BERLIN. Der ehemalige Bundesvorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, hat seine Partei gegen Antisemitismus-Vorwürfe verteidigt. Seine Partei stehe zum Existenzrecht Israels, betonte van Aken am Dienstag Abend in der ARD-Sendung „Maischberger“. Es gebe in der Linkspartei nur „ein paar Leute“, die das anders sähen. „Ich finde, die haben in dieser Partei auch nichts zu suchen“, betonte der Bundestagsabgeordnete.
Israelfeindliche Mitglieder hätten in seiner Partei „nichts zu sagen“, seien nicht in der Mehrheit und hätten keinen Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung. Zugleich betonte er den Wunsch, nach dem Wahlsieg bei den Abgeordnetenhaus-Wahlen (JF berichtete) in Berlin zu regieren. Spitzenkandidatin Elif Eralp habe bereits einen Fünf-Punkte-Plan für den Schutz jüdischen Lebens in der Hauptstadt vorgelegt.
Verschiedene Clans bei Wahlparty gesichter
Die Linkspartei hatte die Abgeordnetenhaus-Wahlen in Berlin am 20. September mit 25,7 Prozent als stärkste Kraft gewonnen. Kurz darauf war sie in die Kritik geraten, weil der Clan-Chef Issa Remmo auf der Wahlparty gewesen ist. Zunächst hatte es von Seiten der Partei geheißen, die Veranstaltung sei öffentlich gewesen und man habe nicht gewusst, um wen es sich dabei handelt.
Doch kurz darauf veröffentlichte der Sohn des Clan-Chefs Issa Remmo, Firas Remmo, auf Instagram, dass seine Familie mit dem Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, Ferat Koçak, paktiert (JF berichtete). „Wir sind ein Teil von etwas Großem“, schrieb der Remmo-Sohn in einer Instagram-Story. „Wir stehen zusammen, wir halten zusammen und wir kämpfen für unsere Ziele.“

Nach lautstarker Kritik an Koçak kündigte dieser in der vergangenen Woche an, seine Funktionen im Parlament ruhen zu lassen. Sein Mandat behält er jedoch.
Am Dienstag war zudem bekannt geworden, dass auch zwei Mitglieder der aus Gaza stammenden Barbakh-Großfamilie bei der Veranstaltung gewesen sein sollen, wie der Tagesspiegel berichtete. Einer davon soll demnach den örtlichen Linken-Kandidaten zum Bezirksbürgermeister, Ahmed Abed, für die sozialen Medien interviewt haben. Ein anderer soll den Unterstützer der palästinensischen Terrorgruppe PFLP, Ibrahim Ibrahim, beim Feiern aufgenommen haben. (st/kuk)





