WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat ausgeschlossen, dass der russische Präsident Wladimir Putin einen Angriff auf das Gebiet der Nato plant. „Wir sprechen miteinander, ich kenne ihn sehr gut. Putin plant keinen Angriff auf das Nato-Gebiet“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus.
Eine Reporterin hatte den Präsidenten zuvor ausdrücklich gefragt, ob der Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle als ein solcher Angriff zu verstehen sei.
Trump verneinte dies und stellte sich damit gegen den Kurs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz hatte nach Informationen des Spiegel bereits bei der Kabinettsklausur am 25. und 26. August darauf gedrängt, den Kreml als Drahtzieher des Anschlagsversuchs zu benennen. Der Kanzler hielt die Indizienkette zu diesem Zeitpunkt für ausreichend. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) bremsten ihn zunächst mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und mögliche Gegenmaßnahmen Moskaus.
Trump distanziert sich von Merz bezüglich der Drohnengeschichte. Es fragt sich nur, wer dann die „Hintermänner“ sind, die Wadephul und Dobrindt die Texte vorlegen. https://t.co/pKBGNKXUKA
— Björn Höcke (@BjoernHoecke) September 4, 2026
Trump schickt Unterhändler nach Moskau
Am 1. September machte die Bundesregierung Russland schließlich offiziell für den Anschlagsversuch verantwortlich (die JF berichtete). Wadephul sprach von einem russischen Angriff auf die Sicherheit Deutschlands, während Dobrindt auf die Bauart der Drohnen, die verwendete Zündtechnik und Erkenntnisse der Geheimdienste verwies.
Während Merz den Druck auf Moskau erhöht, hat Trump einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Ukraine-Krieges eingeleitet. Seine Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner sollen zunächst Russland besuchen und anschließend am Sonntag nach Kiew weiterreisen. Trump sieht nach eigenen Worten eine „gute Chance“, Fortschritte zu erzielen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Reiseplan bestätigt. Die Ukraine werde während des Besuchs auf Luftangriffe verzichten, um die sichere Anreise der amerikanischen Unterhändler zu gewährleisten. Russland müsse seine Angriffe für die Dauer der Gespräche ebenfalls einstellen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte das geplante Treffen zunächst nicht bestätigen. Witkoff und Kushner waren zuletzt im Januar in Moskau mit Putin zusammengekommen. Ein Durchbruch blieb damals aus, weil Russland weiterhin den Rückzug der ukrainischen Streitkräfte aus dem gesamten Donbass verlangt. (rr)







