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„Eklatanter Abstieg“: Deutschland rutscht in der Pisa-Studie auf ein Rekordtief ab

„Eklatanter Abstieg“: Deutschland rutscht in der Pisa-Studie auf ein Rekordtief ab

„Eklatanter Abstieg“: Deutschland rutscht in der Pisa-Studie auf ein Rekordtief ab

Schülerin mit Kopftuch (Symolbild): In Neuss beugten sich Schüler offenbar arabischstämmigen Klassenkameraden, die „Scharia-Polizei“ spielten
Schülerin mit Kopftuch (Symolbild): In Neuss beugten sich Schüler offenbar arabischstämmigen Klassenkameraden, die „Scharia-Polizei“ spielten
Deutsches Klassenzimmer (Symbolbild): Migranten ziehen den Schnitt nach unten. Foto: picture alliance
„Eklatanter Abstieg“
 

Deutschland rutscht in der Pisa-Studie auf ein Rekordtief ab

So schwach schnitten Deutschlands Schüler in den Pisa-Tests noch nie ab. Insbesondere migrantische Jugendliche ziehen den Durchschnitt nach unten – doch die Macher der Studie sehen einen anderen Hauptgrund.
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MÜNCHEN. Deutschlands Schüler haben in der neuesten Pisa-Studie die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2000 erzielt. Bei den Tests der Lesekompetenz bekamen die untersuchten 15jährigen durchschnittlich 465 Punkte, teilte die für die Studie zuständige OECD am Dienstag mit. Beim ersten Pisa-Schock im Jahr 2000 waren es noch 483 Punkte gewesen. In Mathematik lag der Wert bei 464 Punkten, in den Naturwissenschaften bei 486 Punkten. Ein Punktwert von 500 gilt dabei als Maßstab, der der Standardabweichung von 100 auf der IQ-Skala entsprechen soll.

Gleichwohl schnitt Deutschland damit knapp über dem OECD-Durchschnitt ab. Bei den Lesekompetenz-Tests kamen die 15jährigen in den insgesamt 91 Ländern auf 461 Punkte, bei den Mathematiktests auf 463 Punkte und in den Naturwissenschaften auf 482 Punkte. An der weltweiten Spitze lagen Singapur, Taiwan und Japan sowie vier ausgewählte chinesische Großstädte. In Europa erreichten die estnischen 15jährigen die besten Ergebnisse in den Naturwissenschafts- und Mathematiktests, während deren irische Altersgenossen die höchste Lesekompetenz nachweisen konnten.

Pisa-Rückgang ist auch auf Migration zurückzuführen

Die OECD führt den Rückgang in Deutschland unter anderem auf die Einwanderung zurück. „Dieser Trend wäre weniger deutlich gewesen, wenn der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund nicht größer geworden wäre“, heißt es in der Pisa-Analyse.

Lesen Sie hier über die schwierigen Bedingungen für Lehrer an deutschen Schulen.

Während Schüler ohne Migrationshintergrund 521 Punkte in den Tests naturwissenschaftlicher Kompetenz erreichten, kamen eingewanderte 15jährige, die mit mindestens elf Jahren nach Deutschland gekommen waren, auf lediglich 392 Punkte. Jene, die früher eingewandert waren, erreichten im Durchschnitt 423 Punkte. Die hierzulande geborenen Schüler mit Migrationshintergrund bekamen 463 Punkte.

Gleichwohl seien diese demographischen Änderungen „nie der Haupttreiber hinter der Tendenz“, behaupten die Autoren der Pisa-Studie. So sei die gesunkene Lesekompetenz der 15jährigen vor allem auf „wachsende Schwierigkeiten, die Aufgaben zu erfüllen, die konstantes Engagement erfordern“, zurückzuführen. Außerhalb der Schule hätten etwa veränderte Lesegewohnheiten, eine intensivierte Nutzung digitaler Geräte sowie die Nachwirkungen der Corona-Krise das Umfeld verändert, in dem die Schüler lernen.

Führender Ifo-Bildungsökonom fordert ein „Umdenken“

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte der dpa, dass Schulen heute viel mehr für Bildung und Erziehung leisten müssten als früher. „Die Schülerschaft hat sich verändert, keineswegs nur durch Zuwanderung, sondern auch durch Erziehungsmethoden, durch die Art und Weise, wie Familien leben, die Anzahl der Alleinerziehenden, den Einfluss von Bildschirmzeiten und durch Social Media.“ Zudem betonte sie, dass wichtige Weichen bereits gestellt seien, etwa mehr Bedeutung für die frühkindliche Bildung oder ein besserer Übergang zwischen Kita und Schule.

Der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, warnte hingegen vor den wirtschaftlichen Folgen des Pisa-Negativtrends. Der „eklatante Abstieg“ müsse demnach zu einem „Umdenken in der Bildungspolitik“ führen. „Die Vermittlung der Basiskompetenzen muss höchste Priorität haben.“ Wößmann forderte, die während der Corona-Lockdowns abgesenkten Standards auf das vorherige Niveau anzuheben, die „Noteninflation“ zurückzudrehen sowie deutschlandweit einheitliche Tests einzuführen.

Zudem schlug er vor, verpflichtende Sprachtests für Viereinhalbjährige nach Hamburger Vorbild durchzuführen. Wer dort das Mindestniveau an Lesekompetenz nicht erreicht, muss an einer zusätzlichen Sprachförderung in der Kita oder in der Grundschule teilnehmen. (kuk)

Deutsches Klassenzimmer (Symbolbild): Migranten ziehen den Schnitt nach unten. Foto: picture alliance
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