14.30 Uhr: Damit beendet die JUNGE FREIHEIT für heute ihren Liveticker. Am Sonntagvormittag geht es an dieser Stelle weiter mit allen wichtigen Ereignissen zu den anstehenden Landtagswahlen.
14.17 Uhr: In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg ist es zu einem Angriff auf einen Wahlkampfstand des BSW gekommen. Personen wurden dabei nicht attackiert, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Nach Angaben aus BSW-Kreisen wurde der Stand fast vollständig zerstört.
Inzwischen ermittelt die Polizei, es gebe einen Tatverdächtigen. „Im Zuge des Angriffs wurde auch ein unbeteiligter Mann zu Boden gestoßen, der zu diesem Zeitpunkt sein Baby auf dem Arm trug. Sowohl der Vater als auch das Kind blieben glücklicherweise unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon“, teilte ein Sprecher des BSW mit. „Ebenfalls unter Schock stand ein BSW-Mitglied, das sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Gespräch mit dem Mann befunden hatte“, sagte der Sprecher weiter.
13.59 Uhr: Die Thüringer Landtagsabgeordnete Martina Schweinsburg (CDU) hat die Brandmauer zur AfD scharf kritisiert. „Ich halte diese ganze Brandmauer-Diskussion für derartig bekloppt, auf Deutsch gesagt. Die wird doch in der Praxis überhaupt nicht gelebt“, sagte sie in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.
In ihrem eigenen Bundesland regiert die CDU seit Dezember 2024 mit dem BSW und der SPD, hat jedoch keine parlamentarische Mehrheit und ist daher auf Stimmen aus der Opposition – vor allem von der Linkspartei – angewiesen. Weil ein Beschluss von 2018 der Union jegliche Zusammenarbeit mit der SED-Nachfolgerpartei verbietet, habe man die Thüringer Praxis deshalb als „parlamentarisches Konsultationsverfahren“ bezeichnet.
Für Schweinsburg ist das politische Hütchenspielerei. „Was soll denn der Schwachsinn?“, fragte die Christdemokratin. „Wenn wir zusammenarbeiten müssen, um Mehrheiten zusammenzubringen, dann kann man sich auch ehrlich machen“, forderte die 67jährige.
13.24 Uhr: Brandenburgs amtierender Ministerpräsident, Dietmar Woidke (SPD), hat sich optimistisch geäußert, dass eine AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt verhindert werde. „Ich bin mir sicher, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt in den Wahllokalen zeigen werden, dass sie Sicherheit und Stabilität wollen und keine Spaltung“, sagte Woidke der Nachrichtenagentur dpa.
Ein AfD-geführtes Sachsen-Anhalt hätte laut Woidke keine guten Zukunftsaussichten. „Die Wirtschaftsverbände haben gerade betont: Was die AfD in ihrem Programm plant, schadet der regionalen Wirtschaft und schadet den Menschen.“
Mit Blick auf die aktuellen Umfragen aus Sachsen-Anhalt riet Woidke zur Gelassenheit, denn: „Umfragen sind keine Wahlergebnisse.“ Er wisse das aus eigener Erfahrung in Brandenburg.
13.04 Uhr: Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, hat den Vize-Fraktionschef der Union im Bundestag, Sepp Müller (CDU), scharf kritisiert. Müller hatte zuvor gesagt, der Wählerwille in Sachsen-Anhalt erfordere eine Regierungsbeteiligung der AfD – auch, wenn es für die Rechtspartei nicht zur absoluten Mehrheit reichen sollte.
Haßelmann bezeichnete diese Äußerungen als „fahrlässig“. Von der AfD gingen „große Gefahren für unser Land“ aus. CDU-Politiker sollten „aufhören mit diesen Spekulationen“ über einen möglichen Regierungsauftrag für die AfD. Sollte die Partei um Spitzenkandidat Siegmund keine alleinige Mehrheit erreichen, müssten alle anderen Parteien sich bemühen, eine Landesregierung zu formen, forderte Haßelmann.
12.31 Uhr: Die AfD hat kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ihren Vorsprung vor der CDU weiter ausgebaut. Die AfD steht laut der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Forschungsgruppe Wahlen“ im Auftrag des ZDF aktuell bei 41 Prozent, die CDU bleibt unverändert bei 23 Prozent. Die Linkspartei wäre mit 11,5 Prozent drittstärkste Kraft, gefolgt von der SPD (8,5 Prozent) und den Grünen (sechs Prozent).
Verglichen mit der vergangenen Umfrage des Instituts konnte sich das BSW zwar um einen Prozentpunkt verbessern, wäre mit aktuell vier Prozent jedoch nicht im neuen Landtag vertreten. Die FDP steht in Sachsen-Anhalt unverändert bei drei Prozent.
Bliebe es am Sonntag bei diesen Zahlen, würde es nicht für eine AfD-Regierung reichen.
11.55 Uhr: In Magdeburg haben Unbekannte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine riesige Deutschlandfahne auf die Pflastersteine vor dem Magdeburger Dom gesprüht. Putzkräfte entfernen nun die Farbe von den Steinen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund teilte dazu auf X ein Video, das die Reinigungsarbeiten zeigt.
Unfassbare Bilder aus Sachsen-Anhalt: CDU will keine Deutschland-Flagge? pic.twitter.com/IbrxyfmRon
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) September 4, 2026
Der Vorfall ist politisch brisant, weil genau an diesem Ort am Samstag eine große Veranstaltung stattfinden soll – das sogenannte Demokratiefestival. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze wird dort teilnehmen, unter anderem soll Luisa Neubauer dort eine Rede halten. Wie die JUNGE FREIHEIT am Donnerstag zuerst aufdeckte, finden sich unter den Unterstützer-Organisationen der Veranstaltung einschlägig bekannte linksextreme Vereine. Deutschlandfahnen sind bei der Veranstaltung strikt verboten.
11.20 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Schulze hat die eigene Arbeit als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt gelobt. „Wir haben die Zukunftstechnologien bei uns“, sagte Schulze mit Blick auf sein Bundesland im ZDF- „Morgenmagazin“.
Eine Koalition mit der Linkspartei oder der AfD schloss der Christdemokrat erneut entschieden aus.
10.57 Uhr: Der Schauspieler Dieter „Didi“ Hallervordern hat den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU zur Linkspartei scharf kritisiert. Er halte die Beschlusslage für „einen schweren Fehler“, sagte der 90jährige der Nachrichtenagentur dpa. Diese sei „total überholt“ und „totaler Quatsch“.
Zudem betonte er, seine Unterstützung gelte dem sachsen-anhaltischen CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze – nicht aber Bundeskanzler Merz. Dieser sei „so wenig nötig wie eine Schnecke beim Hürdenlauf“. Sollte die AfD künftig Sachsen-Anhalt regieren, werde er „hier im Land bleiben und weiterkämpfen“, versprach Hallervorden. „Ich verlasse das sinkende Schiff auf keinen Fall.“
Die CDU hatte 2018 beschlossen, „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei konsequent abzulehnen.
10.15 Uhr: Der Frontsänger der Band „Die Ärzte“, Farin Urlaub, hat scharfe Kritik an der AfD geäußert. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, sagte der 62jährige, er blicke „voller Bestürzung“ auf Sachsen-Anhalt – „wie alle Leute, die gerne in einem demokratischen, weltoffenen, freien Land leben würden“.
Es sei bekannt, was die AfD vorhabe, führte der Musiker aus. „Sie will in der Schule anfangen – das haben die Nazis damals auch gemacht. Die Kirchen sollen als nicht-staatliche Freiräume mehr oder weniger aufhören zu existieren. Schon befremdlich.“
Dass es Menschen gebe, die das Wahlprogramm der Rechtspartei lesen und sich anschließend dafür entscheiden, die AfD zu wählen, ist für Urlaub nicht verständlich. „Da haben wir doch als Land komplett versagt“, monierte der „Ärzte“-Sänger.







