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Rücktritt gefordert: CDU in Mecklenburg-Vorpommern probt den Anti-Merz-Aufstand

Rücktritt gefordert: CDU in Mecklenburg-Vorpommern probt den Anti-Merz-Aufstand

Rücktritt gefordert: CDU in Mecklenburg-Vorpommern probt den Anti-Merz-Aufstand

Bundeskanzler Merz (l.) mit dem CDU-Spitzenkandidaten Daniel Peters: Nächste Wahlschlappe droht. Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
Rücktritt gefordert
 

CDU in Mecklenburg-Vorpommern probt den Anti-Merz-Aufstand

Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern steuert die CDU auf das nächste Wahldebakel zu. Nun mehren sich die Stimmen, die sich gegen die Brandmauer zur AfD aussprechen. Der Vize-Chef fordert den Kanzler gar zum Rücktritt auf.
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SCHWERIN. Der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, hat nach dem Wahldebakel der Partei in Sachsen-Anhalt den Rücktritt des Kanzlers gefordert. „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt.“ Merz habe gezeigt, dass er das nicht könne, sagte Schomann dem NDR. „Für die Position ist er in meinen Augen ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen.“

Schomann, der auch Landrat im Kreis Nordwestmecklenburg ist, sagte, für das Wahldesaster in Sachsen-Anhalt trage Berlin die „Hauptverantwortung“. Er habe gehofft, dass die Parteispitze nach der Niederlage aufwache. Dies sei aber nicht passiert. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, forderte der Politiker. Die Menschen wollten Lösungen haben, statt um kurz vor 12.00 Uhr an die Tankstelle rasen zu müssen, um einen vermeintlich günstigen Tankpreis zu bekommen.

Tino Schomann: Fordert Friedrich Merz zum Rücktritt auf. Foto: picture alliance/dpa | Bernd Wüstneck

„Dieser Brandmauer-Mist muss aufhören“

Er ist nicht der Einzige, der in dem Landesverband seinen Unmut äußert. So sagte der Kreisvorsitzende der CDU in Nordwestmecklenburg, Thomas Grote, dass die Brandmauer zur AfD zu den größten Wahlverlierern in Sachsen-Anhalt gehöre. „Dieser Brandmauer-Mist muss aufhören. Sonst geht für uns im Land bald gar nichts mehr“, sagte Grote. Ähnlich äußerte sich laut Ostsee-Zeitung auch der Bürgermeister der Gemeinde Wackerow, Kai Dröse: „Die Brandmauer schützt nicht die Demokratie, sondern nur linke Parteien vor der Bedeutungslosigkeit.“

Auch der Generalsekretär der CDU im Nordosten, Wolfgang Waldmüller, sprach sich für einen neuen Umgang mit der AfD aus. „Es gibt auch Punkte, an denen wir nicht weit auseinanderliegen – beim Thema ‚Wildwuchs Windkraft‘ zum Beispiel. Wir dürfen uns richtigen Ansätzen nicht verweigern, nur weil sie Unterstützung der AfD erfahren könnten. Die Menschen erwarten, dass wir Probleme lösen.“ Waldmüller betonte jedoch die „roten Linien“ zur AfD. „Dass die AfD weiter aus der EU raus will – das geht gar nicht“. Da sei „jede Abgrenzung nötig und berechtigt“.

Spitzenkandidat Peters lehnt Zusammenarbeit weiter ab

Anders äußerte sich Landeschef Daniel Peters, der auch Spitzenkandidat seiner Partei für die kommende Landtagswahl ist. „Ich bleibe mehr denn je dabei: Mit der Linkspartei und der AfD kann es keine Zusammenarbeit geben.“ In „wesentlichen Fragen“ gebe es „keinerlei Übereinstimmung“. In der AfD gebe es „etliche Mitglieder, von denen ich überzeugt bin, dass sie nicht zur freiheitlichen-demokratischen Grundordnung stehen.“

In dem Bundesland wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Die jüngste Umfrage von Infratest Dimap sieht die CDU bei acht Prozent. Vorne liegt die AfD mit 35 Prozent vor der SPD, die auf 32 Prozent kommt. Die Linkspartei kann mit elf Prozent rechnen, die Grünen mit fünf.

Aktuelle Umfrage von Infratest Dimap. Grafik: JF

Damit gäbe es eine rot-rot-grüne Mehrheit.

Sitzverteilung laut Umfrage im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Grafik: JF
Bundeskanzler Merz (l.) mit dem CDU-Spitzenkandidaten Daniel Peters: Nächste Wahlschlappe droht. Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
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