13.45 Uhr: Der international renommierte Wettanbieter „Polymarket“ hat der AfD geringe Chancen zugerechnet, in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit zu erreichen. Die Frage „Wird die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit der Sitze erhalten“, wird dort von 13 Prozent der Nutzer mit „ja“ beantwortet. Zum Vergleich: Am Höchststand der Befragung Mitte Juni lag dieser Wert bei 54 Prozent.
„Polymarket“ wurde 2020 gegründet und ist eine der größten Wettplattformen der Welt. Dort kann auf Sportergebnisse, Wahlen und andere politische Ereignisse, etwa den Bitcoin-Kurs oder den Ausgang des Ukraine-Kriegs gewettet werden.
13.10 Uhr: Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, hat seinem AfD-Konkurrenten Ulrich Siegmund die Eignung für das Amt des Ministerpräsidenten abgesprochen. „Herr Siegmund ist permanent nur in seiner AfD-Blase unterwegs und sagt, für diese Menschen möchte er Ministerpräsident sein“, sagte Schulze dem Tagesspiegel. Die Mehrheit der Bürger in Sachsen-Anhalt wollte nicht von der AfD regiert werden, zeigte sich Schulze überzeugt. Ein Ministerpräsident müsse für alle Bürger seines Landes da sein.
Auch warf Schulze Siegmund vor, nichts gegen Grenzüberschreitungen in der eigenen Partei und Fraktion zu unternehmen. So habe sich der AfD-Spitzenkandidat nicht von seinem Parteifreund Hans-Thomas Tillschneider distanziert, der eine Tasse der russischen Armee in seinem Büro stehen hat. „Da hätte Herr Siegmund doch sagen müssen: Das möchte ich nicht in meiner Partei. Aber was macht er? Gar nichts“, monierte Schulze.
12.30 Uhr: Die Schlagersängerin Annemarie Eilfeld hat sich geweigert, sich in den sachsen-anhaltischen Wahlkampf einzuschalten. Sie habe in den vergangenen Wochen „so viele Anfragen bekommen von Organisationen, von Vereinen, für bestimmte Parteien Werbung zu machen“, sagte Eilfeld in einem Video, das aktuell auf X kursiert. Es sei den Verantwortlichen darum gegangen, dass Eilfeld sich „gegen eine bestimmte Partei positionieren“ sollte.
Respekt an Annemarie Eilfeld!
Sie lässt sich nicht vor den politischen Karren spannen & lehnt Angebote ab, Stimmung gegen eine best. Partei zu machen.
Sie bleibt bei ihren Leisten, versteht sich als Künstlerin & heißt jeden willkommen. Musik verbindet, statt moralisch zu werten! pic.twitter.com/2fdwtgOLDf— Der Prophet (@AldousHuxIey) September 1, 2026
Die in Sachsen-Anhalt geborene Sängerin betonte: „Ich lasse mich nicht vor irgendeinen politischen Karren spannen.“ Wahlen seien nicht ohne Grund geheim, unterstrich Eilfeld. Als Künstlerin sei es nicht ihre Aufgabe, „die Menschen gegeneinander aufzuhetzen“. Vielmehr liebe sie ihre Arbeit, weil sie mit Musik Menschen verbinde. Bei ihren Konzerten sei „jeder willkommen“, betonte die 36jährige.
11.45 Uhr: Die AfD hat in Sachsen-Anhalt einen neuen Rekord-Umfragewert erreicht. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Nius“ steht die Rechtspartei nun in dem Bundesland bei 43 Prozent, gefolgt von der CDU mit 22 Prozent. Die Linkspartei käme auf zwölf Prozent, die SPD auf sieben Prozent.

Die Grünen kämen, sollte tatsächlich der Umfrage entsprechend gewählt werden, mit fünf Prozent knapp in den Landtag. Das BSW (vier Prozent) und die FDP (drei) Prozent wären nicht mehr im neuen Landesparlament vertreten. Damit hätte die AfD keine eigene Mehrheit im kommenden Landtag.

Auch die Zustimmung für AfD-Spitzenkandidat Siegmund steigt. Könnten die Bürger in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 39 Prozent für ihn entscheiden, seinen Konkurrenzen Sven Schulze (CDU) lediglich 28 Prozent. Neben den 43 Prozent der Bürger, die definitiv AfD wählen wollen, gaben weitere fünf Prozent an, sich das vorstellen zu können.
11.30 Uhr: Die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, hat die Ostdeutschen gegen Vorwürfe verteidigt, zu politischem Extremismus zu neigen. „Die“ Ostdeutschen als Monolith gebe es nicht, sagte Birthler dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Wer sich für die Demokratie einsetze, sei auch im Osten nach wie vor in der Mehrheit.
In Sachsen-Anhalt sei derzeit eine vielfältige und vitale Zivilgesellschaft zu sehen, betonte Birthler. „Vielleicht hat jetzt auch die Gefahr, die durch die AfD droht, viele Menschen mobilisiert“, fügte sie hinzu.
Dass die AfD in Ostdeutschland besonders stark ist, hat für Birthler historische Gründe. „So wurde der Nationalsozialismus in der DDR nie wirklich aufgearbeitet. Zwar hat dieser Prozess in Westdeutschland lange gebraucht. Aber dann, ab den 60er und 70 Jahren, gab es intensive Auseinandersetzungen, auch mit der eigenen Verantwortung.“ In der DDR sei das anders gewesen, schließlich definierte sich dieser Staat als antifaschistisch.
10.55 Uhr: Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, hat mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vor gesellschaftlicher Polarisierung gewarnt. „Das Ergebnis kann die politischen Verhältnisse in Ländern, Parteien und der Bundesregierung weiter verkomplizieren“, sagte er am Mittwoch bei dem Bankengipfel des Handelsblatts. Ohne dabei die AfD namentlich zu erwähnen, argumentierte Sewing, dass populistische Parteien „den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen“.
Sewing führte aus: „Abschottung, Nationalismus und das Schüren von Misstrauen lösen kein einziges unserer Probleme.“ Stattdessen würde dadurch der Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt bedroht. Das gefährde „das Wichtigste, was wir brauchen: Wachstum“, betonte Sewing. Ohne wachsende Wirtschaft sinke auch das Vertrauen der Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates, warnte der 56jährige.
Es brauche „Offenheit nach außen und Reformen nach innen“, zeigte sich der Bank-Chef überzeugt. Für das Wohlergehen Sachsen-Anhalts und der Bundesrepublik seien „ein klares Bekenntnis zu Europa, ein noch stärkerer Binnenmarkt, mehr Handelsabkommen und verlässliche internationale Zusammenarbeit“ unabdingbar. Auch „eine Offenheit für Fachkräfte aus anderen Ländern“ sei essentiell für gute wirtschaftliche Zustände.
10.15 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen hat angegeben, sich Sorgen vor einer AfD-Regierung zu machen. 41 Prozent sagten, die Rechtspartei sei eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland, weitere zwölf Prozent stimmten dieser Aussage eher zu, wie aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Spiegels hervorgeht. Dabei zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen Ost und West: In Westdeutschland halten 57 Prozent der Bürger die AfD für gefährlich, im Osten sind das lediglich 38 Prozent.
Für die Umfrage wurden zwischen dem 26. und 31. August bundesweit etwa 2.100 wahlberechtigte Personen befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.






