BERLIN. Die AfD hat erstmals die 30-Prozent-Marke in einer Umfrage zur Bundestagswahl geknackt. In einer aktuellen Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) klettert die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla von 28 auf 30 Prozent. Die Union verliert zur vergangenen GMS-Umfrage im Juli drei Prozentpunkte und sackt auf 20 Prozent ab. Damit liegen AfD und CDU/CSU inzwischen zehn Prozentpunkte auseinander.
Auf Platz drei landen die Grünen mit 14 Prozent (plus ein Prozentpunkt). SPD und Linkspartei sind gleichauf bei elf Prozent, wobei sich die Linken um einen Punkt leicht verbessern und die SPD unverändert bleibt.

Die FDP verschlechtert sich um einen Prozentpunkt und wäre auch mit Wolfgang Kubicki an der Parteispitze mit vier Prozent weiterhin nicht im Bundestag vertreten. Leicht wachsen kann zwar das BSW, würde aber mit drei Prozent den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen. Weit davon entfernt sind die Freien Wähler, die nach wie vor bei einem Prozent liegen. Alle anderen Parteien kämen auf sechs Prozent, einen Punkt weniger als noch im Juli.
AfD hätte mit Union eine komfortable Mehrheit
Sollte es bei 630 Sitzen bleiben, käme die AfD auf 220. Die CDU würde nur noch 146 Mandatsträger nach Berlin entsenden, die Grünen 102, SPD und Linkspartei jeweils 81. Für eine Koalitionsbildung unter der Bedingung der sogenannten „Brandmauer“ würde es derzeit nur für eine schwarz-rot-grüne Koalition mit 52,2 Prozent der Mandate reichen. Fiele wiederum die „Brandmauer“, hätten AfD und Union eine noch komfortablere Mehrheit mit 58,1 Prozent der Mandate.

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ist die Kanzlerpartei massiv in Bedrängnis geraten. Inzwischen zweifeln immer mehr Unionsanhänger an der Stabilität der Koalition sowie an Partei- und Regierungschef Friedrich Merz (lesen Sie hier mehr über die Situation in der Union). Dagegen zeigt sich die AfD zunehmend selbstbewusst, steht allerdings in Sachsen-Anhalt vor einer schwierigen Regierungsbildung. (rsz)






