BERLIN. Der BSW-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Michael Lüders, hat Wahlwerbung auf Arabisch veröffentlicht. „Ich weiß, dass viele Bürger mit arabischen oder muslimischen Wurzeln generell nicht an Wahlen teilnehmen wollen“, sagte der Politiker am Mittwoch fließend auf Arabisch in einem Instagram-Kurzvideo.
„Aber das ist die falsche Haltung! Meiner Meinung nach sind wir alle ein Tropfen im Meer des Lebens, und wir können diese Welt zum Besseren verändern, wenn wir miteinander umgehen und zusammenwirken.“ Die Zuhörerschaft, die Arabisch spricht, solle nicht vergessen, „an Gott zu denken“ und das BSW zu wählen.
Lüders ist nicht nur Spitzenkandidat, sondern auch seit Dezember 2025 stellvertretender Bundesvorsitzender des BSW. Dem Bundesvorstand gehört er bereits seit der Parteigründung an, zunächst nur als Beisitzer. Von 2015 bis 2022 war er Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung. Sein Video beginnt er mit der arabischen Grußformel „assalamu alaikum“, die übersetzt „Friede sei mit dir“ bedeutet.
BSW werde niemals mit AfD koalieren
In den Kommentaren unter seinem Kurzvideo bestätigt Lüders, dass er die Botschaft seines Videos noch nicht auf Deutsch verbreitet hat. Dies solle aber noch folgen.
Zudem betonte er mehrfach, dass das BSW niemals mit der AfD koalieren werde. „Das ist nicht wahr. Wir haben immer und immer wieder eine Koalition ausgeschlossen, dabei bleibt es!“, antwortete er einem Nutzer. Das bezog er auch klar auf Sachsen-Anhalt, wo das BSW gemeinsam mit der AfD eine Mehrheit im Parlament hätte. „Das wird nicht passieren! Das verspreche ich ihnen [sic!]“, unterstrich der Vizechef des BSW.

In der Hauptstadt ist beim BSW nicht nur Lüders, sondern auch der Landesvorsitzende der Partei, Alexander King, Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl. „Michael Lüders steht für die großen Linien, für das Image, für die Wiedererkennung unseres politischen Profils in der Öffentlichkeit“, sagte er über seinen Parteikollegen im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT.
Das BSW steht laut einer aktuellen Insa-Umfrage in der Hauptstadt bei drei Prozent und muss damit um den Einzug in das Abgeordnetenhaus bangen. An der Spitze liefern sich CDU (20 Prozent), Linkspartei (19 Prozent) und AfD (18 Prozent) einen Dreikampf um den Wahlsieg. (mas)






