HALLE. Nach dem Willen der Stadt Halle soll die Fridays-for-Future-Organisatorin Luisa Neubauer im Frühjahr 2027 den Preis „Das unerschrockene Wort“ erhalten. In der von Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) unterschriebenen Beschlussvorlage, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, heißt es dazu als Begründung, Neubauer sei mit ihrem Engagement für den Klimaschutz zu „einer prägenden Stimme vieler junger Menschen“ geworden. „Mit öffentlichen Auftritten und ihren Publikationen ruft sie Politik und Öffentlichkeit zum Handeln gegen die Folgen des Klimawandels auf“, heißt es weiter in dem Schreiben.
Der Preis „Das unerschrockene Wort“ wird seit 1996 verliehen und wurde von allen 16 Lutherstädten gemeinsam gestiftet. Seit 1999 wird die Auszeichnung in einem festen Rhythmus alle zwei Jahre vergeben. Die Verleihung findet immer im Frühjahr statt – in Erinnerung an Martin Luthers Auftritt vor dem Reichstag in Worms im April 1521.

Jede der teilnehmenden Städte kann maximal einen Kandidaten für den Preis vorschlagen. Anschließend tagen 22 Jurymitglieder (die 16 Bürgermeister und sechs Personen des öffentlichen Lebens) und stimmen über den künftigen Sieger ab. Bisher erhielten die Ehrung unter anderem die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazia“, das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit sowie der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner.
Auch die Bürger haben die Möglichkeit, geeignete Kandidaten für den Preis vorzuschlagen. Die Beschlussvorlage der Stadt Halle schreibt dazu: „Die Stadt hat über den Pressedienst und das Amtsblatt die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt in der Zeit vom 17. Juni 2026 bis zum 15. Juli 2026 dazu aufgerufen, Vorschläge für Kandidatinnen und Kandidaten einzureichen. Es sind keine Vorschläge aus der Einwohnerschaft eingegangen.“
Der Preis „Das unerschrockene Wort“ ist mit 10.000 Euro dotiert, finanziert aus den kommunalen Haushalten der 16 Lutherstädte. (st)





