MAGDEBURG. Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Heidi Reichinnek, hat versucht, die Veröffentlichung eines Interviews mit dem ZDF-Journalisten Valentin Wilczek zu unterbinden, nachdem ihr keine Antwort eingefallen war. „Ich würde es echt nicht gut finden, wenn du das jetzt hier reinschneidest, ich finde das nicht fair von dir gerade“, sagte die Politikerin auf einem sogenannten Demokratiefestival in Magdeburg. „Ich habe dir mehrmals auf deine Fragen geantwortet. Ich verstehe nicht so genau, was der Take ist.“ Dann tritt ihr Pressesprecher ins Bild und fordert, dass die Aufnahme gestoppt wird.
Der Journalist wollte von Reichinnek wissen, wie die Linkspartei plant, Energie zu speichern. „Ja, also wir können jetzt auch sehr intensiv über Energiepolitik diskutieren“, reagierte die Fraktionsvorsitzende zunächst auf die Frage. Doch auch auf mehrfache Nachfrage von Wilczek hat Reichinnek keine Antwort darauf, wie die Linkspartei bei dem Wechsel auf erneuerbare Energie diese speichern wolle.
Reichinnek ist keine Fachpolitikerin
Stattdessen weicht sie immer auf andere Aspekte der Energiepolitik aus. „In anderen europäischen Ländern beispielsweise werden ja auch die Straßen schon so gebaut, dass die Autos beim Fahren sich wieder aufladen. Was zum Beispiel auch ein total wichtiges Projekt wäre.“
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Der Journalist lenkte jedoch immer auf seine Frage zurück, bis Reichinnek das Interview abbrach. „Wenn du das machen willst, dann fände ich es halt total cool, wenn du das mit einer Fachpolitikerin machen willst.“
Journalist verstößt nicht gegen Pressefreiheit
Wilczek stellte in den Kommentaren unter seinem Video klar, dass er „Heidi nie schlecht darstellen“ wollte. „Sie hätte jederzeit sagen können, sie wolle das nicht beantworten, und ich hätte das natürlich akzeptiert. Ich habe dem Grünen-Chef dieselbe Frage gestellt.“

Seit der Entstehung der Aufnahme am 5. September habe Wilczek mit Journalisten gesprochen, die ihm bestätigten, dass er nicht gegen die Pressefreiheit verstoßen hatte. „Ich habe keine Agenda gegen die Linke oder Heidi, ich wollte nur zeigen, was passiert ist.“ (mas)





