Berliner Polizisten im Einsatz (Archivbild) Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa
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Nach Angriffen vom Wochenende

Konflikt zwischen Arabern und Tschetschenen hält Berliner Polizei in Atem

BERLIN. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen arabischen Clan-Mitgliedern und Tschetschenen beschäftigen weiterhin die Berliner Polizei. So bewachten Zivilfahnder in der Nacht zu Mittwoch mindestens ein Krankenhaus in der Hauptstadt, in das verletzte Tschetschenen eingeliefert worden waren, berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf Klinikmitarbeiter. Weitere Krankenhäuser stünden im Fokus der Polizei. Die Sicherheitsbehörden befürchteten demnach, daß Clan-Angehörige dort auftauchen könnten.

Bei mehreren Angriffen waren am Wochenende in Berlin insgesamt elf Personen unter anderem durch Messerstiche verletzt worden. Polizisten hätten bei den Einsätzen zudem festgestellt, daß die Beteiligten auch Schußwaffen dabei hatten.

Unterdessen verbreitete der syrisch-libanesische Profiboxer Manuel Charr in den sozialen Medien ein Bild, das ihn mit Vertretern des Araber-Clans und der Tschetschenen zeigen soll. Auf seinem Instagram-Kanal schreibt Charr, er sei im Namen Allahs als „Friedensstifter“ aufgetreten. Zugleich versicherte er, das sei kein Fall von Selbstjustiz gewesen, sondern in Absprache mit der Polizei erfolgt.

Auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT äußerte die Polizei, daß es kein Gespräch mit Charr gegeben habe. Auch sei ihnen nicht bekannt, ob dieser als sogenannter Friedensrichter aufgetreten sei.

Polizei befürchtet Bandenkrieg zwischen Arabern und Tschetschenen

Charr genießt laut dem Tagesspiegel-Bericht im Milieu der arabischen Großfamilien Respekt. Der Schwergewichtsboxer war 2015 selbst von einem Clan-Mitglied niedergeschossen und schwer verletzt worden.

Nach den Vorfällen vom Wochenende befürchtet die Berliner Polizei einen Bandenkrieg zwischen Arabern und Tschetschenen. Ähnliche Entwicklungen hatte es im Sommer im französischen Dijon gegeben, als die Stadt drei Tage lang in Ausnahmezustand geriet. Tschetschenen aus ganz Europa waren damals nach Frankreich gereist, um ihre Landsmänner in den Auseinandersetzungen gegen nordafrikanische Gruppierungen zu unterstützen.

Hintergrund des Konflikts in Berlin könnten Revierkämpfe im Drogenhandel oder „massive Ehrverletzungen“ sein, wie das Landeskriminalamt vermutet. Möglich sei auch, daß es dabei um Erpressungsversuche der Tschetschenen gegen den Rapper Capital Bra gehen könnte, wie die Bild-Zeitung berichtet hatte. (ag)

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