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Sarah Mullally: Anglikanische Kirche zieht Ehrenpreis für Christenhasser zurück

Sarah Mullally: Anglikanische Kirche zieht Ehrenpreis für Christenhasser zurück

Sarah Mullally: Anglikanische Kirche zieht Ehrenpreis für Christenhasser zurück

Anglikanische Erzbischöfin Sarah Mullally (2. v. l.) und Hafiz Tahir Ashrafi (r.): Alles für Verständigung? Foto: Neil Turner / Lambeth Palace
Anglikanische Erzbischöfin Sarah Mullally (2. v. l.) und Hafiz Tahir Ashrafi (r.): Alles für Verständigung? Foto: Neil Turner / Lambeth Palace
Anglikanische Erzbischöfin Sarah Mullally (2. v. l.) und Hafiz Tahir Ashrafi (r.): Alles für Verständigung? Foto: Neil Turner / Lambeth Palace
Sarah Mullally
 

Anglikanische Kirche zieht Ehrenpreis für Christenhasser zurück

Blasphemiegesetze, Selbstmordattentate und ein Ehrentitel für Osama bin Laden: Hafiz Tahir Ashrafis Vergangenheit sorgt für Empörung. Nun nimmt die Anglikanische Kirche ihren Preis wieder zurück.
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CANTERBURY. Nach breiter Kritik hat die anglikanische Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, einen interkonfessionellen Verständigungspreis für den islamischen Kleriker Hafiz Tahir Ashrafi zurückgezogen. Grund dafür war unter anderem, dass der von ihm angeführte Pakistanische Gelehrtenrat 2007 einen symbolischen Ehrentitel an Osama bin Laden verliehen hatte (JF berichtete). „Nun sind frühere Äußerungen von Imam Ashrafi bekannt geworden, die den Lambeth Palace dazu veranlasst haben, die Auszeichnung zu überdenken“, teilte das Erzbistum dazu am Donnerstagabend mit.

Gleichzeitig betonte es, Ashrafi habe den Preis wegen seiner „langanhaltenden Unterstützung religiöser Minderheiten in Pakistan, genauer der christlichen Gemeinschaft“ erhalten. Man bete weiterhin für die Christen im Land und „für alle, die sich für den interreligiösen Dialog und die Harmonie in Pakistan und auf der ganzen Welt einsetzen.“

Ashrafi verteidigte auch die Todesstrafe für Gotteslästerung

Vergangene Woche hatte Mullally Ashrafi mit dem Hubert-Walter-Preis für Versöhnung und interkonfessionelle Zusammenarbeit geehrt. „Die Auszeichnung ist eine wichtige internationale Würdigung von Ashrafis langjährigem Engagement für Friedensförderung, religiöse Diplomatie und Dialog“, hieß es in der Begründung seitens der anglikanischen Kirche. Er ist Mitgründer und Vorsitzender des 1990 entstandenen Pakistanischen Gelehrtenrats.

Nach eigenen Angaben setzt sich das Gremium der hochrangigen Kleriker für Verständigung zwischen den im Land vertretenen islamischen Konfessionen und nicht-moslemischen Minderheiten wie den Christen ein. Kritisiert wurde aber unter anderem, dass der von Ashrafi angeführte Gelehrtenrat dem Al-Kaida-Führer bin Laden den Ehrentitel „Saifullah“ verliehen hatte, nachdem der in Großbritannien lebende islamkritische Schriftsteller Salman Rushdie die Ritterwürde erhalten hatte.

Zudem verteidigte der Kleriker mehrfach die Gesetze gegen Gotteslästerung. Dafür droht im schwersten Fall eine Todesstrafe, etwa bei herabwürdigenden Äußerungen gegen den Propheten Mohammed. „Diejenigen, die die Aufhebung der Gesetze fordern, meinen es weder mit den Nicht-Muslimen noch mit dem Land gut“, hatte er noch 2014 betont. Ein Jahr zuvor hatte er die islamistischen Selbstmordattentate im benachbarten Afghanistan als rechtmäßig bezeichnet, da die „Invasoren“ der Nato das Land besetzen würden. Mit Blick auf den Irankrieg sagte Ashrafi jüngst, Juden und Christen würden sich das pakistanische Atomwaffenarsenal als „wahres Ziel“ der Angriffe setzen.

Mullally führt die anglikanische Kirche seit Januar

Kritik an der Preisverleihung durch das Oberhaupt der anglikanischen Kirche kam unter anderem vom Tory-Politiker Nick Timothy. „Die Naivität unserer öffentlichen Institutionen beim Umgang mit solchen Menschen ist erschütternd, aber nicht überraschend“, schrieb er auf X. Der Vizechef von Nigel Farages Reform UK, Richard Tice, bezeichnete zudem Mullally als eine weitere „woke, schwache und feige Erzbischöfin“. Für Unverständnis sorgte zudem, dass die Preisverleihung an Ashrafi am 11. September, dem 25. Jahrestag des Al-Kaida-Anschlags auf das World Trade Center, stattgefunden hatte.

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Seit vergangenem Januar führt Sarah Mullally als erste weibliche Erzbischöfin von Canterbury die anglikanische Kirche an. „Ich setze mich dafür ein, die Kirche so zu stärken, dass sie ein Ort der Freundlichkeit und Geborgenheit ist, an dem sich jeder wohlfühlt“, betonte sie. (kuk)

Anglikanische Erzbischöfin Sarah Mullally (2. v. l.) und Hafiz Tahir Ashrafi (r.): Alles für Verständigung? Foto: Neil Turner / Lambeth Palace
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