Anzeige
Anzeige

Mecklenburg-Vorpommern: Mitten im Wahlkampf: Behörden verschweigen Vergewaltigung durch Asylbewerber

Mecklenburg-Vorpommern: Mitten im Wahlkampf: Behörden verschweigen Vergewaltigung durch Asylbewerber

Mecklenburg-Vorpommern: Mitten im Wahlkampf: Behörden verschweigen Vergewaltigung durch Asylbewerber

Vergewaltigung. Die Spitzenkandidaten der beiden in den Umfragen dominierenden Parteien in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuele Schwesig (SPD) und Erik Holm (AfD). Foto (2) Picture Alliance / Stefan Sauer / Danny Gohlke
Vergewaltigung. Die Spitzenkandidaten der beiden in den Umfragen dominierenden Parteien in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuele Schwesig (SPD) und Erik Holm (AfD). Foto (2) Picture Alliance / Stefan Sauer / Danny Gohlke
Die Spitzenkandidaten der beiden in den Umfragen dominierenden Parteien in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuele Schwesig (SPD) und Erik Holm (AfD). Foto (2) Picture Alliance / Stefan Sauer / Danny Gohlke
Mecklenburg-Vorpommern
 

Mitten im Wahlkampf: Behörden verschweigen Vergewaltigung durch Asylbewerber

Eine Deutsche wird am hellichten Tag vergewaltigt. Am folgenden Abend sitzt ein abgelehnter Asylbewerber in Haft. Die Öffentlichkeit erfährt wochenlang nichts von dem Fall. In Mecklenburg-Vorpommern wird bald gewählt.
Anzeige

FRIEDLAND. Eine 27 Jahre alte Deutsche ist bereits am 9. August in der mecklenburgischen Kleinstadt Friedland von einem Mann in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 24 Jahre alter abgelehnter Asylbewerber aus Benin, wurde bereits am folgenden Abend festgenommen. Dennoch machten die Behörden die Tat zunächst nicht öffentlich.

Die Frau war am Nachmittag alleine unterwegs, als der Angreifer sie den Ermittlungen zufolge überwältigte und hinter eine ehemalige Gaststätte zerrte.

Dort soll er sie vergewaltigt und verletzt zurückgelassen haben. Anschließend gelang ihm zunächst die Flucht. Das Opfer konnte den Mann und dessen Kleidung jedoch so genau beschreiben, dass die Ermittler nach eigenen Angaben schnell einen konkreten Verdächtigen im Visier hatten. Deshalb verzichtete die Polizei laut Berichten auf einen öffentlichen Zeugenaufruf. Eine Fahndung hätte die Festnahme gefährden können, begründete eine Sprecherin das Vorgehen gegenüber der Bild-Zeitung.

Vor Vergewaltigung gegen Abschiebung geklagt

Am Abend des 10. August nahmen Polizisten den Verdächtigen noch in Friedland fest. Der Mann soll sich häufiger im Umfeld einer örtlichen Asylunterkunft aufgehalten haben, dort aber nicht untergebracht gewesen sein. Inzwischen sitzt er wegen des Verdachts der Vergewaltigung in Untersuchungshaft.

Trotz der raschen Festnahme informierten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit über das Verbrechen. Erst Medienanfragen machen den Fall Anfang September, mehr als drei Wochen später, bekannt. Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Entscheidung mit dem Schutz des Opfers. Warum nicht wenigstens in anonymisierter Form über die Tat und die Festnahme berichtet wurde, blieb offen.

Der Asylantrag des Mannes aus Benin war zuvor abgelehnt worden. Da er gegen die Entscheidung geklagt hat, ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Erst danach soll über eine mögliche Abschiebung entschieden werden.

Schweigen fällt in die heiße Wahlkampfphase

Besondere Brisanz erhält die Unterdrückung der Information durch die bevorstehende Landtagswahl. Mecklenburg-Vorpommern wählt am 20. September ein neues Parlament. Die Themen Migration und innere Sicherheit spielen im Wahlkampf eine zentrale Rolle.

In einer aktuellen Forsa-Umfrage liegt die AfD mit 37 Prozent deutlich vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die auf 28 Prozent kommt. Das Schweigen der Behörden über eine mutmaßliche Vergewaltigung durch einen abgelehnten Asylbewerber fiel damit genau in die entscheidende Phase des Wahlkampfes. (rr)

Die Spitzenkandidaten der beiden in den Umfragen dominierenden Parteien in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuele Schwesig (SPD) und Erik Holm (AfD). Foto (2) Picture Alliance / Stefan Sauer / Danny Gohlke
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles