DORTMUND. DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat sich für mehr Patriotismus in Deutschland ausgesprochen. „Es gibt nach wie vor gute Gründe, froh zu sein, in Deutschland geboren worden zu sein oder hier zu leben“, sagte er. Damit unterstützte er Bundestrainer Jürgen Klopp, der zuvor dafür geworben hatte, den Nationalstolz nicht den „falschen Leuten“ zu überlassen (die JF berichtete).
„Wir wollen den Nationalstolz eben nicht den Rechtsradikalen überlassen“, sagte Watzke der Welt am Sonntag. Er teile Klopps Auffassung, dass ein gesunder Patriotismus den Deutschen guttue. „Du kannst Patriot sein, musst deswegen aber trotzdem nicht rechtsextrem sein.“
Klopp hatte bei der Vorstellung seines ersten Nationalmannschaftskaders erklärt, er wolle sich beziehungsweise dem Land „die Fahne zurückholen“. Wer die deutsche Flagge schwenke, solle damit Freude über sein Land ausdrücken können, ohne Misstrauen auszulösen. Der Bundestrainer hatte dabei auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angespielt, bei der die AfD stärkste Kraft geworden war, ohne die Partei ausdrücklich zu nennen.
Watzke verteidigt Klopps politische Äußerungen
Auf die Frage, ob Klopps Aussagen eine Spitze gegen die AfD gewesen seien, antwortete Watzke: „Also, ich glaube nicht, dass Jürgen irgendwelche Sympathien für die AfD hat.“ Eine unzulässige parteipolitische Einmischung sah er darin jedoch nicht. Ein Bundestrainer dürfe als Person des öffentlichen Lebens eine politische Meinung äußern, solle sich aber nicht parteipolitisch positionieren.
Watzke, der selbst CDU-Mitglied ist und auch den Aufsichtsrat der Deutschen Fußball Liga führt, lobte Klopps Glaubwürdigkeit. Der Trainer lege sich parteipolitisch nicht vollständig fest und halte bei seinen öffentlichen Aussagen „Maß und Mitte“. Empfehlungen an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), sich Klopp zum Vorbild zu nehmen, wies er dagegen zurück. Die Aufgaben eines Kanzlers und eines Bundestrainers seien kaum vergleichbar.

Für die Nationalmannschaft erhofft sich Watzke unter Klopp neues Selbstvertrauen. In den vergangenen Jahren habe der deutsche Fußball zu stark auf andere Nationen geschaut und dabei ein Stück seines Selbstwertgefühls verloren. Die Mannschaft müsse wieder einen eigenen Stil entwickeln. Für die Spieler gelte dabei: „Die Spieler müssen einfach nur Fußball spielen.“ Politische Vorgänge würden beim DFB von Präsident Bernd Neuendorf bearbeitet. (rr)





