BERLIN. Die Kandidatin der Linkspartei zur Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, Elif Eralp, war jahrelang Mitglied der Roten Hilfe. Aus dem Verein, der die wegen linksextremer Straftaten Angeklagten juristisch unterstützt, sei sie im vergangenen Jahr wegen „teilweise anderer politischer Ansichten“ ausgetreten, teilte der Landesverband der Linken der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit. Demnach wollte sie mit ihrer Mitgliedschaft unterstützen, dass „Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen“.
Die FAZ zitierte aus dem Handbuch des Berliner Abgeordnetenhauses, wo Eralp seit 2021 sitzt. 2022 und 2023 war ihre Mitgliedschaft in der Roten Hilfe dort erwähnt worden, in der jüngsten Ausgabe vom Oktober 2025 hingegen nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Eralp als Spitzenkandidatin der Linkspartei zur Abgeordnetenhauswahl beworben.
Eralps Partei steht wegen Clan-Verbindungen unter Druck
Nach Angaben der Bundesregierung ist die Rote Hilfe „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“. Sie verfügt über 14.400 Mitglieder und rund 50 Ortsgruppen bundesweit. Mehrere Bundestagsabgeordnete der Linkspartei gehörten oder gehören weiterhin dem Verein an, darunter Isabelle Vandre, Vincenz Glaser, Jan Köstering und Lea Reisner.
Als eine der Voraussetzungen für die Unterstützung fordert die Rote Hilfe, nicht mit der Justiz zu kooperieren. Der Verein hatte in der Vergangenheit unter anderem die Mitglieder der sogenannten Hammerbande unterstützt. Die Gruppierung um die jüngst aus der Haft entlassene Lina E. (JF berichtete) hat in Budapest sowie mehreren Städten in den neuen Bundesländern mehrere Angriffe auf politische Gegner zu verantworten.
Die Berliner Linkspartei steht bereits wegen anderer Vorwürfe in der Kritik. Bei der Wahlparty der Neuköllner Linken hatte das Oberhaupt des Remmo-Clans, Issa Remmo, erklärt, er fühle sich erstmals von einer politischen Partei in Deutschland unterstützt. Nach dem Bekanntwerden von Chats zwischen seinem Sohn Firas und dem Linkspartei-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak kündigte Letzterer an, bis zur Aufklärung der Vorwürfe nicht mehr an den Sitzungen des Innenausschusses teilzunehmen. Zudem sollen zwei Mitglieder des palästinensischen Barbakh-Clans ebenfalls die Feier besucht haben (JF berichtete). Eralp erklärte bereits am Tag nach der Wahl, ihre Partei wolle „mit organisierter Kriminalität“ nichts zu tun haben. (kuk)






