BERLIN. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat es offenbar nicht geschafft, die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp abzusetzen. Er habe sie in zwei Gesprächen darum gebeten, zurückzutreten, berichtet der gut informierte Journalist Robin Alexander auf X.
Stumpp habe Merz entgegnet, dass sie laut der CDU-Satzung zwar vom Parteivorsitzenden vorgeschlagen, aber schlussendlich von den Delegierten auf einem Parteitag gewählt werde. Und nur auf solch einem Parteitag könne sie wieder abgewählt werden.
Leihmutterschaftsskandal zieht weitere Kreise
Der Streit schließe an einen langanhaltenden parteiinternen Interessenkonflikt an, schreibt Alexander. Bereits 2021, als Merz zum dritten Mal als Parteivorsitzender der CDU kandidierte, hätten seine Konkurrenten nach einer weiblichen Generalsekretärin gesucht. Merz habe ebenfalls nach einer gesucht, aber keine geeignete gefunden. Deswegen habe er sich dafür entschieden, zwar mit einem männlichen Generalsekretär zu kandidieren, dafür aber den Posten des stellvertretenden Generalsekretärs einzuführen. Diesen erhielt Stumpp.
(1/9) Als Vorgeschmack auf die morgige Folge des „Machtwechsel“-Podcast eine sehr besondere Geschichte aus der CDU: Wie Friedrich Merz versucht, eine stellvertretende Generalsekretärin loszuwerden. Ein kleinteiliger 🧵 👇
— Robin Alexander (@robinalexander_) September 10, 2026
Nach dem Leihmutterschaftsskandal des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag, Jens Spahn (CDU), wurde auch der Generalsekretär ausgetauscht: Franziska Hoppermann trat die Nachfolge von Carsten Linnemann an, der zum neuen Bundesgesundheitsminister berufen wurde (JF berichtete). Stumpp habe versucht, diese Wahl zu verhindern. Die neue Generalsekretärin Hoppermann und sie seien weder politisch noch persönlich Freunde. Stattdessen hätte sie Johannes Steiniger vorgeschlagen, ergänzte Stern-Reporter Julius Betschka.
Stumpp soll agrarpolitische Sprecherin werden
Parteiintern werde der gesamte Vorgang als ungeheuerlich bewertet, führte Robin Alexander aus. Am Donnerstagabend werde deswegen ein Treffen der Landesgruppenvorsitzenden in der Fraktion stattfinden, bei dem eine Lösung gefunden werden soll.

Der derzeitige Plan sei, dass Stumpp zur agrarpolitischen Sprecherin der Unionsfraktion ernannt werde. Problem sei aber, dass es bereits weitere Kandidaten für diesen Posten gebe. Da die derzeitige Vize-Generalsekretärin aus Baden-Württemberg kommt, müsse deswegen an anderer Stelle Niedersachsen kompensiert werden. Zudem solle Stumpp ihren Posten eigenständig aufgeben, damit es nach einer freiwilligen Entscheidung aussehe. Bisher sei sie misstrauisch und nicht dazu bereit, dem Folge zu leisten.
Die Vize-Generalsekretärin äußerte sich bisher nicht zu dem Fall. Sie dementierte lediglich das Gerücht, dass sie ihren Posten schon aufgegeben hätte. (mas)





