BERLIN. Der Mann, der mutmaßlich die Sprengstoffanschläge gegen mehrere Umspannwerke in NRW, Brandenburg und Sachsen begangen haben soll, ist gefasst worden. Die Polizei nahm Daniel V. am Dienstag fest, wie Bild berichtet. Der 48jährige soll im Raum Weisweiler (NRW) in der Nähe des dortigen Kraftwerks in eine Verkehrskontrolle geraten sein – und wurde festgenommen. V. hatte sich zuvor bereits in zwei Selbstbezichtigungsschreiben zu den Anschlägen bekannt und den „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ als Tatmotiv benannt (JF berichtete).
Das zweite Selbstbezichtigungsschreiben war erst am Montag in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler in NRW gefunden worden. Die Polizei hatte es in der Nähe von zuvor entdeckten Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen entdeckt, wie die Polizei Köln mitteilte. Aus „taktischen Gründen“ wollte sie nicht näher auf dessen Inhalt eingehen.
Auch in der sächsischen Oberlausitz waren am Freitag Sprengsätze in der Nähe elektrischer Infrastruktur entdeckt und entschärft worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen mitteilten. Insgesamt 21 Sprengvorrichtungen waren demnach in der unmittelbaren Nähe von Hochspannungstrassen platziert worden und bedrohten die elektrische Infrastruktur des Bundeslandes. Betroffen war das Umspannwerk Graustein in der Nähe der Gemeinde Schleife. Die Behörde vermutet, dass die Sprengsätze für Anschläge auf die Stromversorgung aufgestellt worden waren.
Tatmotiv soll „Klimaextremismus“ sein
Der Tatverdächtige gilt als Einzelgänger ohne bekannten Beruf, Partnerin oder Kinder. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte von „Klimaextremismus“ als Tatmotiv gesprochen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte betont, es sei noch unklar, ob V. Komplizen bei den Taten hatte.

Vor einer Woche waren an einem Umspannwerk in Brandenburg, nahe der Gemeinden Preilack und Tauer, Sprengsätze explodiert. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach von versuchter Sabotage und erklärte, Ziel der Täter sei es gewesen, leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung fliegen zu lassen, um so einen Kurzschluss zu erzeugen – was auch in zwei Fällen gelungen sei. Die Explosionen seien so heftig gewesen, dass es am Boden zu einer „Aufwühlung von Erde“ gekommen sei. Die allgemeine Stromversorgung soll laut Presseberichten allerdings nicht beeinträchtigt gewesen sein (lb).




