KARLSRUHE. Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Führungsmitglieder der „Brigade N’Hamedu Deutschland“ festnehmen lassen. Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei verhafteten den eritreischen Staatsangehörigen Merhawi A. nahe Saarbrücken und den deutschen Staatsangehörigen Shimangus T. in Stuttgart.
Beide stehen unter dem dringenden Verdacht, einer „inländischen terroristischen Vereinigung“ angehört zu haben, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.
Merhawi A. wird zusätzlich Landfriedensbruch in zwei Fällen vorgeworfen. Die Haftbefehle hatte der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs bereits am 17. August erlassen. Die „Brigade N’Hamedu Deutschland“ wurde nach Angaben der Ermittler im August 2022 gegründet. Die international vernetzte Gruppe wollte die Regierung Eritreas stürzen und griff dazu in Deutschland Veranstaltungen von Anhängern des Regimes an.
Eritreer riefen zu Gewalt gegen deutsche Behörden auf
Auch Gewalt gegen deutsche Behörden und Polizisten betrachteten ihre Mitglieder laut Bundesanwaltschaft als legitimes Mittel. Bei eritreischen Veranstaltungen am 20. August 2022 und 8. Juli 2023 in Gießen (JF berichtete) sowie am 16. September 2023 in Stuttgart (JF berichtete) kam es zu schweren Ausschreitungen.
Führungskräfte der Gruppe sollen die Angriffe koordiniert und zum Einsatz potenziell tödlicher Gewalt aufgerufen haben. Teilnehmer attackierten Polizisten und Besucher demnach mit Wurf- und Schlaggegenständen gezielt am Kopf. Zahlreiche Beamte und mehrere Veranstaltungsteilnehmer wurden zum Teil erheblich verletzt. Merhawi A. soll der Brigade seit August 2022 angehört und Anfang 2023 das Amt des Generalsekretärs übernommen haben. Er beteiligte sich laut Haftbefehl auch persönlich an den Ausschreitungen in Gießen und führte bei einer Gelegenheit eine Gruppe von Angreifern an.
Shimangus T. soll im November 2022 beigetreten und wenig später erster Vorsitzender geworden sein. Beide Männer waren nach Überzeugung der Ermittler maßgeblich am Aufbau der Organisation und an der Vorbereitung ihrer Gewaltaktionen beteiligt.
Im Sommer 2024 erklärte die „Brigade N’Hamedu Deutschland“, künftig auf gewaltsame Ausschreitungen außerhalb Eritreas zu verzichten. Die Wohnungen der beiden Verdächtigen wurden bereits im März 2025 durchsucht. Nun entscheidet ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs über den Vollzug der Untersuchungshaft. (rr)







