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Mecklenburg-Vorpommern: Ausreisepflichtiger wird zum Räuber, um einer Abschiebung zu entgehen

Mecklenburg-Vorpommern: Ausreisepflichtiger wird zum Räuber, um einer Abschiebung zu entgehen

Mecklenburg-Vorpommern: Ausreisepflichtiger wird zum Räuber, um einer Abschiebung zu entgehen

Abschiebung eines Afghanen per Flugzeug in sein Heimatland.
Abschiebung eines Afghanen per Flugzeug in sein Heimatland.
Abschiebung eines Afghanen per Flugzeug in sein Heimatland. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Mecklenburg-Vorpommern
 

Ausreisepflichtiger wird zum Räuber, um einer Abschiebung zu entgehen

Skurriler Gerichtsfall in Neubrandenburg: Ein 25jähriger überfällt ein Wettbüro, wird prompt festgenommen – und begründet die Tat mit einer drohenden Abschiebung. Auch der Ukrainekrieg spielt hier eine Rolle.
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NEUBRANDENBURG. In Mecklenburg-Vorpommern hat ein Prozess gegen einen russischen Staatsbürger begonnen, der seinen bewaffneten Überfall mit der Angst vor einer Rückführung in seine Heimat begründete. „Die ihm drohende Abschiebung aus Deutschland hat ihm schon längere Zeit Angst gemacht“, sagte die psychiatrische Gutachterin des Angeklagten laut dem Nordkurier. Der Zeitung zufolge fürchte der 25jährige, dessen Familie wohl aus Tschetschenien stamme, in den Ukrainekrieg geschickt zu werden.

Zur Tat war es bereits im April gekommen. Der maskierte Mann habe die Räume eines Wettbüros in Neubrandenburg betreten und den Angestellten mit einem Messer bedroht. Anschließend habe er Geld gefordert, woraufhin er von einem Mitarbeiter mehrere Tausend Euro erhalten habe und sofort geflohen sei. Allerdings habe ein weiterer Angestellter seine Stimme erkannt, da er bereits mehrfach dort gewesen sei. Eine halbe Stunde später wurde er in der Wohnung einer Verwandten festgenommen. Seitdem sitzt der 25jährige in Untersuchungshaft. Er gestand die Tat inzwischen ein.

2025 scheiterten 59 Prozent der Abschiebungen

Schilderungen eines Polizisten zufolge sei es den Beamten bereits damals bekannt gewesen, dass der russische Staatsbürger ausreisepflichtig sei. „Als ich ihm dann sagte, dass wir den Haftbefehl auch der Ausländerbehörde melden werden, da hat er plötzlich sehr interessiert gewirkt.“ Der Prozess des 25jährigen soll Anfang Oktober fortgesetzt werden.

2025 waren mehr als 59 Prozent der insgesamt 55.642 Abschiebungsversuche in Deutschland gescheitert (JF berichtete). In den meisten Fällen des Scheiterns waren die Ausreisepflichtigen untergetaucht, über 11.000 weitere missglückte Abschiebeersuchen wieder aufgehoben worden. Gründe dafür waren unter anderem rechtliche Hindernisse, fehlende Voraussetzungen oder organisatorische Probleme. (kuk)

Abschiebung eines Afghanen per Flugzeug in sein Heimatland. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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