BAD KREUZNACH. Bei einem Angriff auf einen AfD-Infostand in Bad Kreuznach mit einer Reizflüssigkeit sind neun Menschen verletzt worden. Zwei davon seien kurzzeitig zu einer weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei am Mittwochabend mit. Ein Tatverdächtiger konnte demnach ermittelt werden. Am Nachmittag waren unter anderem der AfD-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Sebastian Münzenmaier, seine Bundestagskollegin Nicole Höchst sowie die Landtagsabgeordneten Damian Lohr und Jürgen Klein vor Ort.
Laut Höchst habe es sich bei der Substanz um konzentriertes Chlorphenol gehandelt. Das Desinfektionsmittel sei aus dem Fenster eines nahegelegenen Labors auf den Stand und die anwesenden Personen gekippt worden. Für Chlorphenol gelten in Deutschland strenge Sicherheitsvorkehrungen. So muss die Substanz unter Verschluss aufbewahrt werden, da sie systemische Vergiftungen über die Haut verursachen kann. Gegenüber dem SWR sagte die Bundestagsabgeordnete, der Sonnenschirm der Partei habe einiges der Flüssigkeit abgehalten.
AfD-Politiker wurden 2025 am häufigsten angegriffen
AfD-Landeschef Münzenmaier verurteilte den Angriff. „Wer glaubt, uns mit Chemikalien, statt Argumenten bekämpfen zu müssen, hat den politischen Wettstreit bereits verloren.“ Sollten die übrigen Parteien im Landtag zu dem Angriff schweigen, gelte dies als „Zustimmung“, fügte er hinzu. „Wir lassen uns von solchen Methoden nicht einschüchtern. Wir stehen weiter auf den Marktplätzen und bleiben im Gespräch mit den Bürgern.“ Höchst sprach zudem von einem „feigen Angriff“. Man habe in Bad Kreuznach mit einer Demo gerechnet, aber nicht damit, fügte sie gegenüber dem SWR hinzu.
Vergangenen Montag hatten sich Linksextremisten zudem zu einem Farbanschlag auf das Haus des Vorsitzenden der Generation Deutschland in Baden-Württemberg, Benjamin Götz, bekannt (JF berichtete). Die Angreifer bewarfen die Fassade, ein Fenster sowie die dort hängende Deutschlandflagge des GD-Landeschefs mit roten Farbbeuteln. Auf den Garagentoren hinterließen sie zudem die orange Aufschrift „Nazi“ in Großbuchstaben.
2025 waren AfD-Mitglieder am häufigsten Opfer von gewalttätigen Angriffen gewesen. Insgesamt 121 von 183 der im vergangenen Jahr verzeichneten Angriffe betrafen die Repräsentanten der Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla, teilte die Bundesregierung im Mai mit (JF berichtete). Zudem waren Parteigebäude und -einrichtungen der AfD und der Unionsparteien am häufigsten attackiert worden. (kuk)






