HAMBURG. Die Hamburger Sozialbehörde hat angekündigt, 340 ukrainische Flüchtlinge im Harburger Designhotel „The Niu Quay“ unterzubringen. Seit Dienstag werde es als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft genutzt, teilte die Senatsbehörde auf Nachfrage der Welt mit. Diese sei demnach „nicht als dauerhafte Unterbringungslösung vorgesehen“. Bis Juli 2027 soll der reguläre Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden.
Kritik kam unter anderem vom Immobilieninvestor Ingo Mönke, dem große Teile des Grundstücks rund um „The Niu Quay“ gehören. „Weder die Regierungspartei SPD noch das Bezirksamt wurden informiert“, beklagte er gegenüber der Welt. Er betonte, das Konzept aus dem Hotel und der in der Nähe ansässigen Gastronomiebetriebe habe ineinandergegriffen. „Jetzt zerstört es einer – und der Steuerzahler zahlt das.“

Auch der Co-Fraktionschef der SPD in der Harburger Bezirksversammlung, Frank Richter, monierte das Vorgehen des Senats. „Ich bin verärgert“, sagte er dem NDR. „The Niu Quay“ sei demnach wichtig für die Entwicklung des Quartiers. Der CDU-Fraktionschef Rainer Bliefernicht mahnte, viele Harburger würden sich vor den Kopf gestoßen fühlen.
Hotelunterbringung von Ukrainern kostete bisher 600 Millionen Euro
Dagegen betonte der Co-Fraktionschef der Grünen, Michael Sander, dass im Gegenzug zwei große Unterkünfte im Bezirk geschlossen werden sollen. Die Unterbringung dort sei für die Bewohner „nicht gut“ gewesen. „Wenn jetzt das Hotel als Alternative dazukommt, dann müssen wir das als Bezirk tragen.“
Vor der Nutzung von „The Niu Quay“ als Migrantenunterkunft hatte ein Standardzimmer mit Doppelbett dort 124 Euro pro Nacht und Person gekostet. Das Hotel war erst Anfang Mai 2026 eröffnet worden und bietet insgesamt 150 Zimmer sowie 20 Appartements an.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 zahlte die Hansestadt rund 600 Millionen Euro für die Unterbringung der Asylsuchenden aus dem Land in den Hotels. Allein im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten auf annähernd 160 Millionen Euro. (kuk)





