DUBAI. Der mutmaßliche Angreifer auf dem Flydubai-Flug nach Tel Aviv hat einem Medienbericht zufolge bereits vor seiner Einstellung bei der Fluggesellschaft ein Flugverbot in Oman erhalten. Grund sei der Verdacht einer „ideologischen Radikalisierung“ gewesen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Dennoch stellte die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Mann als Piloten ein.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich dem Bericht zufolge um den omanischen Staatsbürger Hamam al-Hammami. Ob Oman seine Bedenken gegenüber anderen Staaten oder Fluggesellschaften mitgeteilt hatte, konnte die Zeitung nicht klären.
Auch welche konkreten radikalen Ansichten zu dem Flugverbot geführt haben sollen, blieb offen. Flydubai und die omanische Regierung ließen Anfragen der Zeitung unbeantwortet. Ein Sprecher der Emirate verwies auf die laufenden Ermittlungen und wollte sich zur Vorgeschichte des Piloten nicht äußern.
The terrorist co-pilot of FlyDubai Flight 1073 has been identified as Omani national Hamam Alhamami.
This is the face of evil, and the price of appeasing the Iranian regime and the IRGC.
He should be executed for what he tried to do. A monster. Thank God he was stopped. pic.twitter.com/Sr8hfximSz
— Nicholas Lissack (@NicholasLissack) October 2, 2026
Passagiere und Besatzung überwältigten den Angreifer
Der Copilot soll am Mittwoch auf Flug 1073 von Dubai nach Tel Aviv den Kapitän mit einer Stichwaffe angegriffen und die Maschine anschließend in einen Sturzflug gebracht haben. Nach Schilderungen von Insassen gelang es dem schwer verletzten Kapitän, die Cockpittür zu öffnen. Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten den Angreifer daraufhin überwältigen.
Zwei zusätzlich an Bord befindliche Piloten stabilisierten das Flugzeug und landeten es in Saudi-Arabien. Der Kapitän und der mutmaßliche Angreifer wurden am Donnerstag in die Emirate gebracht. Dort werden die Ermittlungen geführt. Flydubai setzte seine Verbindungen zwischen Dubai und Tel Aviv bis auf Weiteres aus.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete den Vorfall am Freitag als Terroranschlag. Der Angreifer habe sich islamistisch radikalisiert und die Maschine mit ihren Passagieren zum Absturz bringen wollen, erklärte er. Israel prüfe zudem, ob der Mann allein gehandelt oder Helfer gehabt habe. Auch ein hochrangiger Berater des Präsidenten der Emirate sprach von Terrorismus.

Neue Fragen zu den Sicherheitskontrollen
Die Angaben über das frühere Flugverbot werfen Fragen auf, die über die Kontrolle vor dem Abflug hinausgehen. Zu klären ist sowohl, wie die mutmaßliche Tatwaffe ins Cockpit gelangte, als auch, welche Informationen über den Piloten bei seiner Einstellung vorlagen und geprüft wurden.
Nach Angaben eines früheren Flydubai-Besatzungsmitglieds und eines aktiven Emirates-Piloten gegenüber der Zeitung werden Flydubai-Piloten vor Flügen Sicherheitskontrollen unterzogen. Mindestens einmal jährlich seien medizinische Untersuchungen vorgeschrieben. Psychologische Prüfungen führe das Unternehmen beim Aufstieg vom Copiloten zum Kapitän durch. Ob al-Hammami eine solche Untersuchung durchlaufen hatte, ist bislang unbekannt. (rr)





