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Nach Vorfall auf Wahlparty: AfD-Bundesspitze distanziert sich von „Aktivist Mann“

Nach Vorfall auf Wahlparty: AfD-Bundesspitze distanziert sich von „Aktivist Mann“

Nach Vorfall auf Wahlparty: AfD-Bundesspitze distanziert sich von „Aktivist Mann“

Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, 06.09.2026: Altes Theater: AfD-Wahlparty zur Landtagswahl 2026: Der Streamer Matthäus Westfal, auch bekannt als Aktivist Mann , im Pressebereich unterwegs *** Magdeburg, Saxony-Anhalt, Germany, September 6, 2026, Altes Theater: AfD election party for the 2026 state election. Streamer Matthäus Westfal, also known as Aktivist Mann, is seen in the press area. Copyright: xdtsxNachrichtenagenturx dts_133862
Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, 06.09.2026: Altes Theater: AfD-Wahlparty zur Landtagswahl 2026: Der Streamer Matthäus Westfal, auch bekannt als Aktivist Mann , im Pressebereich unterwegs *** Magdeburg, Saxony-Anhalt, Germany, September 6, 2026, Altes Theater: AfD election party for the 2026 state election. Streamer Matthäus Westfal, also known as Aktivist Mann, is seen in the press area. Copyright: xdtsxNachrichtenagenturx dts_133862
„Aktivist Mann“ auf der AfD-Wahlparty zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Nach Vorfall auf Wahlparty
 

AfD-Bundesspitze distanziert sich von „Aktivist Mann“

Seit Wochen wird über das Verhalten des Streamers „Aktivist Mann“ diskutiert. Nachdem er nun auf der AfD-Wahlparty in Sachsen-Anhalt eine Spiegel-Redakteurin verbal angeht, distanzieren sich die AfD-Chefs Weidel und Chrupalla von ihm.
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BERLIN. Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla haben angekündigt, dass in der nächsten Sitzung des AfD-Bundesvorstands der Umgang mit dem Streamer „Aktivist Mann“ besprochen werden soll. Die AfD werde es nicht tolerieren, wenn es bei künftigen Parteiveranstaltungen zu „Beleidigungen“ und verbalen Bedrängen von Journalisten komme, „und zwar ohne Ansehen der Person“, sagten Weidel und Chrupalla am Donnerstag.

Hintergrund ist ein Video von der Wahlparty in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl, auf dem zu sehen ist, wie der Streamer „Aktivist Mann“ auf die Spiegel-Politikredakteurin Ann-Katrin Müller zugeht. „Sind Sie Deutsche? Identifizieren Sie sich als Deutsche?“, ruft der Streamer ihr zu und hält ihr sein Mikrofon hin. Müller antwortet auf keine Frage. „Tun Sie was für die Deutschen, die hier seit Jahrtausenden leben!“

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„Zivilisierter Umgang versteht sich in kultivierter Gesellschaft von selbst“

Das Video habe auch innerhalb der AfD „für große Irritationen gesorgt“, teilten Weidel und Chrupalla mit und sagten, dass der Streamer „andere Medienvertreter verbal aggressiv“ angegangen habe.

„Ein zivilisierter Umgang miteinander versteht sich in einer kultivierten Gesellschaft eigentlich von selbst.“ Das gelte auch, wenn es Meinungsverschiedenheiten gebe. „Beleidigungen und verbales Bedrängen verbieten sich für Medienschaffende. Das gilt natürlich auch und gerade gegenüber Vertretern anderer Medien.“

Weitere AfD-Funktionäre distanzieren sich

Auch andere AfD-Politiker gingen auf Distanz. So schrieb der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Jan Nolte, über den Streamer: „Er war ja abends auch noch in dem Hotel, in dem die Wahlparty ihren Ausklang fand. Auch dort fiel er extrem unangenehm auf, versuchte Hintergrundgespräche mit Journalisten mitzufilmen, ging jedem auf die Nerven und laberte die Leute extrem peinlich voll.“ Es sei unangenehm, wenn „Aktivist Mann“ in Zusammenhang mit der Partei gebracht werde. Er unterstütze das Vorgehen der Parteiführung.


Sein Vorgänger, der Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen, schätzte das Auftreten des Streamers als Schaden für die Partei ein. „Wer Journalisten auf AfD-Veranstaltungen unflätig und pöbelnd bedrängt, muss seine Zugangsberechtigung umgehend verlieren“, sagte er dem „Pioneer“.


Die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch (AfD) erwartet eine angemessene Umgangsform, auch im Umgang mit politisch Andersdenkenden. „Wir müssen besser sein als diejenigen, die uns anpöbeln und persönlich angreifen, wie linke Aktivisten und die Antifa. Wer sich genauso verhält wie die, gehört nicht zu uns.“

Kritik kam auch aus dem AfD-Landesverband von Ulrich Siegmund. „Ganz grundsätzlich darf ich Ihnen versichern, dass wir ein solches Verhalten auf unseren Veranstaltungen nicht dulden“, teilte ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt dem Journalisten Johann Paetzold mit. „Hätten wir vor Ort Kenntnis gehabt, hätten wir sofort eingegriffen. Eine eben geführte Nachfrage bei unserem Sicherheitsdienstleister ergab, dass vor Ort keine Meldung gemacht wurde, was jederzeit hätte gemacht werden können.“ Die Partei bedauere die Geschehnisse ausdrücklich, „auch deshalb, weil wir als AfD die Meinungs- und Pressefreiheit als ein zentrales Fundament unserer Demokratie nicht nur sehen, sondern antreten, diese gegen jedwede Angriffe zu verteidigen“.

(mas)

„Aktivist Mann“ auf der AfD-Wahlparty zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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