KIEW. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vergeltung gegenüber Russland für den Drohnenschlag auf das Hauptquartier des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU angekündigt. Er habe dem SBU-Leiter Oleksandr Poklad angewiesen, „den Russen auf diesen Schlag angemessen, spürbar und, soweit möglich, spiegelbildlich zu antworten, sobald alles vorbereitet ist“, schrieb Selenskyj am Freitag auf X. Das Militär werde dies unterstützen.
Zuvor war am Freitag eine mutmaßlich russische Drohne in das zentrale Dienstgebäude an der Wolodymyrska-Straße eingeschlagen, das unmittelbar gegenüber der Sophienkathedrale liegt. Aufnahmen zeigen Flammen am Gebäude, Feuerwehrleute und Krankenwagen sind im Einsatz. „Alle Notdienste sind vor Ort“, kommentierte Selenskyj. „Allen, die zu Schaden gekommen sind, wird die notwendige Hilfe gewährt.“
I spoke with the Head of the Security Service of Ukraine, Oleksandr Poklad. Unfortunately, a Russian drone struck the central building of the Security Service of Ukraine on Volodymyrska Street in Kyiv, across from St. Sophia Cathedral. All emergency services are on the scene.…
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) September 4, 2026
Nach aktuellem Stand wurden mindestens sieben Menschen verletzt. Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, sechs von ihnen seien bis 16.30 Uhr Ortszeit ins Krankenhaus gebracht worden. Zunächst hatten die Behörden fünf Verletzte genannt. Gegen 15 Uhr Ortszeit ertönte zunächst der Luftalarm in Kiew. Etwa eine halbe Stunde später sollen Explosionen im Zentrum zu hören gewesen sein. Auch Nachbargebäude seien beschädigt worden.
Selenskyj vermutet als Anschlagsziel den SBU-Leiter
Laut dem ukrainischen Präsidenten galt der Angriff dem Arbeitszimmer des SBU-Chefs Poklad. Dieser sei zum Zeitpunkt der Attacke jedoch nicht im Büro gewesen. Der 52-Jährige führt die Behörde seit Juli kommissarisch.
Außenminister Andrii Sybiha nannte den Angriff auf das SBU-Hauptquartier eine „große Eskalation, die eine entschlossene Reaktion erfordert“. Moskau habe den Schlag ausgerechnet während neuer Friedensbemühungen geführt und damit aus seiner Sicht gezeigt, dass es Diplomatie ablehne. (rsz)






