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Eklat in Hamburg: Linke Anwälte schassen Versorgungswerk-Vorsitzenden wegen missliebiger Beiträge

Eklat in Hamburg: Linke Anwälte schassen Versorgungswerk-Vorsitzenden wegen missliebiger Beiträge

Eklat in Hamburg: Linke Anwälte schassen Versorgungswerk-Vorsitzenden wegen missliebiger Beiträge

Jörn Weitzmann (r.): Die Hamburger Anwaltschaft entpuppt sich als links und stellt sich gegen den Vorsitzenden ihres Versorgungswerk. Fotos: picture alliance / Zoonar | HGVorndran /// Weitzmann
Jörn Weitzmann (r.): Die Hamburger Anwaltschaft entpuppt sich als links und stellt sich gegen den Vorsitzenden ihres Versorgungswerk. Fotos: picture alliance / Zoonar | HGVorndran /// Weitzmann
Rechtsanwalt Jörn Weitzmann (r.): „Ich kann nicht in die Köpfe dieser Menschen schauen.“ Fotos: picture alliance / Zoonar | HGVorndran /// Weitzmann
Eklat in Hamburg
 

Linke Anwälte schassen Versorgungswerk-Vorsitzenden wegen missliebiger Beiträge

Eine offenbar „falsche Haltung“ wird Jörn Weitzmann zum Verhängnis. Der Vorsitzende des Rechtsanwalts-Versorgungswerks wird Opfer eines Coups linker Anwälte, die sich an Social-Media-Beiträgen Weitzmanns stören. Die JF kennt die Hintergründe.
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HAMBURG. Die Mitglieder des Hamburger Rechtsanwalts-Versorgungswerks haben ihren Vorsitzenden Jörn Weitzmann wegen angeblich rechtsradikaler Beiträge in sozialen Netzwerken geschasst. Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend im Hamburger Nobelhotel Grand Elysée gelang linken Anwälten mittels einer „verdeckten Aktion“, wie das Portal „LTO“ berichtete, ein Coup. Das Versorgungswerk der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Freien und Hansestadt Hamburg ist ein berufsständisches Versorgungswerk mit rund 12.000 Mitgliedern, das als Alternative zur Deutschen Rentenversicherung dient.

Zum Verhängnis wurde Weitzmann offenbar ein X-Beitrag vom 19. August, in dem er ein Video des „Nius“-Chefredakteurs Julian Reichelt mit dem Titel „Deutsche leben längst in der Knechtschaft der Eroberungsmigration“ teilte. Fachliche Fehler in der Ausübung seines Ehrenamts, dem Weitzmann mehr als 20 Jahre nachging, wurden dem Insolvenzverwalter dagegen nicht nachgesagt. Auch dürften seine Beiträge in sozialen Netzwerken, die aus Reposts von Artikeln und Kommentaren der Welt, NZZ, „Nius“ und dem Cicero bestehen, nicht justiziabel sein.

Führende Anwälte hinter der Aktion haben politisch linken Hintergrund

Im „LTO“-Bericht ist von 510 Anwesenden zu Beginn der Versammlung die Rede. Normalerweise habe das anwaltliche Versorgungswerk damit zu kämpfen, die zur Beschlussfähigkeit nötigen 50 Mitglieder zusammenzubringen. Wie das Portal berichtet, war der Grund für den ungewöhnlich großen Andrang einzig die geplante Absetzung Weitzmanns durch ein geheimes Netzwerk von Anwälten unter Führung von Oliver Islam.

Der in Rinteln geborene Rechtsanwalt meinte laut „LTO“, er gehöre zu den Menschen, die nach Weitzmanns angeblichem Verständnis „remigriert“ werden müssten. Islam ist Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins und gründete unter anderem die Migranten-Rechtsberatung „Refugee Law Clinic Hannover“. Auf LinkedIn teilte er ein Video des ehemaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne), in dem dieser über „das Rezept gegen rechten Populismus“ spricht.

Den Anstoß für die Absetzung Weitzmanns hatte allerdings das SPD-Mitglied Janwillem van de Loo gegeben. Kurz vor der Abstimmung über Weitzmanns Wiederwahl – am Ende der Mitgliederversammlung ergriff er „LTO“ zufolge das Wort und warf dem bis dahin noch Versorgungswerk-Vorsitzenden die „Verharmlosung von Rechtsextremen“ vor, wie van de Loo selbst in einem Instagram-Beitrag ausführt. „Dass die AfD die größte Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland seit 1945 ist und wir doch in Polen, Ungarn und den USA leider immer noch sehen können, wie es läuft“, sei inakzeptabel.

Versorgungswerk-Vorsitzender müsse „stabil“ stehen

Laut van de Loo ist die Anwaltschaft „in besonderem Maße dazu verpflichtet, die freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen die rechtsextreme AfD zu verteidigen“. Wichtig sei, dass auch der Vorsitzende des Versorgungswerks „stabil“ stehe. Deshalb sei es richtig gewesen, Weitzmann „trotz seiner Verdienste“ abzuwählen. Van de Loo ist nicht nur Anwalt, sondern auch Beisitzer in der SPD Wilhelmsburg-West.


In einem Beitrag für die SPD-Parteizeitung Vorwärts brachte er seine Freude über die von ihm angestoßene Umbenennung des juristischen BGB-Kommentars Palandt zum Ausdruck, die zustande kam, weil Herausgeber Otto Palandt NS-Nähe angelastet wurde. Bereits 2024 hatte van de Loo innerhalb des SPD-„Arbeitskreises gegen rechts“ für ein Verbot der AfD geworben und zu Fragen der Verwirklichung die Juso-Vizevorsitzende Mareike Engel eingeladen, die sich in ihrer Bio als „Feministin/Antifaschistin/Sozialistin“ definiert.

Nach Weitzmanns Absetzung posteten mehrere linke Anwälte aus Hamburg Jubel-Beiträge in sozialen Netzwerken. „Es zeigt einfach wie viel ‘falscher Anstand’, um es ganz euphemistisch auszudrücken, in den Köpfen alter, weißer Männer herrscht (und Angst vor Privilegien-Verlust)“, kommentierte etwa die Rechtsanwältin Nina Diercks den Vorgang. „Kein Fußbreit den Faschisten und ihren Unterstützern“, betonte sie in einem weiteren Beitrag. Der Ex-Notar Michael Selk bedauerte „AfD-nahes Gedankengut“, durch das Weitzmann aufgefallen sei. „Hamburg bleibt stabil, seine Anwaltschaft auch“, schrieb Selk auf LinkedIn. Dabei markierte er unter anderem die grüne Hamburger Justizsenatorin Anna Gallina.

Rechtsanwalt Jörn Weitzmann (r.): „Ich kann nicht in die Köpfe dieser Menschen schauen.“ Fotos: picture alliance / Zoonar | HGVorndran /// Weitzmann
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