Bildungsniedergangs.“

Bildungsministerin Prien nennt Pisa-Ergebnisse „dramatisch“

Bei der jüngsten Pisa-Studie erreichten die Schüler in Deutschland die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2000. Bei den Tests der Lesekompetenz bekamen die untersuchten 15jährigen durchschnittlich 465 Punkte. In Mathematik lag der Wert bei 464 Punkten, in den Naturwissenschaften bei 486 Punkten. Ein Punktwert von 500 gilt dabei als Maßstab, der der Standardabweichung von 100 auf der IQ-Skala entsprechen soll. An der weltweiten Spitze lagen Singapur, Taiwan und Japan sowie vier ausgewählte chinesische Großstädte.

Die OECD führt den Rückgang in Deutschland unter anderem auf die Einwanderung zurück. Während deutsche Schüler ohne Einwanderungshintergrund 521 in den Naturwissenschaften-Tests erreichten, kamen eingewanderte 15jährige, die mit mindestens elf Jahren nach Deutschland gekommen waren, auf lediglich 392 Punkte. Gleichwohl betonten die Verantwortlichen für die Pisa-Studie, dass die Migration „nie der Haupttreiber“ der negativen Tendenz sei. So sei die gesunkene Lesekompetenz der 15jährigen vor allem auf „wachsende Schwierigkeiten, die Aufgaben zu erfüllen, die konstantes Engagement erfordern“, zurückzuführen, etwa durch eine intensivierte Nutzung digitaler Geräte sowie Nachwirkungen der Corona-Pandemie.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte die Ergebnisse „dramatisch“. „Zu viele Jugendliche erreichen nicht die erforderlichen Basiskompetenzen, die sie für ihren weiteren Bildungsweg brauchen.“ Ein zukunftsfähiges Bildungssystem müsse „früher ansetzen“, bevor sich Benachteiligungen verfestigten. Gegenüber der dpa ergänzte sie, dass sich die Schülerschaft verändert habe. „Dies keineswegs nur durch Zuwanderung, sondern auch durch Erziehungsmethoden, durch die Art und Weise, wie Familien leben, die Anzahl der Alleinerziehenden, den Einfluss von Bildschirmzeiten und durch Social Media.“ (kuk)

Ex-SPD-Chefin Saskia Esken: „Unseren Schulen gelingt es nicht, die Nachteile auszugleichen, in die viele Kinder schon hineingeboren werden.“ Foto: IMAGO / Future Image
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