BERLIN. Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp hat sich darüber echauffiert, dass sich im Internet über den hohen Migrationsanteil in der Nationalmannschaft beschwert wird. „Die große Krux unseres Lebens ist, dass jeder seine Meinung sagen darf“, antwortete er auf eine Frage bei der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Serbien.
Früher sei es schwieriger gewesen, seine Meinung öffentlich kundzutun. „Da hat man einen Füller geholt, hat ihn aufgeschraubt, musste einen Brief schreiben, hat einen Briefmarker gebraucht, einen Umschlag und so. Bis er im Briefkasten war, da waren wir gar nicht mehr sauer.“
Durch Social Media gebe es diese Hürden nicht mehr. „Heute hauen die Leute Sachen raus. Da habe ich noch gar nicht angefangen zu denken. Das ist Wahnsinn“, sagte der Bundestrainer.
Herkunft ist in der Mannschaft kein Thema
Laut Klopp gebe es keinen Grund, sich mit den Menschen, die sich über die Zusammensetzung der Mannschaft beschweren, auseinanderzusetzen. „Meine Gedanken kriegen sie nicht. Ich habe im normalen Leben für Dummheit wenig Zeit und in sozialen Medien auch nicht.“
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Zudem gebe es innerhalb der Nationalmannschaft nicht die Diskussion darüber, ob sie aus zu vielen Migranten bestehe. „Das ist ja das Verrückte. In keiner Mannschaft, in keinem Sportverein“ sei dies ein Thema.
Klopp will Nationalstolz nicht den „Falschen“ überlassen
Eine Woche zuvor hatte Klopp angekündigt, dass er den Nationalstolz nicht den „falschen Leuten“ überlassen wolle (JF berichtete). Bei der Vorstellung seines ersten Nationalmannschaftskaders erklärte er, dass er sich beziehungsweise dem Land „die Fahne zurückholen“ wolle.

Wer die deutsche Flagge schwenke, solle damit Freude über sein Land ausdrücken können, ohne Misstrauen auszulösen. Der Bundestrainer hatte dabei auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angespielt, bei der die AfD stärkste Kraft geworden war, ohne die Partei ausdrücklich zu nennen.
Nachdem aber bei dem Länderspiel gegen Griechenland unter Klopps Führung die Startelf aus neun Migranten bestanden hatte, die keine weiße Hautfarbe haben, beschwerten sich viele im Internet darüber, sich nicht mehr mit der Mannschaft identifizieren zu können. (mas)





