BERLIN. Vertreter der AfD waren in der ersten Hälfte des Jahres 2026 erneut am häufigsten von Gewalttaten betroffen – im Vergleich zu Vertretern anderer Parteien. Insgesamt 193 Fälle von Straftaten gegen Parteirepräsentanten und Parteimitglieder wurden von Januar bis Juni gegen Vertreter der Partei begangen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD hervorgeht, über die die Welt berichtet.
Mit 141 gegen sie gerichtete Angriffen war die Union am zweithäufigsten betroffen. Insgesamt 63 Attacken richteten sich gegen die Grünen, 61 gegen die SPD und 32 gegen die Linkspartei. Auch wenn alle gegen eine Partei gerichteten Straftaten – Angriffe, Beleidigungen und Sachbeschädigungen gegen Parteieinrichtungen – zusammengezählt werden, war die AfD am häufigsten betroffen.
Am deutlichsten stiegen im Bereich der politisch motivierten Straftaten die Fälle von Sachbeschädigungen und Propagandadelikte. Gegenüber schwerwiegenderen Taten wie Körperverletzungen, Brandstiftungen oder Sprengstoffdelikten machen sie den Großteil der Fälle aus.
AfD-Sprecher kritisiert öffentliche Wahrnehmung
Zwölf der insgesamt 19 erfassten Gewalttaten in den ersten sechs Monaten des Jahres richteten sich gegen Vertreter der AfD. In der Mehrzahl der Fälle ermittelt die Polizei dabei gegen Tatverdächtige aus dem linken Spektrum.
Der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Hess, kritisierte in diesem Zusammenhang die öffentliche Wahrnehmung politischer Gewalt. „Andere Parteien inszenieren sich theatralisch als Hauptopfer politischer Gewalt, während Angriffe auf AfD-Politiker oft zur Randnotiz verkommen“, sagt er. Regelmäßig werde behauptet, die größte Gefahr für die Demokratie gehe von rechts aus – hier sei ein Umdenken notwendig.
Bereits 2025 waren Vertreter der AfD am häufigsten Opfer von Angriffen (JF berichtete). Auch in den Jahren 2018 bis 2021 war die Partei am häufigsten betroffen gewesen (JF berichtete). In den Jahren 2023 und 2024 lösten die Grünen die AfD vorübergehend ab (JF berichtete). (lb)






