BERLIN. Die Schauspielerin Collien Fernandes hat gefordert, das Internet als Raum sexueller Gewalt ernster zu nehmen. „Wenn digital zu einer Vergewaltigung aufgerufen wird, dann ist es nicht nur ein digitales Problem“, sagte Fernandes bei einer Pressekonferenz zu sogenannter digitaler und KI-gestützter sexualisierter Gewalt in Berlin. Digitale Drohungen führten zu realen Konsequenzen, betonte Fernandes. Sie habe von Frauen gehört, die wegen Aufrufen im Internet umgezogen seien oder in Angst lebten. „Am Ende ist es völlig egal, ob etwas digital oder analog passiert, denn hinter den Computern sitzen Menschen“, betonte die Schauspielerin.
Sie persönlich wünsche sich „flächendeckende Schulungen für Menschen, die Anzeigen von Frauen entgegennehmen“. Es käme dort oft zu „einer Täter-Opfer-Umkehr“, etwa wenn Frauen und Mädchen gesagt werde, sie hätten sich falsch verhalten. „Ich finde, es ist ein absolutes Unding, den Frauen und Mädchen erst mal zu sagen, sie müssten dieses oder jenes anders machen“, monierte Fernandes.

Die 45jährige hatte im März dieses Jahres eine bundesweite Debatte über sexuelle Belästigung im Internet und KI-Pornographie ausgelöst, nachdem sie ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen angezeigt hatte (JF berichtete). Sie wirft dem Schauspieler vor, über Jahre in ihrem Namen Fake-Profile im Netz angelegt und sexuell mit Männern geschrieben zu haben, die beruflich mit Fernandes zusammenarbeiten.
Ulmen selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück, es gilt die Unschuldsvermutung. (st)





