BERLIN. Linksextremisten der Klima-NGO „Robin Wood“ haben am Mittwochmorgen das Dach der CDU-Parteizentrale in Berlin-Tiergarten besetzt. Die Berliner Polizei ist mit Höhenrettern vor Ort, um die etwa zehn bis zwölf Eindringlinge auf dem Dach und an der Fassade zu „sichern“ und sie „dann in weitere polizeiliche Maßnahmen zu bringen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath auf X. „Gegen alle Personen werden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs eingeleitet.“
#Update
Unsere Höhenretter der 2. TEE sind jetzt an der Parteizentrale in #Tiergarten und haben Kontakt zu den Personen aufgenommen. Unsere Kollegen werden die Personen professionell sichern, um anschließend weitere polizeiliche Maßnahmen durchzuführen.
^tsm https://t.co/FlXHowKB2j pic.twitter.com/j7m9DmCfZe— Polizei Berlin (@polizeiberlin) September 23, 2026
Mitglieder der Gruppierung installierten laut Polizei sogenannte „Ankerpunkte“ und breiteten Kletterutensilien aus. Danach seilten sie sich an der Glasfassade ab und hängten ein Transparent mit der Aufschrift „Klare Kante gegen rechts: Sozialabbau beenden, Klimakrise bekämpfen! ‘Robin Wood’“ an die Gebäudefront. Vor dem Eingang der CDU-Zentrale zeigten zwei Protestler ein Banner mit der Aufschrift „Demokratie heißt Klimaschutz“.
Eine weitere Person, die eine Drohne steigen ließ, wurde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen luftverkehrsrechtliche Vorschriften festgenommen. Die etwa 30 Beamten rückten bereits kurz nach sieben Uhr morgens zum Konrad-Adenauer-Haus an, nachdem Kräfte des Zentralen Objektschutzes die Linksextremisten entdeckt hatten.
„Robin Wood“ gibt Klimapolitik der CDU die Schuld am AfD-Aufstieg
Der durch Gemeinnützigkeit steuerbegünstigte Verein „Robin Wood“ bestätigte die Störaktion in einer Pressemitteilung auf seiner Website. Demnach richte sich der Protest „dagegen, dass die CDU-geführte Bundesregierung die Menschheitsaufgabe Klimaschutz hinten runterfallen lässt und keine Konzepte hat, um den Aufstieg der rechtsextremen AfD zu stoppen“.
Die Organisation betonte das desaströse Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Sonntag. Die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz hat „mit einem historisch niedrigen Ergebnis von 4,9 Prozent der Stimmen nicht einmal den Einzug in den Landtag geschafft“.
Der Grund dafür sei vor allem der fehlende Fokus auf klimapolitische Themen unter Verantwortung der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). „Wenn Reiche und Merz mit der Gas-Lobby Politik an den Menschen vorbei machen, dürfen sie sich über die Quittung bei Wahlen nicht wundern“, erklärt „Robin-Wood“-Sprecher Johannes Probst. Nun müsse es darum gehen, „den weiteren Aufstieg von Rechtsaußen zu stoppen“.
Linksextreme der Klima-NGO traten bereits mehrfach in Erscheinung
Es ist nicht das erste Mal, dass „Robin Wood“ mit einer Kletterprotestaktion in Erscheinung tritt. Erst im Mai spannten Mitglieder des Vereins zwei Transparente mit den Aufschriften „Wärmewende statt Gas ohne Ende“ und „Den Gasausstieg selbst in die Hand nehmen“ zwischen Kühltürmen auf dem Gelände eines Gaskraftwerks im Ruhrgebiet auf.
Schon damals richtete sich die Aktion gegen Katherina Reiche. „Wir wehren uns gegen eine Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Reiche, die unsere Zukunft aufs Spiel setzt“, hieß es in einer Erklärung. Zuvor besetzten Mitglieder der Gruppierung 2024 ein Waldstück in der Nähe des Tesla-Werks in Grünheide (JF berichtete). (rsz)






