18.00 Uhr: An dieser Stelle beendet die JUNGE FREIHEIT ihren Liveticker.
17.54 Uhr: Der FC St. Pauli warnt davor, dass „rechtsextreme Wahlerfolge“ die „Zivilgesellschaft“ zunehmend unter Druck setzen würden. „Bundesregierung und Länder müssen deshalb langfristige Finanzierung, unabhängige Förderstrukturen und konkrete Schutzangebote sichern“, schreibt der Verein auf Facebook. „Unser besonderer Respekt gilt den Menschen in Sachsen-Anhalt, die weitermachen und sich vor Ort für Demokratie und eine offene Gesellschaft einsetzen.“
Der Verein ruft dazu auf, an den Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt, an die Organisation „platzmachen“ und an die Amadeu-Antonio-Stiftung zu spenden. „Gemeinsam gegen den Rechtsruck!“
17.46 Uhr: Nicht nur Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), sondern auch der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), kritisiert den Vizechef der Unionsfraktion, Sepp Müller (CDU). „Natürlich kann man immer über alles reden. Man kann auch Gedankenspiele haben, die ich nicht teile“, sagt er auf einer Pressekonferenz. „Aber ich glaube, insbesondere dann, wenn man so etwas zwei Tage vor einer Landtagswahl tut, dann ist es im höchsten Maße problematisch.“ Weder der Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) noch der Landesverband hätten die Äußerungen von Müller als Wahlkampfunterstützung verstanden.
17.30 Uhr: FDP-Chef Wolfgang Kubicki bezeichnet das Wahlergebnis als eine „schmerzliche Niederlage“ für den Landesverband, die Bundespartei und ihn persönlich. „Wir haben uns deutlich mehr erhofft, als am Ende dabei rausgekommen ist“, sagt er im Gespräch mit der Welt. Aus dem Wahlkampf habe die FDP gelernt, dass sie bei einer polarisierenden Wahl auch selbst mehr zuspitzen müsse.
Ob es einen Personalwechsel geben werde, sei noch nicht klar. Kubicki selbst sei erst seit drei Monaten im Amt. Welche Auswirkung es auf den Landesverband gibt, bleibt unbeantwortet.
17.21 Uhr: Derweil zeigt sich der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi, entsetzt über das Wahlergebnis. „Die Verhältnisse, die diesen Rechtsruck überhaupt erst hervorbringen, sind brutal“, schreibt er auf Instagram. „Aber gegen die Angst und Ohnmacht hilft, konkret zu handeln.“
Doch die Probleme seien bereits ohne die AfD in der Welt. Er beschreibt den Fall eines Griechens, der nach Griechenland abgeschoben wurde. „Zuvor hat dieses mörderische europäische Grenzregime, das Deutschland politisch vorantreibt, finanziert und absichert, ihm seine Familie genommen.“ Er hinterlegt einen Link zu einer Spendenkampagne.
17.15 Uhr: Der Wahlausgang soll für „alle demokratischen Parteien mehr als nur eine Zwischenetappe sein“, sagt der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, auf einer Pressekonferenz. Zudem reagierte er auf die Stellungnahme des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU). „Er hätte sich darauf vorbereiten müssen. Und er hätte mehr als blutleere Floskeln und Phrasen vorbereitet haben oder sich über den Tag einfallen lassen müssen, als das, was wir gerade gehört haben.“
Nach einem Wahlergebnis wie in Sachsen-Anhalt könne keine Partei und kein Politiker weitermachen wie zuvor, so Felix Banaszak, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen. Er erwarte, dass nun alle demokratischen Parteien ihrer Verantwortung gerecht würden, auch die Grünen. pic.twitter.com/BPcnwx7xGG
— phoenix (@phoenix_de) September 7, 2026
17.00 Uhr: Was sagt eigentlich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Für ihn ist es ein „politisches Beben“, weil Systemgegner und -kritiker gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Vor allem Ängste und Sorgen hätten die Wahl entschieden. „Unser Land braucht Veränderungen“, sagt der CSU-Politiker auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“
Es sei wichtig, Deutschland nicht denen zu überlassen, „die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben, aber für die Zukunft das Blaue vom Himmel versprechen“, so Dobrindt. „Wir überlassen den Pessimisten nicht die Bühne, es braucht Optimismus, um die Herausforderungen zu bewältigen.“
16.50 Uhr: Israels Botschafter Ron Prosor ist über den Erfolg der AfD entsetzt. „Die Wahl in Sachsen-Anhalt am Wochenende sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland am Herzen liegt“, sagt er gegenüber der Funke-Mediengruppe. „Nur 80 Jahre nach der Schoah erzielte eine Partei, deren Führungskräfte das Berliner Holocaust-Mahnmal als ‚Denkmal der Schande‘ bezeichneten, Rekordzuwächse.“ Deutschland brauche eine Brandmauer gegen Antisemitismus, „nicht nur Worte der Verurteilung, sondern konkrete Taten“.
16.37 Uhr: Der Flüchtlingsrat Berlin fordert ein Wahlrecht für alle Nichtdeutschen. „Wir können nicht zulassen, dass Menschen, die am Stärksten von den politischen Ereignissen betroffen sind kein Mitbestimmungsrecht haben“, schreibt der Verein auf Instagram. Finanziert wird er unter anderem durch die Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration, Katarina Niewiedzial, den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds AMIF der Europäischen Union sowie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Laut dem Flüchtlingsrat Berlin habe nicht ganz Sachsen-Anhalt gewählt, weil Nichtdeutsche sowie Nicht-EU-Bürger von der Wahl ausgeschlossen wurden. „Und dass, obwohl viele von Ihnen dauerhaft in Sachsen – Anhalt leben und vielleicht auch werden- wenn ihre 45% hasserfüllten Nachbar*innen das überhaupt verdienen.“
Anmerkung der Redaktion: Die Rechtschreibfehler in den Zitaten wurden aus dem Originalbeitrag übernommen.
16.31 Uhr: Wo ist eigentlich Rainer Haseloff? Der ehemalige Ministerpräsident und Amtsvorgänger von Sven Schulze hat sich öffentlich bisher noch nicht zum desaströsen Abschneiden seiner Partei geäußert. Im vergangenen Jahr hatte der Politiker noch angekündigt, bei einem AfD-Wahlsieg darüber nachzudenken, Sachsen-Anhalt zu verlassen.
Ob Herr Haseloff jetzt das Land verlässt?
Haseloff will bei AfD-Sieg in Sachsen Anhalt das Land verlassen.
Wer hilft beim packen? pic.twitter.com/YySl2qQ2CW— Andre🇩🇪 (@ElbflorenzAndre) September 6, 2026
16.18 Uhr: Nach dem desaströsen Abschneiden der CDU fordert der Verband der Familienunternehmer, eine „konsequente“ Umsetzung der bereits beschlossenen Reformen. „Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben den Regierungsparteien auf Bundesebene ein unmissverständliches Warnsignal gegeben. Sowohl CDU als auch SPD müssen erkennen, dass politische Unsicherheit und ausbleibende Reformen das Vertrauen vor allem der Bürger massiv untergraben haben, die jeden Tag arbeiten gehen“, sagte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann.
„Insbesondere diejenigen, die jeden Morgen aufstehen und das Land durch ihre Arbeit am Laufen halten, fühlen sich von den in Berlin regierenden Parteien nicht mehr vertreten“, warte die Unternehmerin. „Zu viele Menschen haben das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik verloren. Sie wollen mehr Netto am Ende des Monats, nicht noch mehr Sozialstaat“, betonte sie.
16.10 Uhr: SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, nutzt das Ergebnis in Sachsen-Anhalt, um ihre Anhänger und Wähler vor der Landtagswahl am 20. September zu mobilisieren. „Ich bitte um die Stimmen von allen, die verhindern wollen, dass die AfD die Macht übernimmt. Ich bin eure Frau gegen Blau!“, stellt sie ihren Slogan auf dem Kurznachrichtendienst X vor – und lässt sich vor einem Wahlplakat mit dem Motto ablichten.
Ich bitte um die Stimmen von allen, die verhindern wollen, dass die AfD die Macht übernimmt. Ich bin eure Frau gegen Blau! pic.twitter.com/8TMQrlsGic
— Manuela Schwesig (@ManuelaSchwesig) September 7, 2026
Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Forsa für die Ostseezeitung könnte die AfD mit dem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm wie in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden und käme auf 37 Prozent. Die regierende SPD liegt neun Prozentpunkte dahinter, gefolgt von deren Juniorpartner Linkspartei mit elf Prozent, der CDU mit zehn Prozent und den Grünen mit fünf Prozent. Draußen bliebe das BSW mit vier Prozent.

16.05 Uhr: Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Heidi Reichinnek, nennt den Wahltag einen „grausamen Tag für die Menschen in Sachsen-Anhalt“. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs sei eine „rechtsextreme Partei wieder stärkste Kraft“ in einem Bundesland geworden. Dies sei die „größte Bedrohung“ die „unsere Demokratie“ jemals erlebt habe.
Die AfD sei so stark, weil „immer mehr Menschen mit Rechtsextremen sympathisieren“, schimpfte die sichtlich aufgebrachte Wahlverliererin. Sie verlangt mehr Unterstützung der „Zivilgesellschaft“, um die „braune Saat“ zu verhindern. 65 Prozent der Menschen mit geringen Einkommen hätten in Sachsen-Anhalt AfD gewählt. Daran sei die Bundesregierung schuld.
Sie warnt davor, die Positionen der „Rechtsextremen“ zu übernehmen. Dann fordert sie mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und noch mehr Schulden.
15.55 Uhr: Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kristen Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, fordern die AfD in Sachsen-Anhalt dazu auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten. Zudem solle sie „die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position“ wahren, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Das Wahlergebnis sei zwar das Wahrwerden schlimmer Befürchtungen, das Ergebnis sei jedoch zu akzeptieren. „Die Sorge der Kirchen gilt dabei vor allem dem Zusammenleben und Miteinander der Menschen in Sachsen-Anhalt sowie insbesondere der Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde, die bedingungslos jedem zusteht.“
Die Kirchenfunktionäre kündigen an, das politische Handeln der künftigen Landesregierung genau zu beobachten. „Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“ Zudem wollen sie weiter alles, „was unsere Demokratie trägt“, unterstützen. Währenddessen sollen sich die „demokratischen Parteien“ um „Orte des Zusammenseins, des Dialogs und der Verständigung“ kümmern.
Zum Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußern sich die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft… pic.twitter.com/J3B75J5aBS
— Deutsche Bischofskonferenz (@dbk_online) September 7, 2026
15.42 Uhr: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bezeichnete das Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt als eine „souveräne Entscheidung der Wähler in einem souveränen Land“. Es sei „unangemessen“, vom Ende der Demokratie oder von „etwas Schrecklichem“ zu reden, schrieb der Politiker der linkspopulistischen Smer-Partei auf dem Kurznachrichtendienst X.
Wenn die Regierungsparteien dabei versagten, illegale Migration anzugehen, Kriege unterstützen oder die „alarmierenden Auswirkungen“ der europäischen Klimapolitik auf die Wettbewerbsfähigkeit verkannten, würden sie durch andere Parteien mit „einfachen, aber dennoch konkreten Lösungen“ ersetzt, betonte er weiter
Fico habe nur einen Wunsch: „Dass dieses Ergebnis bei den deutschen Landtagswahlen nicht dazu führt, dass ein Krieg mit Russland als einziger Ausweg dargestellt wird, um von der Niederlage der Regierungsparteien abzulenken.“ Denn Deutschland mache „keine kleinen Fehler“, wie ein alter Spruch besage.
A NOTE ON THE VICTORY OF ALTERNATIVE FOR GERMANY (AfD)
In democratic regional elections, German voters handed one party – AfD – a decisive victory. This is the sovereign decision of voters in a sovereign country, and therefore it is inappropriate to portray the election result…
— Robert Fico 🇸🇰 (@RobertFicoSVK) September 7, 2026
15.30 Uhr: Der Linkspartei-Jugendverband Linksjugend Solid in Sachsen-Anhalt spricht sich gegen eine Zusammenarbeit der Mutterpartei mit der CDU aus. „Eine fortschrittliche Politik für Land und Menschen ist in Zusammenarbeit mit der CDU nicht möglich“, warnt dessen Sprecherin Anni Aschenbach. „Ein solches Zusammengehen würde unserer Glaubwürdigkeit schaden und zu politischem Stillstand führen. Gerade jetzt brauchen die Menschen im Land eine Perspektive: Wir müssen zeigen, dass wir das gute Leben für alle erkämpfen können!“
15.10 Uhr: „Am Sonntag verlief der Wahltag aus polizeilicher Sicht störungsfrei“, teilt die Polizeiinspektion Halle mit. Auch die Demonstrationen vom Wochenende seien demnach „ohne nennenswerte Störungen“ verlaufen. Am Samstagabend liefen teilweise vermummte Linksextremisten beim autonomen Umzug „Antifa bleiben!“ mit. Dieser versammelte bis zu 2.000 Teilnehmer. Auch verbotene Pyrotechnik kam dabei zum Einsatz.
Ebenso vermeldet die Polizeiinspektion Magdeburg störungsfreie Verläufe der Kundgebungen und Protestumzüge am Wochenende. In der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts hätten demnach insgesamt 16 Versammlungen mit insgesamt rund 15.000 Teilnehmern stattgefunden. Die größte Versammlung auf dem Domplatz habe 8.000 Personen gezählt.
14.49 Uhr: Kardinal Gerhard Müller widerspricht den katholischen Bischöfen aus Münster, Heiner Wilmer, und Berlin, Heiner Koch, die während des Wahlkampfes Stimmung gegen die AfD gemacht und Bürger dazu aufgefordert haben, die Partei nicht zu wählen (JF berichtete).
Die Aufgabe der Bischöfe und Priester sei es, das Evangelium zu verkünden, Sünder zur Umkehr zu berufen und ihnen Gottes Gnade zu vermitteln, schreibt der Kardinal in einem Beitrag auf „kath.net“. „Sie dürfen also keineswegs ihre geistliche Vollmacht in dem legitimen Kampf um die Mehrheit der Wählerstimmen in einem demokratischen Rechtsstaat, wie es die Bundesrepublik Deutschland gemäß ihrer Verfassung ohne Zweifel ist, zu Gunsten oder zu Ungunsten einer einzelnen politischen Partei in die Waagschale werfen“, so Müller.
Dass sich aber überhaupt AfD-Wähler von der Kirche abwenden, bezeichnet er als „hypothetische Mutmaßung“. Und selbst wenn jemand dieser Meinung sei, dürfe er die Abwanderung nicht einfach hinnehmen. „Bei einer demokratischen Wahl hat jeder Katholik das Recht derjenigen Partei seine Stimme zu geben, der er zutraut die Probleme des Landes besser zu lösen als andere Parteien, vorausgesetzt, dass die demokratisch zu wählende Regierung nicht zu unmoralischen Mitteln greift oder mit ihnen liebäugelt.“
14.43 Uhr: SPD-Chefin Bärbel Bas rechnet nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mit Bundeskanzler Merz von der CDU ab. „Wenn Menschen hören, dass sie mehr und länger arbeiten sollen und dass es grundsätzlich härter wird, dann schafft das Verunsicherung und auch Misstrauen. Diese Rhetorik hilft auch nicht. Im Gegenteil: Sie ist schädlich“, sagt sie bei einer Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus. Zwar seien Reformen notwendig, um die sozialen Sicherungssysteme zu erhalten. Man dürfe sie aber nicht „gegen die Menschen“ machen. Es brauche Änderungen, die über Kommunikation hinausgingen.
Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, kann sich unterdessen nach eigenen Angaben einen überparteilichen Ministerpräsidenten vorstellen. Das schlug das BSW wiederholt vor. Zwar sei es nicht das „allererste Mittel der Wahl“, betonte er. Aber man könne es nicht ablehnen, wenn es die Blockade auflöse.
14.35 Uhr: Deutliche Worte richtet Merz an die Junge Union in Sachsen-Anhalt, die sich seit Tagen an der „systematischen Demontage“ des CDU-Landeschefs und Ministerpräsidenten Sven Schulze beteilige. „Ich bin bereit, mich einer fairen und einer vernünftigen Diskussion zu stellen“, betont er gleichwohl. Damit ist die Konferenz zu Ende.

14.25 Uhr: Friedrich Merz erklärte, dass die Bundesregierung „alles“ tun werde, um zu korrigieren, wenn in Sachsen-Anhalt „Grenzen“ im Umgang mit Minderheiten wie Nicht-Heterosexuellen und Behinderten überschritten würden, falls die AfD an die Macht komme. Mit Blick auf seine Partei fügte er hinzu: „Wir werden unserem Anspruch, in der Breite der Bevölkerung verankert zu sein, nur dann gerecht, wenn wir die Werte unseres Grundgesetzes genauso wie Werte unserer Partei verteidigen – die in ganz großen Teilen deckungsgleich sind.“
14.19 Uhr: Schulze sagt mit Blick auf die möglichen Gespräche zwischen der AfD und dem BSW, dass hier schon das erste Wahlversprechen „möglicherweise“ gebrochen werde. Er betonte, dass der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, mit eigener Mehrheit regieren wollte. „Glauben Sie mir, BSW von Frau Wagenknecht wird dafür sorgen, dass die AfD den Ministerpräsidenten stellt.“
14.13 Uhr: Sven Schulze schließt aus, dass es Überläufer von seiner CDU zur AfD geben könnte. „Es wird mit Sicherheit niemanden aus der Fraktion geben, der da infrage kommt“, sagt der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Mit Blick auf die Umfragen vor der Wahl betont er, man könne sich das Geld für die Institute „sparen“, da das Ergebnis am Ende etwas anders ausfalle.
14.10 Uhr: Friedrich Merz verteidigt seine Schuldenpakete, die 2025 als Sondervermögen mit den alten Bundestagsmehrheiten beschlossen worden waren. „Die Mehrheitsverhältnisse haben nichts anderes erlaubt.“ Er habe es damals mit der Zusage verbunden, dass dies mit besserer Verteidigungsfähigkeit und höherem Wirtschaftswachstum verbunden sei.
14.06 Uhr: Bundeskanzler Merz betont, er stelle sich die Frage, „wie es so weit kommen konnte – was die Gründe dafür sind, dass wir den Rechtspopulismus und in weiten Teilen rechtsextremen Rechtspopulismus so weit haben kommen lassen“. Dabei verweise er nicht nur auf den internationalen Trend, sondern suche nach den Gründen in Deutschland.
„Es gibt diese Sehnsucht nach Disruption, nach grundlegender Veränderung. Ich kann das nachvollziehen – aber dass das in einer Regierung mit parlamentarischen Mehrheiten durchgesetzt werden muss, erfordert einfach Kompromisse“, sagt er. „Ich bin mit diesen Überlegungen noch nicht zu Ende.“
13.57 Uhr: Sven Schulze betont in Berlin, dass es bei jeder Landtagswahl so sei, dass die Bundespolitik im Zweifel die Landespolitik überlagere. „Am Ende ist es jetzt müßig zu diskutieren, woran was gelegen hat“, sagt er während der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus. Darauf könne man nicht mit einer Schuldzuweisung in eine Richtung blicken. Bundeskanzler Merz ergänzt, dass man mit den angestrebten Reformen die Versäumnisse der vergangenen zwei Jahrzehnte korrigieren wolle. „Es ist ein langer Weg.“ Es gebe in der CDU keine grundsätzlichen Zweifel an der Richtigkeit des bisherigen Kurses.
13.52 Uhr: Jetzt spricht Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr“, sagt er während der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus. „Wir sind Opposition. Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD.“ Die Entscheidung über die Geschicke des Bundeslandes liege nun beim Landtag.
13.48 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, seinen wirtschafts- und sozialpolitischen Kurs fortzusetzen. „Wir müssen die Reformen besser erklären“, sagte er, „aber wir müssen versuchen – ich selbst auch – die Menschen in ihrer Emotionalität stärker zu erreichen.“ Er wolle nun alle Anstrengungen darauf richten, eine „neue, bessere Erzählung“, warum seine Reformen notwendig seien, zu ermöglichen.
13.44 Uhr: Merz betont, dass die „Regeln unseres Zusammenlebens und die Werte unseres Grundgesetzes“ nicht zur Verfügung stünden. „Ich will allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind stabil“, sagt er während der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus zur Wahl in Sachsen-Anhalt.
Ausdrücklich dankt er seinem Parteikollegen und Landesregierungschef Sven Schulze. „Er hat diesen Wahlkampf mit unserer voller Unterstützung geführt und bis zum letzten Augenblick gekämpft, um das Wahlergebnis, das gestern eingetreten ist, zu verhindern.“ Deutliche Kritik richtet er hingegen an den Vizechef der Unionsfraktion, Sepp Müller, der dem eigenen Spitzenkandidaten mit seinen Bemerkungen „in den Rücken gefallen“ sei. „Dafür hat es keinerlei Verständnis gegeben.“
13.35 Uhr: Die Pressekonferenz von Friedrich Merz und von CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, beginnt. „Wir sind alle zutiefst schockiert. Wir haben es in dieser Form so nicht erwartet“, sagt der Kanzler zum Wahlergebnis. Wenn fast 60 Prozent der Wähler bei „sehr hoher“ Wahlbeteiligung Parteien wählten, die „demokratische Institutionen und Spielregeln“ in Frage stellten, könne man nicht zur Tagesordnung übergehen.
Friedrich Merz, der in einer umstrittenen Aktion das Grundgesetz für seine historisch einmalige Rekordverschuldung von einem abgewählten Parlament ändern ließ, versichert nun dem Bürger, daß er das Grundgesetz trotz drohender „Machtergreifung“ schützen werde. pic.twitter.com/SJUkbIpCy1
— TheRealTom™ – Trusted Flagger (@tomdabassman) September 7, 2026
13.33 Uhr: Der Vorsitzende des „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND), Olaf Bandt, hat das Ergebnis in Sachsen-Anhalt als „Bewährungsprobe für Demokratie und Rechtsstaat“ bezeichnet. „Eine gesichert rechtsextreme Partei hat die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Das erfüllt uns mit großer Sorge. Unabhängig davon, ob die AfD nun tatsächlich an die Macht kommt oder nicht: Das Ergebnis zeigt, wie sehr unsere Demokratie gefordert ist.“
13.10 Uhr: Das BSW hat erneut ausgeschlossen, Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Wir werden unseren Kurs unbeirrt fortsetzen. Keine Koalitionen, keine Brandmauern sondern Entscheidungen in der Sache, keine Stimmen für den CDU-Wahlverlierer oder Herr Siegmund“, schrieb BSW-Chef Fabio De Masi auf X. „Entweder gibt es einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiert und Probleme löst oder es wird weiter an einer gescheiterten Politik festgehalten. Eure Entscheidung!“
Es ist immer schön wenn Leute, die sich weigerten ein korrektes Wahlergebnis bei der Bundestagswahl feststellen zu lassen, jetzt Vorträge über Demokratie halten.
Man hat uns aufs Messer bekämpft und uns vorgeworfen die Steigbügel der AfD zu halten.
Dabei hat man eine Politik…
— Fabio De Masi 🦩 (@FabioDeMasi) September 7, 2026
12.55 Uhr: Noch immer hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich nicht öffentlich zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt geäußert. Doch zumindest hinter den Kulissen meldet sich der CDU-Chef jetzt zu Wort. „Wir haben eine starke Verfassung, wir haben alle Instrumente, um gegen eine rechtsradikale Landesregierung die Verfassung zu verteidigen, aber wir haben eine tektonische Erschütterung unseres Parteiensystems“, sagte der Kanzler laut der Bild-Zeitung während einer Sitzung des CDU-Vorstandes. „Das erschüttert unsere Partei bis in die Grundfesten. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, auch ich nicht, auch nicht die Bundesregierung.“
Merz beklagte, dass die „emotionale Unterstützung“ fehle. Das könne man nicht weiter ignorieren. Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die CDU sich halbierte, sei eine „Zäsur“. Um 13.30 Uhr will der Kanzler sich dann auch erstmals öffentlich äußern. Bereits am Sonntag abend war bekannt geworden, dass der CDU Chef dem Wahlgewinner Ulrich Siegmund nicht gratulieren will, da dieser „rechtsradikal“ sei.
12.30 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht die AfD nun in der Pflicht, in Sachsen-Anhalt eine Regierung zu bilden. „Die AfD hat dort einen Auftrag bekommen, warten wir ab, was sie daraus machen“, sagte der CSU-Chef auf dem Volksfest in Gillamoos. Er riet den anderen Parteien, „nicht auf Biegen und Brechen“ zu versuchen, „mit allen Tricks und Möglichkeiten irgendwie noch eine halbe Stimme Mehrheit zu organisieren“.
Er versprach, „Bayern nicht der AfD überlassen“. Das Ergebnis sei „der größtmögliche Denkzettel, den es in den letzten 50 Jahren gegeben hat“. Er sei fest davon überzeugt, „dass die AfD kein Konzept hat, unser Land aus Krisen zu führen“.
Laut einer Umfrage aus dem März steht die AfD in Bayern bei 18 Prozent. Söders CSU kam damals auf 39 Prozent.

12.20 Uhr: Die FDP EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat die Reaktionen der Parteien auf das AfD-Ergebnis kritisiert. „Die einen verfallen in Schockstarre, andere wollen ausgerechnet jetzt dringend notwendige Reformen zurückdrehen, so als hätte dieses Ergebnis mit den eigenen politischen Entscheidungen nichts zu tun. Die Wahrheit ist unbequemer. Jede demokratische Partei in diesem Land täte gut daran, ehrlich nach dem eigenen Beitrag zu diesem Desaster zu fragen, statt nur auf den politischen Rand zu zeigen. Wer die eigene Verantwortung ausblendet, hat aus diesem Wahlsonntag rein gar nichts gelernt“, schrieb die Politikerin auf X.
Dieses Wahlergebnis trifft die FDP hart, wir verlieren unsere letzte Ministerin im Amt. @LydiaHueskens hat als Ministerin einen hervorragenden Job gemacht und erfolgreiche Politik gestaltet. Doch die eigentliche Wucht dieses Abends reicht weit über unsere Partei hinaus, sie…
— Marie-Agnes Strack-Zimmermann (@MAStrackZi) September 7, 2026
In den „Hauptstädten unserer europäischen Partner dürfte man mit Sorge auf ein Bundesland blicken, in dem Rechtsradikale in einer Landesregierung den Kurs bestimmen könnten, eine Partei, der an einem starken Europa nichts liegt und die stattdessen auf Kremltreue setzt“, empörte sich die Politikerin. Die FDP war am Sonntag deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.
12.18 Uhr: Die extrem linke Kampagnengruppierung Campact ruft am Abend in Berlin zu einer Großdemonstration gegen das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt auf. „Für Samstag bereiten wir zusammen mit regionalen Bündnissen Demos im ganzen Land vor. Die Botschaft: Niemals wieder dürfen Rechtsextreme in Deutschland regieren“, heißt es auf der Webseite.
Ziel sei es, „Einfluss auf das BSW und die CDU zu nehmen“. Wenn „Hunderttausende auf den Straßen sind, wird dies auch das BSW – ursprünglich gegründet auch als Projekt gegen die AfD – vor eine Zerreißprobe stellen“.
12.15 Uhr: Auch ein mächtiger Kirchenvertreter kommentierte die Wahl in Sachsen-Anhalt. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx zeigte sich empört über das Ergebnis. „Dieses Wahlergebnis für eine gesichert rechtsextremistische Partei ist furchtbar und niederdrückend – aber es ist nicht das letzte Wort!“, sagte er dem Münchner Merkur. Es komme nun darauf an, „dass die große Mehrheit in unserem Land nun offen und aktiv für Freiheit, Demokratie und den Rechtsstaat eintritt“.
Marx weiter: „Es liegt an uns, dass wir für Menschenwürde, Respekt und Toleranz kämpfen, dass wir laut und vernehmbar widersprechen, dass wir Widerstand leisten, wenn unsere Überzeugungen bedroht sind.“

12.10 Uhr: Bei welchen Wählerschichten lag die AfD in Sachsen-Anhalt eigentlich vorn? Die kurze Antwort: bei fast allen. Egal ob bei Männern (50 Prozent), Frauen (39 Prozent), Erstwählern (40 Prozent), Rentnern (38 Prozent), Arbeitern (59 Prozent), Angestellten (46 Prozent) oder Selbstständigen (52 Prozent): Überall lag die AfD vor der CDU. Sogar bei den über 70jährigen lag die AfD mit 31 Prozent knapp vor der CDU, die hier auf 30 Prozent kam.
12.07 Uhr: Mehr und mehr ausländische Stimmen melden sich zu Wort. Der britische Politiker Rupert Lowe, Vorsitzender der Partei Restore Britain, einer Abspaltung von Nigel Farages Reform UK, schrieb auf X: „Herzlichen Glückwunsch an unsere Freunde bei der AfD – eine Inspiration dafür, was Restore Britain erreichen kann.“
Derweil warnt die New York Times vor der AfD. Bislang sei Deutschland ein Land gewesen, „das rechtsextreme Parteien seit dem Schrecken des Nationalsozialismus konsequent isoliert hat“, heißt es von der linken Zeitung. Dabei sei der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt kein Einzelfall, sondern zeige einen „jahrzehntelangen Vormarsch, der die extreme Rechte immer näher an die Machtzentren Europas herangeführt“ habe.
Demnach sei das Ergebnis auch in London, Madrid und Paris spürbar vernommen worden. Eine mit dem AfD-Wahlsieg geschwächte Bundesregierung könne „Europas Fähigkeit, seine Herausforderungen zu bewältigen“, gefährden, schrieb das Blatt besorgt.
11.55 Uhr: Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter hat den Kurs seiner Partei gegenüber der AfD verteidigt. „Ich glaube, es ist absolut richtig, die AfD auszugrenzen“, sagte Hofreiter der Welt. Die AfD in Sachsen-Anhalt sei „gesichert rechtsextrem“ und eine „rechtsradikale Partei“, die eine „Gefahr für die Demokratie“ darstelle.
Laut Hofreiter gebe es in der Bundesrepublik keinen „klassischen Regierungsauftrag“ für Parteien. Es sei nun „überhaupt nicht einfach“, in Sachsen-Anhalt eine „demokratische Regierung“ zu bilden, zumal mit dem BSW eine „hochproblematische Partei“ in den Landtag eingezogen sei. Auch vor offensichtlichen Lügen schreckte der Politiker nicht zurück. So behauptete er, die AfD wolle laut ihrem Wahlprogramm die Demokratie abschaffen.
11.50 Uhr: Der Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor, mache den Ausgang der Wahl „persönlich betroffen“. Eine bislang praktizierte „Rechts-Links-Schablone“ liefere keine Antworten mehr auf die Probleme, meinte der 33jährige Jurist gegenüber Phoenix. Aus seiner Sicht macht die AfD Institutionen „verächtlich“ und sorgt für einen „Disruptionsfuror“, keifte er. Dies sei die eigentliche „Konfliktlinie“.
Es gehe um die Wahl zwischen „Stabilität und Chaos“. Amthor gab sich selbstbewusst: „Meine Haltung zu einer Abgrenzung zur AfD – die wird aus diesem Wahlabend nur stärker.“ Auch Friedrich Merz sei nach wie vor der richtige Partei- und Regierungschef.
11.40 Uhr: CDU-Vorstandsmitglied Dennis Radtke bediente sich gegenüber Phoenix der Floskel, es müsse Schluss „mit Politikerphrasen“. Jetzt müsse die CDU Lösungen anbieten. Auf die Frage, welche Rolle sei Partei in Sachsen-Anhalt nun in Sachen Regierungsbildung spiele, antwortete er: „faktisch gar keine“. Der Ball liege bei anderen.
11.30 Uhr: Im Gespräch mit Phoenix unterstrich Tino Chrupalla mit Blick auf eine mögliche Landesregierung mit dem BSW, „solche Experimente wie in Thüringen“ vermeiden zu wollen. Jedoch sei auch eine Minderheitsregierung „nie stabil“. Für ihn sei in erster Linie klar, dass die „Brandmauer“ abgewählt worden sei. Sofern es eine stabile Mehrheit für Ulrich Siegmund gebe, würde er sich auch als Ministerpräsidentenkandidat im Landtag aufstellen lassen.
11.23 Uhr: Zum Ende der Bundespressekonferenz bekräftigten Alice Weidel und Ulrich Siegmund ihre gemeinsame Position der AfD-Familienpolitik. Auch wenn die Bundesvorsitzende der Partei persönlich kein traditionelles Familienmodell vorlebe, stehe dies nicht im Widerspruch mit dem „Zielbild“ zur Förderung von Familien in Deutschland. Der Staat müsse schlicht das fördern, „wo Kinder sind“, betonte Weidel.
11.06 Uhr: Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte, sich weiterhin nicht verbiegen zu wollen. Allerdings deutete er an, dass es bereits erste Gespräche mit Mitgliedern anderer Fraktionen geben würde. Es gehe darum, seinen politischen Werten treu zu bleiben. „Deswegen schließe ich das auch überhaupt nicht aus“, sagte 35jährige. Er wolle keine Türen schließen und keine zweite Brandmauer errichten, sondern stattdessen seine Hand ausstrecken.
Zur Grundposition, die für Siegmund nicht verhandelbar sei, gehöre die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten – anders als vom BSW gefordert, das für einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“ plädiert.
10.50 Uhr: AfD-Chef Chrupalla hatte sich zuvor versöhnlich gezeigt und Anspruch auf die Regierungsführung in Sachsen-Anhalt erhoben. „Das ist ein klarer Wählerauftrag, auch wenn wir wissen, dass diese Regierungsbildung schwierig sein wird, auch wenn wir wissen, dass hier Kompromisse nötig sein werden.“
10.45 Uhr: Weidel beklagt mit Blick auf die Politik der letzten Jahre, dass der Rechtsstaat aus den Angeln gehoben worden sei. Die Deutschen seien „Fremde im eigenen Land“. Zudem könne sich Deutschland diese Politik nicht mehr leisten. „Wie diese Bundesregierung einen Haushalt beschließen kann, ist mir völlig schleierhaft“, sagt Weidel mit Blick auf die steigenden Schulden. „Deutschland ist de facto bankrott“.
10.40 Uhr: Unglaublicher Andrang im Haus der Bundespressekonferenz. Es ist mehr los, als bei der Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers, berichtet JF-Politikchef Christian Vollradt, der vor Ort ist.

AfD-Chef Tino Chrupalla: „Die Brandmauer, die die CDU, die Friedrich Merz errichtet hat, die wurde gestern abgewählt. Mit ganz klarer Mehrheit wurde sie abgewählt.“ Seine Co-Chefin Alice Weidel sagt, jeder der sich „positiv“ einbringe, sei „herzlich willkommen“. Dabei gehe es nicht um Ausländer oder Migranten. Gestoppt werden müsse eine „Zuwanderung“ in die Sozialsysteme. Es könne nicht sein, dass Kinder in Schulen drangsaliert werden.
10.00 Uhr: FDP-Chefin von Sachsen-Anhalt, Lydia Hüskens, erklärte ihren Rücktritt noch am Wahlabend. „Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen“, sagte sie der dpa.
09.50 Uhr: Das linksradikale Anti-AfD-Bündnis „Widersetzen“ kündigt an, am 6. Oktober den Magdeburger Landtag zu umzingeln. An dem Tag will sich das neue Landesparlament von Sachsen-Anhalt neu konstituieren. „Das ist unsere Warnung: Eine demokratische Partei, die Faschisten an die Macht hilft, ist keine demokratische Partei mehr. Dann werden auch ihre Büros und Parteitage zu einem legitimen Ziel“, erklärt Elvan Akdeniz vom Aktionsbündnis.
09.36 Uhr: CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht den Regierungsauftrag „eindeutig“ bei der AfD. „Das ist jetzt Demokratie, deshalb gilt es das zunächst einmal anzuerkennen“, sagt er dem Hörfunksender Bayern 2. Er warnt die CDU davor, „auf Biegen und Brechen“ den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt stellen zu wollen. Das Ergebnis der AfD nennt er „eine echte Zäsur“ und einen „Epochenbruch“.
09.21 Uhr: Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) weist die Diskussionen über eine mögliche Ablösung des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück. „Er führt eine Bundesregierung, die jetzt notwendige, aber auch schwierige Reformen angehen muss“, sagt sie im ARD-Morgenmagazin. „Es wäre jetzt, glaube ich, das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden. Die Regierung ist für vier Jahre gewählt.“
09.18 Uhr: Auch der CDU-Spitzenkandidat zur Berliner Abgeordnetenhauswahl, Stefan Evers, äußert sich zur Wahl in Sachsen-Anhalt. „Wir als CDU sind hier in Berlin das Bollwerk gegen jeden Extremismus“, betont der aktuelle Finanzsenator gegenüber dem Nachrichtensender Welt TV. Die Union stehe auch in der Bundeshauptstadt unter Druck von beiden politischen Rändern. Deshalb müsse sie klar machen, „warum gerade wir hier in Berlin als Stadt der Freiheit dafür stehen müssen, dass Extremisten nicht an der Macht beteiligt werden“.
09.00 Uhr: BSW-Chef Fabio Di Masi nutzt den Einzug seiner Partei in den Magdeburger Landtag, um gegen seine Ex-Kollegen in Thüringen auszuteilen. „Ein großer Dank geht auch raus an Katja Wolf vom Bündnis Plagiator Mario Voigt! Der Partei-Austritt war das Beste was uns in Sachsen-Anhalt vor der Wahl passieren konnte!“, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst X.
Kleine Fußnote ! Wer mit den Wölfen heult!
Ein großer Dank geht auch raus an Katja Wolf vom Bündnis Plagiator Mario Voigt!
Der Partei-Austritt war das Beste was uns in Sachsen-Anhalt vor der Wahl passieren konnte!
Einige waren tatsächlich besorgt als sie bei Markus Lanz… pic.twitter.com/VzCMsxqP5y
— Fabio De Masi 🦩 (@FabioDeMasi) September 6, 2026
08.58 Uhr: Schlecht gelaunt in Nairobi: Der ehemalige Moderator des WDR-Politmagazins „Monitor“, Georg Restle, kritisiert das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt deutlich. „Am Ende einer langen Wahlnacht weiß man nicht, wofür man sich mehr schämen sollte: Für 44% aller Wählenden in Sachsen-Anhalt, die Rechtsextremisten in Deutschland wieder an die Macht bringen wollen oder für die Steigbügelhalter einer putinesken Splitterpartei, die Faschisten die Hand reichen“, schreibt der heutige ARD-Korrespondent in Südsahara auf der Plattform Bluesky.
Am Ende einer langen Wahlnacht weiß man nicht, wofür man sich mehr schämen sollte: Für 44% aller Wählenden in Sachsen-Anhalt, die Rechtsextremisten in Deutschland wieder an die Macht bringen wollen oder für die Steigbügelhalter einer putinesken Splitterpartei, die Faschisten die Hand reichen.
— Georg Restle (@georgrestle.bsky.social) 7. September 2026 um 05:25
08.49 Uhr: Der ehemalige Linken-Chef Martin Schirdewan nennt das Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt eine „Zäsur“ für Deutschland. „Ich sehe im Moment keine Mehrheit jenseits der antidemokratischen Kräfte“, beklagt er gegenüber dem Deutschlandfunk. Mit Blick auf die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung fügt er hinzu: „Die CDU hat der AfD hier die Macht in die Hand gegeben.“
Von der Partei des Bundeskanzlers Friedrich Merz forderte der EU-Abgeordnete die Überprüfung des Unvereinbarkeitsbeschlusses. Die CDU müse sich entscheiden, ob die Linkspartei für sie eine „demokratische Partei“ sei, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, oder „in irgendeinem Phantasma“ lebe, „als ob wir irgendwelche Spinner wären“.
08.32 Uhr: Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken sieht im Ergebnis der AfD vor allem die Schuld der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. „‘Wir schaffen das’, ‘Refugees welcome’, ‘Grüne Wirtschaft’ – zehn Jahre später ist das Erbe da“, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst X. Dabei betont der Politiker der liberalkonservativen N-VA, es sei kein Lob an die AfD. „Ich stelle nur fest, wozu schwache Führung führt. Das Erbe von Mutti Merkel ist katastrophal.“
Ik bejubel niemand. Ik stel enkel vast waartoe zwak leiderschap leidt. De erfenis van Mutti Merkel is dramatisch.
— Theo Francken (@FranckenTheo) September 6, 2026
08.23 Uhr: SPD-Bundestagsabgeordneter Ralf Stegner bekräftigt seine Forderung nach einem AfD-Verbotsverfahren mit Blick auf die Landtagswahl. „Ich möchte keine Debatte darüber, sondern ich möchte, dass das gemacht wird“, sagt er der Welt. „Da verbietet nicht eine Partei ihre lästige Konkurrenz, wie das die Diktaturen tun, mit denen die AfD sympathisiert, sondern das Bundesverfassungsgericht prüft als unabhängiges Gericht. Das gehört zur Demokratie dazu.“ Man könne eine als „gesichert rechtsextrem“ bezeichnete Partei nicht wie eine „normale“ behandeln. „Die AfD ist keine normale Partei.“
07.57 Uhr: Auch der langjährige Ministerpräsident Ungarns, Viktor Orbán, beglückwunscht die AfD zu ihrem Rekordergebnis in Sachsen-Anhalt. „Eine großartige Nacht für Deutschland und Europa“, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst X. „Schnallt euch an, es ist nur der Anfang!“ AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bedankt sich. „Wir haben uns angeschnallt und sind startklar.“
Thank you, @PM_ViktorOrban, for the congratulations. We’re buckled up and ready to go. 😎
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) September 6, 2026
07.47 Uhr: Der Chef der österreichischen FPÖ, Herbert Kickl, gratuliert seiner Schwesterpartei AfD zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. „Die Wähler haben heute nicht nur die AfD gewählt, sondern vor allem auch die versammelte Front der Systemparteien abgewählt“, sagt er dem Sender OE24. „Sie haben an der Wahlurne jene undemokratische Brandmauer eingerissen, die abgehobene Eliten gegen die einzige patriotische Kraft und damit gegen den Willen der eigenen Bevölkerung errichtet haben. Das ist gelebte Demokratie.“
07.32 Uhr: Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, zeigte sich „nicht zufrieden“ mit dem Ergebnis seiner Partei in Sachsen-Anhalt. „Ich glaube, dass es wichtig ist, als Parteien der Mitte deutlich zu machen, dass man mit einer Partei, die alles mit Füßen tritt, was die Väter und Mütter des Grundgesetzes 1949 aufgeschrieben haben, nicht zusammenarbeiten kann und ihr auch klar widersprechen muss“, sagt er im ARD-Morgenmagazin. Der AfD müsse man „parlamentarisch und außerparlamentarisch“ entgegenhalten.
Auch kritisiert Wiese den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Es liegt auch daran, dass er an vielen Stellen, auch mit seiner Rhetorik gegenüber den Menschen, die Arbeiten, erweckt, sie wären faul“, beklagt er zudem. Dies trage zur Verunsicherung bei. „Da müssen wir alle an uns arbeiten.“ Die Vorschläge der AfD, etwa den Eurozone- und EU-Austritt, bezeichnete er jedoch als einen „Todesstoß“ für die Bundesrepublik. Vielmehr werde es eine Aufgabe für die Bundesregierung werden, die Sozialsysteme zu stabilisieren und gleichzeitig die Sorgen jener, die „Schwerstarbeit geleistet haben, die jahrelang gearbeitet haben“ zu adressieren.
07.18 Uhr: Der Chef der spanischen Rechtspartei Vox, Santiago Abascal gratuliert den Wahlsiegern in Sachsen-Anhalt. „Glückwunsch an Alice Weidel und Ulrich Siegmund für dieses spektakuläre Ergebnis, welches eine große Hoffnung für Deutschland und Europa bringt“, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst X.
Felicidades a @Alice_Weidel y a @UlrichSiegmund por este resultado espectacular que es una gran esperanza para Alemania y para Europa. https://t.co/yjjbtKJZhd pic.twitter.com/DpbQGnK7Dd
— Santiago Abascal 🇪🇸 (@Santi_ABASCAL) September 6, 2026
07.13 Uhr: Grünen-Bundeschef Felix Banaszak betont mit Blick auf das Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt, die Menschen für „demokratische Politik zurückgewinnen“ zu wollen. „Es sind doch nicht 45 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt, die Nazis und Faschisten sind“, sagt er in einem Deutschlandfunk-Interview. Alle „demokratischen Parteien“ müssten demnach aber die „tiefe Vertrauenskrise“, die die Demokratie und alle Institutionen erfasst habe, ernst nehmen.
Auf die Frage, ob die Klimapolitik „völlig falsch vermittelt“ worden sei, sagt er: „Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber das ist nicht der Grund für das Ergebnis gewesen.“ Es hätten vielmehr Parteien verloren, die eine „AfD light“ sein wollten und sich dem „rechten Kulturkampf“ ausgeliefert hätten, statt dagegenzuhalten.
06.55 Uhr: Unterdessen bezeichnete der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), sein Nachbarland Sachsen-Anhalt als „geschichtlichen Unfall“. „Wir hätten dieses Land vielleicht aufteilen sollen zwischen anderen“, sagte er am Wahlabend in der Comödie Dresden. Die Wahlergebnisse bezeichnete er dabei als eine „äußerst bittere Entwicklung“. Gleichwohl habe er Hoffnung, dass man nicht in einer oder zwei Wochen zur Tagesordnung übergehen werde. Man müsse „jetzt wirklich anfangen zu schauen, was die Menschen bewegt, warum sie so wählen“, damit „so ein Wahlabend“ nicht mehr passiere.
Die CDU zerlegt sich im Warp-Speed: „Sachsen-Anhalt ist leider ein geschichtlicher Unfall, wir hätten dieses Land vielleicht aufteilen sollen zwischen anderen“ sagt Sachsen-MP Kretschmer bei einem Auftritt in der Comödie Dresden. pic.twitter.com/xhmvWPe2Ln
— Gr@ntlɘr 🥨🍺 (@oida_grantler) September 6, 2026
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) warnte hingegen mit Blick auf das Wahlergebnis auf X: „Die deutsche Frage darf für unsere Nachbarn nicht wieder offen sein.“ Da die Ergebnisse auch für das „befreundete Ausland“ relevant seien, brauche es „weniger Streit, weniger Versprechen, mehr ehrliches Zuhören, gemeinsame Ergebnisse“ und eine „schonungslose Selbstkritik“ aller „demokratischen Parteien“.
Weniger Streit, weniger Versprechen, mehr ehrliches Zuhören, gemeinsame Ergebnisse. Den Anspruch sollten wir alle haben oder entsprechende Konsequenzen ziehen. Das ist auch für das befreundete Ausland relevant. Die deutsche Frage darf für unsere Nachbarn nicht wieder offen sein.
— Cem Özdemir (@cem_oezdemir) September 6, 2026
06.32 Uhr: Ein knappes Lob für die AfD gab es auch von dem Eigentümer des Kurznachrichtendienstes X, Elon Musk. „Gut gemacht!“, schrieb er noch in der Wahlnacht auf der Plattform auf Deutsch.
Gut gemacht!
— Elon Musk (@elonmusk) September 6, 2026
06.29 Uhr: Jetzt rechnet auch der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach mit dem Wahlkampf seines Parteikollegen und Ministerpräsidenten Sven Schulze ab. „Wahrscheinlich hat Herr Schulze auch gedacht, wenn ich viermal mit Didi Hallervorden auftrete, bringt mir das Sympathien“, sagt er im Podcast von „Table.Briefings“ am Morgen nach der Wahl. „Auf Sachsen-Anhalt kommt eine ganz schwere Zeit zu.“ Es werde eine „Mammutaufgabe“ sein, das Land zusammenzuführen und dabei „weder Rechts- noch Linksaußen“ die Hand zu reichen.

Schulzes Kritik an unbeliebten Maßnahmen wie der Abschaffung der Rente mit 63 (JF berichtete) habe sich demnach nicht. „Man kann Politik nicht gegen die Mathematik machen“, mahnte Bosbach und plädierte dafür, den bisherigen Kurs in der Wirtschafts- und Sozialpolitik fortzusetzen.
06.16 Uhr: Deutliche Kritik am Wahlausgang in Sachsen-Anhalt kommt auch von der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Ein Klima der Abschottung ist Gift für den Standort“, warnt deren Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. Dabei spricht er von einer „kräftigen Ohrfeige“ für die „demokratische Mitte“. Das Ergebnis müsse ein „Ansporn sein, Vertrauen zurückzugewinnen und zu beweisen, dass Politik Probleme lösen kann.“
05.41 Uhr: Nach der Wahlniederlage kriselt es in der CDU: Um 13:30 Uhr will sich Bundeskanzler Friedrich Merz laut der Bild zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt äußern. Zuvor veröffentlichte die Zeitung ein Foto des sichtlich zerknirschten Unionspolitikers im Auto. „Die politische Krise des deutschen Kanzlers hat das Stadium erreicht, auf dem Fotos aus seinem Autorücksitz im Stil britischer Politiker gemacht werden“, spottete der Telegraph-Korrespondent in Berlin, James Rothwell.
Germany’s Chancellor has reached the British-style backseat photo stage of his political crisis pic.twitter.com/EGIqGOQd4R
— James Rothwell (@JamesERothwell) September 6, 2026
05.30 Uhr: Nun formuliert BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht die Bedingungen für die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt. „Jetzt gibt es hoffentlich Mehrheiten im Magdeburger Landtag für einen Kurswechsel in der Energiepolitik, ein Ende der Russland-Sanktionen, bessere Bildung und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“, sagt die Ex-Bundestagsabgeordnete der DPA. „Diese Mehrheiten will das BSW nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern.“
Die Partei fordert einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regieren würde. Diesem Angebot erteilte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bereits am Wahlabend eine Absage. „Wir möchten ganz klar, dass der Wähler endlich wieder nach der Wahl das bekommt, was er vorher gewählt hat“, beteuerte er am Wahlabend im ZDF.
05.15 Uhr: Auch der Rest Europas schaut auf das AfD-Rekordergebnis in Sachsen-Anhalt. So schreibt Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf X: „In Polen können sich nur Idioten oder Verräter über den AfD-Triumph in Deutschland freuen. So manche haben sich schon in der PiS-Partei und in der Konföderation angesammelt.“ Tusks Bürgerliche Plattform ist wie die deutschen Unionsparteien Teil der EVP auf der EU-Ebene.
W Polsce tylko idioci albo zdrajcy mogą się cieszyć z tryumfu AfD w Niemczech. Trochę się ich nazbierało w Konfederacjach i PiS.
— Donald Tusk (@donaldtusk) September 6, 2026
Eindeutige Verurteilungen kommen auch aus der französischen Linken. Der Chef der linksextremen La France insoumise, Jean-Luc Mélenchon, bezeichnete das Ergebnis als eine „katastrophale Schau der Blindheit“ der Politiker der Mitte. „In Deutschland ist die extreme Rechte wieder da“, schrieb er auf X. Unter diesen Bedingungen sei eine von Deutschland angestrebte europäische Armee „inakzeptabel“.
L’extrême droite de retour en Allemagne. Catastrophique démonstration de l’aveuglement des politiques européennes centristes. Ce désastre est leur résultat. Dans ces conditions, le projet militaire allemand de créer la première armée conventionnelle d’Europe est inacceptable pour…
— Jean-Luc Mélenchon (@JLMelenchon) September 6, 2026
04.31 Uhr: Herzlich willkommen zum Liveticker der JUNGEN FREIHEIT zu den Entwicklungen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Das Wichtigste vorab: Mit 43,8 Prozent holt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund ein historisches Ergebnis für die Partei. Die CDU des Ministerpräsidenten Sven Schulze sinkt hingegen auf 17,2 Prozent, ein Allzeittief in dem seit 2002 von ihr regierten Bundesland. Das teilte die Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in der Nacht zum Montag mit.

Auf Platz drei landet die SPD mit 9,3 Prozent. Weit über den Erwartungen schneiden auch die Grünen mit Susan Sziborra-Seidlitz mit 8,9 Prozent ab. Dagegen stürzt die Linkspartei um die Spitzenkandidatin Eva von Angern von Platz drei auf Platz fünf ab, mit 8,6 Prozent. Überraschend zieht auch das BSW mit 5,3 Prozent in den Magdeburger Landtag ein – und wird damit zum Zünglein an der Waage.
04.31 Uhr: Die Sitzverteilung ergibt weder für die AfD noch für den Block aus CDU, SPD, Grünen und Linken eine absolute Mehrheit. Beide Lager kommen auf jeweils 39 Mandate. Zünglein an der Waage ist das BSW mit fünf Sitzen.

Den Liveticker vom Tag der Landtagswahl können Sie hier nachlesen.






