Anzeige
Anzeige

Neue Zahlen: Hamburger Flüchtlingshotel soll bis Jahresende Millionen kosten

Neue Zahlen: Hamburger Flüchtlingshotel soll bis Jahresende Millionen kosten

Neue Zahlen: Hamburger Flüchtlingshotel soll bis Jahresende Millionen kosten

Ein typisches Zimmer mit Doppelbett im Hotel „The Niu Quay“: Erstmal nur für Ukrainer zugänglich. Foto: Novum Hospitality
Ein typisches Zimmer mit Doppelbett im Hotel „The Niu Quay“: Erstmal nur für Ukrainer zugänglich. Foto: Novum Hospitality
Ein typisches Zimmer mit Doppelbett im Hotel „The Niu Quay“: Erstmal nur für Ukrainer zugänglich. Foto: Novum Hospitality
Neue Zahlen
 

Hamburger Flüchtlingshotel soll bis Jahresende Millionen kosten

Bis zu 3,4 Millionen Euro für vier Monate Unterbringung: Hamburg bringt 340 Ukrainer im frisch eröffneten Designhotel unter. Über die genauen Bedingungen schweigt der Senat.
Anzeige

HAMBURG. Die Hamburger Sozialbehörde rechnet mit bis zu 3,4 Millionen Euro an Gesamtkosten bis Jahresende für das als Flüchtlingsunterkunft genutzte Hotel „The Niu Quay“ in Harburg. „Im Jahr 2025 kostete ein Platz in der Hotelunterbringung im Hamburger Durchschnitt rund 82 Euro pro Person und Tag inklusive Cateringversorgung. Die für ‘The Niu Quay’ vereinbarten Konditionen bewegen sich im Bereich dieses Durchschnittswerts“, teilte eine Sprecherin der Senatsbehörde auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT am Mittwoch mit. Von September bis Dezember werden insgesamt 340 Ukrainer in der Einrichtung untergebracht (JF berichtete).

Zu den konkreten Vertragsbedingungen äußere man sich „aus Gründen des Schutzes von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ nicht. Allerdings sei aktuell geplant, die Anmietung um wenige Monate zu verlängern und die Belegung ab Januar 2027 „schrittweise“ zu reduzieren. Gleichwohl betonte die Sprecherin, dass man bei neuen Anmietungen und Neuverhandlungen das Ziel verfolge, „Konditionen unterhalb der relevanten Markt- beziehungsweise Durchschnittswerte zu erreichen“. Dafür ist das stadteigene Sozialunternehmen „Fördern & Wohnen“ zuständig.

Das Hotel wurde erst im Mai eröffnet

Nach Plänen des Senats soll die Nutzung des Hotels bis Juli 2027 als Flüchtlingsunterkunft enden und dessen Belegung bereits ab Januar „schrittweise“ reduziert werden. Kritik am Vertrag kam unter anderem vom Immobilieninvestor Ingo Mönke, dem große Teile des Grundstücks rund um „The Niu Quay“ gehören. „Weder die Regierungspartei SPD noch das Bezirksamt wurden informiert“, beklagte er gegenüber der Welt. Er betonte, das Konzept aus dem Hotel und den in der Nähe ansässigen Gastronomiebetriebe habe ineinandergegriffen. „Jetzt zerstört es einer – und der Steuerzahler zahlt das.“

Auch Fraktionschefs der CDU und SPD in der Harburger Bezirksversammlung monierten das Vorgehen des Senats. „Ich bin verärgert“, sagte der Co-Chef der SPD-Fraktion, Frank Richter, dem NDR. Das Hotel sei demnach wichtig für die Entwicklung des Quartiers. Auch der CDU-Fraktionschef Rainer Bliefernicht mahnte, viele Harburger würden sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Dagegen betonte der Co-Fraktionschef der Grünen, Michael Sander, dass im Gegenzug zwei große Unterkünfte im Bezirk geschlossen werden sollen.

„The Niu Quay“ war erst Anfang Mai 2026 eröffnet worden und bietet insgesamt 150 Zimmer sowie 20 Appartements an. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 zahlte die Hansestadt rund 600 Millionen Euro für die Unterbringung der Asylsuchenden aus dem Land in den Hotels. Allein im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten auf annähernd 160 Millionen Euro.  (kuk)

Ein typisches Zimmer mit Doppelbett im Hotel „The Niu Quay“: Erstmal nur für Ukrainer zugänglich. Foto: Novum Hospitality
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles