MADRID. Zehntausende Menschen haben in mehreren Städten Spaniens gegen die Migrationspolitik der sozialistischen Regierung demonstriert. Anlass ist die Krise in der Exklave Ceuta (JF berichtete). Allein in Madrid sollen mindestens 50.000 Menschen protestiert haben, wie die spanische Zeitung El País berichtet.
Redner auf den Demonstrationen warfen der Regierung vor, Ceuta zu wenig zu unterstützen und eine Beschwichtigungspolitik gegenüber Marokko zu führen. Sprechchöre skandierten „Ceuta ist nicht zu verkaufen! Ceuta muss verteidigt werden!“ und lärmten mit Trillerpfeifen. Auf einem Transparent stand „SOS! Europa, rette uns vor unserer verräterischen Regierung!“, wie Le Figaro berichtet. Einige Demonstranten forderten die Behörden auf, „alle Eindringlinge auszuweisen“, andere forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Massenproteste in Spanien gegen die Regierung und die Migrationskrise in #Ceuta.
Hunderttausende gehen in Madrid, Toledo, Sevilla, A Coruña, Bilbao auf die Straße.
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— Dr. David Lütke (@DrLuetke) September 3, 2026
In der Nähe des Abgeordnetenhauses soll die spanische Polizei versucht haben, die Menge mit Gummigeschossen und Tränengas auseinanderzutreiben. Vier Personen, darunter zwei Minderjährige, wurden festgenommen. Laut Regierungsdelegation sollen sie wegen „Störung der öffentlichen Ordnung und Untergrabung der Staatsgewalt“ in Gewahrsam genommen worden sein.
Linke Regierung wirft Demonstranten Feindseligkeit vor
Auch in anderen Städten gab es große Proteste. In den andalusischen Städten Málaga und Sevilla gingen rund 160.000 Menschen auf die Straße. In der katalonischen Stadt Barcelona versammelten sich am Mittwoch etwa 1.500 Menschen auf der Plaça Sant Jaume. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes protestierten rund 700 Gegendemonstranten. Beide Gruppen wurden durch ein Großaufgebot der Polizei voneinander getrennt.
Zu den Protesten aufgerufen hatte unter anderem der Dachverband FEMP der spanischen Kommunen, der von einer Politikerin der konservativen Partido Popular, María José García-Pelayo, geleitet wird. Der Generalsekretär der Partei, Miguel Tellado, forderte den Rücktritt der linken Regierung und rief zu Neuwahlen auf.

Der spanische Minister für Territorialpolitik Ángel Víctor Torres von der linken Partei Partido Socialista de Canarias erklärte im spanischen Radio, er bezweifele, dass es bei den Protesten tatsächlich um Migration gehe. „Das dient nicht dazu, Unterstützung für die Stadt Ceuta oder ihre Bewohner zu zeigen; es dient dazu, die Regierung Spaniens anzugreifen“, sagte Torres. (lb)





