LONDON. Großbritanniens ehemalige Innenministerin Suella Braverman hat den ethnischen Volksbegriff verteidigt. „Ich bin keine Engländerin“, schrieb die heutige Unterhausabgeordnete von Nigel Farages Reform UK am Dienstag auf der Plattform X. „Ich bin stolz darauf, britisch zu sein. Meine Familie und Vorfahren haben eine jahrhundertealte Verbindung zu Großbritannien – aber wir sind auf keine Weise englisch.“
Sie warf unter anderem ihren ehemaligen Kollegen von den Tories vor, aus Angst vor Rassismusvorwürfen eine „Laissez-faire-Haltung“ gegenüber Ethnie, Staatsbürgerschaft und Identität einzunehmen. Dabei habe es Engländer seit Jahrhunderten gegeben. „Wir müssen uns dessen stärker bewusst werden, wenn wir in Bezug auf Staatsbürgerschaft und Staatsangehörigkeit einen entschlosseneren Ansatz verfolgen wollen.“
As I’ve said before, I’m not English.
I’m proud to be British. My family and ancestors have a link to Britain which spans centuries.
But in no way are we English. Yes, I was born in England, speak English and support the England football team. And indeed, I love England and… https://t.co/zysugnrurg
— Suella Braverman (@SuellaBraverman) September 22, 2026
Hintergrund ist ein Essay des ehemaligen Tory-Premierministers Rishi Sunak in der Sunday Times, in dem er den staatsbürgerlichen Volksbegriff verteidigt hatte. „Einige versuchen, die britische Identität auf einen Gentest zu reduzieren“, schrieb er darin. Er warnte vor einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“, die durch das Absprechen des Englisch- oder Britischseins aufgrund der Hautfarbe entstehe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Thema Rasse wieder in unsere Politik Einzug hält. Wir dürfen nicht zulassen, dass Briten gegeneinander ausgespielt werden.“
Braverman war 2022 bis 2023 Innenministerin
Sein Parteikollege und Fernsehmoderator Jacob Rees-Mogg verteidigte den Ansatz in einem Video auf X gegen Kritik. „Die Engländer sind ein Mischlingsvolk, keine arische Herrenrasse“, lautete der Titel. Dem ehemaligen Unterhausabgeordneten zufolge sei die Unterscheidung zwischen der britischen und der englischen Identität erst kürzlich erfolgt. So habe etwa Lord Palmerston den Begriff „Engländer“ auch für Schotten und Waliser verwendet. „Ich glaube, dass es die Pflicht der Menschen ist, englisch zu werden, wenn sie in dieses Land kommen.“
The English are a mongrel people, not an Aryan master race. pic.twitter.com/xQ1YWBVJqS
— Jacob Rees-Mogg (@Jacob_Rees_Mogg) September 22, 2026
Braverman war eine der hochrangigsten Überläuferinnen zur Farage-Partei (JF berichtete). Von 2022 bis 2023 war sie als Tory-Innenministerin für mehrere Verschärfungen der Migrationspolitik verantwortlich und warb für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Bereits 2025 hatte sie in einem Gastbeitrag für den Daily Telegraph für den ethnischen Volksbegriff argumentiert. Sich selbst sieht sie als „britische Asiatin“. Ihre Eltern waren indischer Herkunft, ihr Onkel ist ein mauretanischer Ex-Diplomat, der in Großbritannien tätig war. (kuk)






