DÜSSELDORF. Vom Verfassungsschutz beobachtete linksextreme Organisationen haben sich an den bundesweiten Schülerprotesten gegen Wehrdienst und eine mögliche Wehrpflicht beteiligt. In Düsseldorf waren am Freitag unter anderem Fahnen von „Rebell“, dem Jugendverband der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), zu sehen.
Nach einem Bericht des WDR wehten dort außerdem Fahnen der sozialistischen „Internationalen Jugend“. „Rebell“ hatte den „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ am 25. September auf seiner Internetseite unter den „Terminen der MLPD“ aufgeführt.
Die Mutterpartei wird vom Verfassungsschutz dem linksextremen Spektrum zugerechnet. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hatte bereits im Mai eine „Beeinflussung durch Linksextremisten“ bei den Schülerprotesten festgestellt. Die Behörde nannte neben der MLPD auch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ). Diese hätten für die Demonstrationen mobilisiert. Vertreter dieser Organisationen seien teilweise sogar als Anmelder aufgetreten.

Organisatoren bestreiten Unterwanderung durch Linksextreme
Die Organisatoren bestreiten eine Unterwanderung ihrer Proteste. Die Bewegung sei dezentral organisiert und grundsätzlich für jeden offen, der sich gegen Wehrpflicht und Militarisierung wende. Nach eigenen Angaben mobilisierten die Veranstalter am Freitag mehr als 45.000 Menschen in rund 100 Städten. Eine bundesweit einheitliche Teilnehmerzahl der Polizei liegt nicht vor.
In Berlin-Wedding zählte die Polizei rund 2.400 Demonstranten, in München waren es etwa 700, in Nürnberg 400, in Stuttgart 200 und in Frankfurt am Main 180.
In Duisburg kamen laut WDR dagegen knapp 20 Teilnehmer zusammen, von denen etwa die Hälfte zum Organisationsteam gehörte. Größere Demonstrationen gab es unter anderem in Düsseldorf, Köln und Dortmund. Die Proteste richteten sich gegen den seit Jahresbeginn geltenden neuen Wehrdienst und insbesondere gegen die verpflichtende Musterung junger Männer. Darin sehen die Organisatoren einen Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. (rr)





