SCHWERIN. Die Grünen-Landesvorsitzende Katharina Horn lässt zum Beginn der Sondierungen mit SPD und Linkspartei ihr Amt ruhen. Bei der Vorstandswahl im November werde sie nicht erneut antreten, erklärte die 28jährige. Auch an den Gesprächen über eine mögliche Regierungsbeteiligung werde sie nicht teilnehmen.
Die gelernte Bootsbauerin begründete ihren Rückzug mit beruflichen Verpflichtungen. „Zeitgleich zu den anstehenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen beginnt für mich die Hochsaison in der Werft“, sagte Horn.
Sie steht seit 2022 gemeinsam mit Ole Krüger an der Spitze des Landesverbands. Krüger und die Spitzenkandidatin Claudia Müller würdigten Horns Arbeit. Bei der Landtagswahl am 20. September hatten die Grünen mit 5,7 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament geschafft. Nun streben sie ein Bündnis mit Sozialdemokraten und Linkspartei an.
Streit um Belästigungsvorwürfe belastete den Wahlkampf
Hinter dem Landesverband liegen monatelange interne Auseinandersetzungen. Im Mittelpunkt standen Beschwerden zweier Fraktionsmitarbeiter gegen die damalige Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs und Belästigung. Oehlrich wies die Anschuldigungen zurück. Von der Fraktion beauftragte externe Juristen stellten nach Angaben der Grünen weder einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz noch fehlerhaftes Führungsverhalten fest.
Der damalige Abgeordnete Hannes Damm hatte nach Angaben von Hinweisgebern auf eine Aufarbeitung gedrängt. Später verlor er seinen Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und scheiterte bei der Aufstellung der Landesliste. Auch Oehlrich konnte ihre zunächst errungene Spitzenkandidatur nicht halten.

Nachdem die Kandidatenliste im Januar neu gewählt werden musste, übernahm die Bundestagsabgeordnete Müller den ersten Platz. Wenige Wochen vor der Landtagswahl gab Oehlrich außerdem den Fraktionsvorsitz ab. Einen Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Rückzug und den parteiinternen Konflikten nannte Horn in ihrer Erklärung nicht. (rr)






